Ich hatte ja vor einiger Zeit schon über ein anderes kleines Kartenspiel von Heidelbär Games berichtet, nämlich Spicy. Dies war mir wegen der wirklich auffälligen Aufmachung aufgefallen und wusste dann auch spielerisch zu überzeugen.

Da ist es für mich natürlich nur logisch, mich auch dem nächsten Spiel aus dieser Reihe zu widmen: Coyote. Auch in diesem Fall glänzt mich die Spielschachtel an und steht Spicy da in nichts nach. Bei Coyote handelt es sich ebenfalls um ein Bluffspiel, allerdings auf eine völlig andere Art.

Das ganze Spiel besteht nur aus 17 Karten, wobei es 15 Zahlenkarten gibt (-10, -5, 0 bis 10, 15 und 20). Dazu kommen noch zwei Sonderkarten.

Das Spiel ist eigentlich denkbar einfach. Jeder Spieler bekommt einen Kartenständer und stellt diesen vor sich ab. Dann werden die Karten gemischt und jeder bekommt eine verdeckte Karte zugewiesen. Eine weitere Karte wird in die Mitte gelegt.

Zusätzlich bekommt jeder Spieler noch drei Augenkarten, welche die „Leben“ darstellen. Hat man keine mehr davon, scheidet man aus dem Spiel aus. Dazu gleich mehr.

Die erhaltene Karte darf man sich nicht anschauen und stellt diese in den Kartenhalter, sodass zwar die anderen Spieler die Karte sehen können, man selber aber nicht. So kennt jeder Spieler alle aufgestellten Karten der Mitspieler, unbekannt bleibt die eigene Karte und die Karte in der Tischmitte.

Der Startspieler muss jetzt schätzen, welchen Wert wohl alle Karten in Summe ergeben werden, auch ohne alle Karten zu kennen und gibt ein Startgebot ab. Man sollte allerdings versuchen nicht zu überbieten. Jetzt steht der nächste Spieler im Uhrzeigersinn vor der Wahl: Erhöhen oder Anzweifeln?

Wenn das Gebot erhöht wird, dann muss eine höhere Zahl als die letzte genannt werden und die Entscheidung geht auf den nächsten Spieler über.

Sollte man aber anzweifeln, dann werden alle Karten aufgedeckt und die Gesamtsumme gebildet. Wenn man anzweifelt behauptet man, dass der Gesamtwert der Karten niedriger ist als das zuletzt abgegebene Gebot.

Ist der Gesamtwert niedriger, gewinnt man die Herausforderung und der andere Spieler muss eine seiner Augenkarten abgeben. Man selbst darf eine seiner Augenkarten auf die offene Seite drehen.

Ist der Gesamtwert gleich oder höher, gewinnt der andere Spieler die Herausforderung und man muss selbst eine Augenkarte abgeben.

Diese Augenkarten sind nicht nur die „Leben“, sondern haben noch einen anderen sehr nützlichen Effekt. Man darf, bevor man sich entscheidet ob man anzweifeln möchte, eine seiner offenen Augenkarten auf die geschlossene Seite drehen und sich die Karte in der Mitte ansehen um sich einen Vorteil zu verschaffen.

Dann gibt es noch die beiden Sonderkarten. Da gibt es zum einen die Fragezeichenkarte: Diese wird bei der Auswertung einfach mit der obersten Karte des Stapels ersetzt und stellt somit auch eine Unbekannte dar.

Die andere Karte setzt bei der Auswertung die höchste Karte auf den Wert 0. Diese beiden Karten machen das Spiel natürlich noch ein bisschen unberechenbarer.

Das war es dann auch schon. Es wird solange gespielt, bis nur noch ein Spieler übrig ist.

Fazit

Ehrlicherweise muss ich sagen, dass ich nach unserer ersten Partie etwas enttäuscht von Coyote war. Das lag aber auch daran, dass unsere Spielgruppe hier den Nachfolger von Spicy erwartet hatten und Coyote dann doch so völlig anders war.

Aber diese Enttäuschung hielt überhaupt nicht lange an. Wir haben das Spiel inzwischen wirklich oft auf dem Tisch gehabt, da es wirklich lustig und kurzweilig ist. Es ist manchmal wirklich nicht einfach, schon ein vernünftiges Startgebot abzugeben. Will man dabei schon alle in die Irre führen oder gibt man eher ein vorsichtiges Gebot ab? Dieser Twist macht wirklich Spaß. Manchmal ertappt man sich auch dabei, dass man hofft, dass die Runde nicht mehr bei einem ankommt, damit man selber keine Entscheidung treffen muss.  Es ist einfach durchgehend spannend.

Normalerweise bin ich ja auch kein Freund davon, wenn Spieler ausscheiden können. Hier ist es allerdings so, dass eine Runde wirklich schnell durch ist und man nicht lange auf eine neue warten muss.

Auch die Kartenqualität ist übrigens wieder richtig gut. Die Karten sind hochglanz und aus dicker Pappe. Sie machen einen hochwertigen Eindruck und haben bei uns bisher auch keinen Schaden durch zu viel mischen bekommen. Das Artwork ist ebenfalls ansprechend und über den Glitzerfaktor muss man ja wohl nicht viele Worte verlieren.

Ich kann dieses Spiel wirklich nur empfehlen. Es eignet sich für Familien, sowie auch für die Vielspieler. Coyote bietet einen super Einstieg in einen Spieleabend oder ist natürlich auch ein toller Absacker.

Coyote bietet alles was ich von so einem Kartenspiel erwarte: einfache Regeln, Spielspaß, kurze Runden und einen hohen Wiederspielwert.

Fakten

Name: Coyote
Autor: Spartaco Albertarelli
Alter: ab 10 Jahre
Spieler: 3-6 Spieler
Dauer: 20 Minuten
Verlag: Heidelbär Games

Unsere Wertung

Yogi: 5 out of 5 stars (5 / 5)

Von Yogi

männlich, Anfang 40, Brettspiel-Nerd

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