Hamburgum – Kirchenspenden

Willkommen im 17. Jahrhundert. Einer Zeit in der der Hamburgs Kirchen noch nicht gebaut waren. Hier setzt das Spiel „Hamburgum“ aus dem Verlag eggertspiele an und lässt die zwei bis fünf Spieler an der Errichtung der Hamburger Kirchen mitarbeiten.

Ein Rondell als Würfel

Ziel von „Hamburgum“ ist es am Ende des Spiels die meisten Prestigepunkte erlangt zu haben. Um an diese zu kommen, sind allerdings einige Aktionen notwendig, denn um Spenden zu können braucht man Rohstoffe und um an Rohstoffe zu kommen muss man Handel betreiben.

Doch welche Aktionen kann ich überhaupt durchführen und wie bestimme ich was ich in meinem Zug mache? Auf dem großen Spielplan zu „Hamburgum“ ist ein Rondell aufgemalt. Dieses Rondell ersetzt den Würfel, denn hier platziert jeder Spieler eine seiner Figuren. Wenn ein Spieler nun am Zug ist, muss er seine Figur um ein bis drei Felder auf diesem Rondell bewegen und bestimmt dadurch welche Aktion er machen möchte. Es ist auch möglich mehr als drei Felder zu ziehen, dann wird aber für jedes weitere Feld ein Prestigepunkt fällig.

Entscheidet der Spieler sich auf die Felder Tuch, Bier oder Zucker zu ziehen, dann erhält er einen entsprechenden Rohstoffstein. Zieht er auf den Kontor, dann kann er entweder eigene Waren verkaufen oder Baustoffe einkaufen. In der Werft darf man Schiffe bauen. Dies ist in sofern wichtig, da die Schiffe bestimmen wie viele Waren man verkaufen kann, wenn man nicht zu Dumpingpreisen verkaufen will, sondern zum besseren Kurs. Im Rathaus ist es dem Spieler möglich Gebäude zu bauen. Dies ist wichtig, da Gebäude dem Spieler einige Vorteile bringen. Zum Beispiel erhöhen sie die eigene Rohstoffproduktion oder man erhält Geld aus der Bank.

Prestige ist alles was zählt

Das letzte Feld des Rondell ist die Kirche. Hier werden die Spenden an die Kirchen gerichtet. Aufsteigend von der ersten bis zur fünften Spende werden immer mehr Abgaben fällig um eine Spende an eine Kirche durchzuführen. Im Prinzip kann man beliebig viele Spenden durchführen allerdings darf man pro Zug immer nur an eine Kirche gleichzeitig spenden. Dadurch wird die Zahl der Spenden automatisch auf fünf reduziert, womit eine Kirche fertig gestellt wäre.

Für jede Spende bekommt man ein Spendenplättchen der jeweiligen Kirche. Jedes Spendenplättchen bringt dem Spieler eine variierende Anzahl an Prestigepunkten ein. Das erste Plättchen einer Kirche bringt dabei immer fünf Punkte, doch die Punkte die die anderen Plättchen einbringen hängt von verschiedenen Faktoren ab. So gibt es ein Spendenplättchen, dass für jedes eigene Spendenplättchen einen Punkt bringt. Der dritte Plättchentyp bring 2 Prestigepunkte für jedes eigene Schiff im Hafen, der dritte Typ vier oder fünf Punkte für einen bestimmten Typ Haus und das letzte Plättchen bring drei oder vier Punkte für jeden Bürger im Stadtteil der Kirche zu dem das Spendenplättchen gehört.

Um an die Prestigepunkte zu gelangen, muss man die Spendenplättchen einsetzen. Dies geschieht, nachdem man für eine Kirche gespendet hat und sich für jede Spende ein Plättchen genommen hat. Welche Spendenplättchen ein Spieler einsetzt, kann er selbst entscheiden. Er kann alle Plättchen verwenden oder auch nur ein oder keins. Im Prinzip darf ein Spieler auch beliebig viele nicht verwendete Plättchen vor sich liegen haben. Allerdings darf er von jedem Typ nur ein unbenutztes Plättchen haben.

Dadurch, dass man selbst entscheiden kann, wann man ein Spendenplättchen einsetzen möchte, kann man natürlich auch die Zahl der Prestigepunkte beeinflussen die man erhält. So kann man erst eine Menge Schiffe in den Hafen bringen und dann auf die Kirche ziehen, Spenden und das entsprechende Spendenplättchen mit den Schiffen einsetzen.

Gute Spielidee, wenig Tempo

Eines muss man „Hamburgum“ lassen. Die Spielmechanik des Spiels ist gut durchdacht. Allerdings kommt bei dem Spiel nie ein richtiger Konkurrenzkampf auf. Selbst in einer Partie zu fünft können alle Spieler nebeneinander her Spielen, ohne dass es wirkliche Möglichkeiten gibt dem Gegner Steine in den Weg zu legen oder ihn einfach ein wenig zu ärgern. Im Prinzip verfolgen die Spieler folgende Strategie. Rohstoffe erlange, Waren verkaufen, Baustoffe kaufen, spenden. Und das macht jeder in fast der gleiche Reihenfolge Zug für Zug, bis halt die letzte Kirche gebaut und das Spiel beendet ist. Dazwischen versucht man über die Spendenplättchen an Prestigepunkte zu kommen um so am Ende möglichst weit vorne zu stehen und im Idealfall sogar zu gewinnen.

Dadurch, dass bei unseren Runden alle Spieler die gleichen Strategien verfolgt haben, wurde das Spiel irgendwie in die Länge gezogen. Eventuell kommt etwas mehr Spannung auf, wenn gänzlich verschiedenen Spielertypen am Tisch versammelt sind und so Abwechslung in das Spielgeschehen kommt.

Top Ausstattung

Konnte mich das Spiel beim Spielspaß nicht Vollendens überzeugen, kann „Hamburgum“ bei der Ausstattung einen Bonuspunkt einfahren. Neben dem großen Spielplan, liegen dem Spiel 90 Bürgerplättchen in fünf verschiedenen Farben, 75 Markierungsscheiben ebenfalls fünf Farben, 28 Schiffe in fünf Farben, fünf verschiedenfarbige Spielsteine, fünf Zählsteine, 45 Warensteine, 49 Baustoffe bestehend aus Holzsteinen und echten Ziegeln, 30 Spendenplättchen, 35 Gebäudeplättchen, 66 Münzen, sechs Kirchen und fünf Kurzspielregeln bei. Hier stimmt definitiv das Preis/Leistungsverhältnis, denn dieses Spielmaterial ist wirklich sein Geld wert.

Für wen?

Stellt sich abschließend die Frage, für wen „Hamburgum“ das richtige Spiel ist. Ich denke, dass dieses Spiel all denjenigen gefallen wird, die gerne mal ein Strategie- und Handelsspiel spielen, welches leicht zu erlernen und nicht übermäßig komplex ist.

Factsheet:

Name: Hamburgum
Autor: Mac Gerdts
Verlag: eggertspiele
Jahr: 2007
Genre: Strategie/Handel
Spieler: 2 – 5 Spieler
Spieldauer: ca. 90 Minuten
Alter: ab 12 Jahren

Unsere Wertung:

Gnislew
Schnaetty
hwe
kat
Durchschnitt:

Leserwertung
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1 Reaktion

  1. 8. März 2009

    […] “Hamburgum” hatte ich vor einiger Zeit schon einmal die Gelegenheit ein sogenannten Rondellspiel aus dem Hause […]

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