Antike – Städte, Tempel, Persönlichkeiten

Mit „Hamburgum“ hatte ich vor einiger Zeit schon einmal die Gelegenheit ein sogenannten Rondellspiel aus dem Hause eggertspiele zu testen. Obwohl mir „Hamburgum“ seinerzeit nicht so gut gefallen hat, habe ich mir nun ein weiteres Rondellspiel angesehen: „Antike“.

Führe dein Volk!

In „Antike“ geht es darum sein Volk zu führen und durch den Bau von Städten und Tempel, reisen auf den Weltmeeren und wissenschaftlichen Fortschritten zu Ruhm und Ehre zu verhelfen um durch die eigenen Taten antike Persönlichkeiten für sein Volk zu gewinnen. Und auch wenn „Antike“ kein Eroberungsspiel ist, spielt auch das Militär eine wichtige Rolle um die Größe der eigenen Zivilisation auszubauen.

Das Rondell entscheidet über die Aktionen

Nachdem der Spielplan in die Tischmitte gelegt wurde, werden die Völker unter den zwei bis sechs Spielern verlost. Dabei sind die Griechen, die Römer, die Germanen, die Phönizier, die Karthager und die Perser im Lostopf, wobei nicht in jeder Konstellation alle Völker mitmischen.

Nachdem jeder Spieler nun sein Volk hat, gibt es eine Grundausstattung an Ressourcen. Jeder Spieler erhält zu Beginn ein Eisen, zwei Marmor und drei Gold. Auch die Figuren seiner Farbe erhalten die Spieler. Anschließend besetzt jeder Spieler noch die Startstädte seines Volkes, welche auf seiner Völkerkarte angegeben sind. Dann kann es eigentlich auch schon losgehen. Der Startspieler beginnt das Spiel.

Seine erste Aktion ist es, jedem Spieler eine Münze zu geben. Jedes Mal, wenn der Startspieler am Zug ist, erhalten alle Spieler im weiteren Spielverlauf ebenfalls eine Münze. Danach führt der Spieler seine Aktion durch. Im ersten Schritt bewegt der Spieler seinen Spielstein auf dem Rondell. Das Rondell ersetzt den Würfel und bestimmt darüber, welche Aktion ein Spieler durchführen darf. In der ersten Runden dürfen die Spieler ihre Figur dabei noch frei auf dem Rondell platzieren , in den folgenden Runden darf der Spielstein dann ein bis drei Felder bewegen kostenlos bewegen. Will er mehr als drei Felder gehen, kostet in jedes weitere Feld einen beliebigen Rohstoff. Dabei ist dieses Rondellsystem wirklich durchdacht. Zum einen ermöglicht es die eigenen Züge vorausplanen zu können. Dann verhindert dieses System es, dann ein Spieler die selbe Aktion kostenfrei zweimal hintereinander machen kann und unterbindet den Zufall der durch Würfeln entsteht.

Hat nun ein Spieler seinen Stein bewegt wird die auf dem Rondell angegebene Aktion durchgeführt. Auf den Feldern Marmor, Eisen und Gold erhält er die entsprechenden Rohstoffe aus dem Vorrat. Auf dem Feld Tempel darf ein Tempel errichtet werden, der für höhere Produktionserträge sorgt. Das Feld Rüsten erlaubt den Bau von Militäreinheiten. Das Feld Fortschritt ermöglicht die Entdeckung einer wissenschaftlichen Technologie, die der eigenen Zivilisation Vorteile bringt und das Feld Manöver erlaubt es militärische Aktionen, wie die Erschließung noch unentdeckter Gebiete oder die Eroberung von Städten anderer Völker.

Nach der jeweiligen Rondellaktion stehen dem Spieler noch zwei mögliche Aktionen zur Verfügung. Er darf neue Städte gründen und sich eine antike Persönlichkeit nehmen, wenn die Voraussetzungen hierfür erfüllt sind. Und die dritte Aktion ist es, worauf alle Spieler durch die anderen Aktionen hinarbeiten, denn wer eine bestimme Anzahl, diese variiert mit der Spielerzahl, von antiken Persönlichkeit gewonnen hat gewinnt schließlich die Partie.

Simpel, aber komplex

Obwohl der eigentliche Spielablauf und die einzelnen Spielmechanismen von „Antike“ schnell zu erlernen und einfach zu verstehen sind, ergibt sich aus dem simplen Spielprinzip ein komplexes Strategiespiel. Um eine Partie „Antike“ zu gewinnen, ist nämlich ein gutes Stück Vorausplanung essentiell. Genauso ist es wichtig die Spielzüge der Mitspieler genau zu beobachten und zu bewerten. Wann erforscht man am besten eine neu wissenschaftliche Technologie, wann ist der richtige Zeitpunkt für eine militärische Gebietsausweitung, wann braucht man welche Ressourcen? Alles Entscheidungen, die man treffen muss und die zur richtigen Zeit getroffen werden wollen.

Durch das Rondell ergibt sich so ein Spielablauf, der nicht langweilig wird. Da man nicht jede Runde immer und immer wieder die selben Aktionen durchführt ist über die gesamte Spielzeit für Abwechslung gesorgt.

Viele Wege führen zum Erfolg

Schön an „Antike“ ist auch, dass man auf viel artige Weise an die zum Sieg benötigten antiken Persönlichkeiten kommt. So versucht es ein Spieler vielleicht über militärische Expansion, während sich ein anderer Spieler über wissenschaftlichen Fortschritt dem Spielziel nähert. Natürlich ist es auch möglich die einzelnen Strategien zu mischen um so den Sieg davon zutragen.

Wiederholungsrunden

Alles in allem ist „Antike“ ein Spiel, das man gerne immer mal wieder auspackt. Durch das Rondell gibt es eine interessante Alternative zum Würfel, wodurch es nicht nur möglich wird seine Züge besser zu planen, sondern gleichzeitig auch der Zufallsfaktor nahezu im Keim erstickt wird. Durch die verschiedenen Wege zum Erfolg kommen zu können, wird „Antike“ immer wieder aufs neue interessant, da keine Spielrunde wie die letzte abläuft und man auf Grund der unterschiedlichen Situationen auf dem Spielplan selbst dazu gezwungen wird auch mal andere Strategien auszuprobieren. „Antike“ ist ein Tipp für Strategen, aber auch ein Spiel für Spieler, die erst einmal in dieses Spielgenre hinein schnuppern wollen. Der Einstieg fällt leicht und die Regeln sind schnell verstanden. Und obwohl die einzelnen Elemente simpel sind, ergibt sich ein komplexes, spannendes Ganzes.

Factsheet:

Name: Antike
Autor: Mac Gerdts
Verlag: eggertspiele
Jahr: 2005
Genre: Strategiespiel
Spieler: 2 – 9 Spieler
Spieldauer: ca. 90 Minuten
Alter: ab 12 Jahren

Unsere Wertung:

Gnislew
Durchschnitt:

Leserwertung
[Total: 0]

Das könnte dich auch interessieren...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.