No One Lives Forever: Cate Archer Superspionin

Eine Frau als Held im einem Ego-Shooter? Ja, bei „No One Lives Forever“ spielt man die Geheimagentin Cate Archer.

[STORY]

In nahezu allen mir bekannten Egoshooter sind Männer die Hauptpersonen, anderes in „No One Lives Forever“, kurz NOLF. Hier übernimmt der Spieler die Rolle der hübschen UNITY-Agentin Cate Archer und erlebt mit ihr ein spannendes Abenteuer.

Alles fängt damit an, dass irgendjemand britische Agenten morden. Zunächst erwischt es einen Spitzel in Sibirien, dann muss ein Mann in Helsinki dran glauben. Da sich die Reihen der Agenten immer weiter lichten, beschließt der Geheimdienst Cate Archer auf den Fall anzusetzen und der erste Einsatz führt die junge Agentin ins warme Marokko. Hier soll sie einen Anschlag auf den schwerhörigen deutschen Botschafter verhindern und findet in diesem Zusammenhang heraus, dass die Terrororganisation HARM hinter den Anschlägen auf den Botschafter steckt. Als dann auch noch der Mentor von Cate, Bruno, eiskalt erschossen wird fast sie einen Entschluss: Rache für Ihren Mentor und die Zerstörung von HARM.

[CHARAKTERE]

Eine vollständige Auflistung aller im Spiel vorkommenden Charaktere möchte ich an dieser Stelle nicht geben. Zum einen wäre dies ein relativ großer Spoiler und zum anderen eine sehr lange Liste, die den Rahmen dieses Erfahrungsberichts sprengen würde.

~Cate Archer~

Cate ist die Hauptperson von NOLF und der Charakter der vom Spieler gesteuert wird. Vor Ihrer Zeit bei UNITY war sie ein Diebin. Die verdammt hübsche Frau ist immer mit allerlei technischen Gimmicks ausgestattet und meist bis an die Zähne bewaffnet. Ihr Ziel: Die Zerschlagung von HARM, Rache für den Tod Ihres Mentors Bruno und die Weltrettung.

~Bruno Lawrie~

Bruno war ein wahrer Superspion und immer wie ein Ersatzvater für Cate. Er diente der jungen Agentin bis zu seinem Tod als Mentor und hat Ihr viele Tricks beigebracht.

~Inge Wagner~

Die kräftig gebaute deutsche Inge Wagner, betreibt in Bremen einen Nachtclub und tritt hier auch regelmäßig als Sängerin auf. Wie der Name bereits vermuten lässt, ist Inge entfernt mit dem Komponisten Richard Wagner verwandt, weswegen sie, wie bereits erwähnt, Sängerin geworden ist. Leider hat sie kein Gefühl für Musik und jault mehr als das sie singt.

Ihre Verbindungen zu HARM sind bestätigt und es gibt Vermutungen, dass Inge Wagner eine der Drahtzieherinnen in der Untergrundorganisation ist.

~Dmitrij Volkov~

Dmitrij Volkov ist ein knallharter Killer. Von allen nur Volkov genannt, ist er Verantwortlich für den Tod von Bruno. Bei HARM gehört er zu den wichtigen Persönlichkeiten mit großen Einfluss. Für Cate ist Volkov eines ihrer Primärziele.

~Magnus Armstrong~

Der bullige Schotte Magnus Armstrong ist ein wahrer Trunkenbold. Selten sieht man ihn ohne seinen schottischen Whiskey und zu seinen Mitstreitern ist er immer ruppig. Trotzdem ist er im Kampf ein fairer Sportsmann. Nie würde er ein wehrloses Opfer kaltblütig erschießen und einen Faustkampf Mann gegen Mann bzw. Frau zieht Armstrong einer wüsten Schießerei in jedem Fall vor.

[GEGNER]

Anders als zum Beispiel in „Half-Life“ ist die Gegnervielfalt in NOLF recht gering. Obwohl es nur gegen Soldaten, Söldner und Handlanger von HARM in den unterschiedlichsten Variationen kommt, kommt beim spielen keine Langeweile auf. Die gegnerischen Kämpfer handeln für ein Spiel aus dem Jahr 2000 recht intelligent und auch ihre Bewegungen sind überzeugend animiert worden. Häufig suchen sich die Feinde auch Deckung oder machen sich auf die Suche nach dem in Deckung gegangenen Spieler.

An jedem der Einsatzorte sind die Feinde passend gekleidet und sprechen mit passenden Akzent, so dass man zu jederzeit das Gefühl hat gegen Feinde aus dem entsprechendem Land wie zum Beispiel Marokko oder Deutschland zu kämpfen.

[WAFFEN]

NOLF bietet eine große Auswahl an Waffen und halt für jede Situation den richtigen Schießprügel parat. Neben den klassischen Feuerwaffen wie verschiedene Pistolen, Maschinengewehren und Scharfschützengewehren sind die Gimmicks aus der UNITY-Erfinderwerkstatt das wahre Highlight. So erhält Cate Archer aus dieser Werkstatt zum Beispiel eine Haarspange, die gleichzeitig als Dietrich und als Giftspritze funktioniert oder einen Lippenstift, der eine kleine Granate darstellt. Später gibt es dann noch weitere nette Spielsachen, wie zum Beispiel einen elektronischen Hund, der Wachhunde ablenkt oder eine Sonnenbrille mit integriertem Fotoapparat.

[STEUERUNG]

Wie mittlerweile üblich steuert sich NOLF über eine Kombination aus Maus und Tastatur. Über die Standardbelegung WASD bewegt der Spieler Cate durch die verschiedenen Areale und verwendet dabei zusätzlich die Maus um sich umzusehen oder zu drehen.
Zu dieser Grundsteuerung gesellen sich noch viele weitere Tasten die verschiedene Aktionen auslösen. So werden über die Nummerntasten die verschiedenen Waffen direkt ausgewählt, mit der Leertaste vollführt man Sprünge und mit C duckt man sich. Sehr schön ist die Tatsache, dass über die entsprechenden Menüpunkte die gesamte Steuerung auf die eigenen Bedürfe angepasst werden kann, so dass jeder Spieler die für Ihn besten Tasten für die verschiedenen Aktionen verwenden kann. Der Hersteller Monolith hat in diesem Punkt ordentliche Arbeit gemacht.

[GRAFIK]

Die Grafik von NOLF kann zwar heutzutage nicht mehr mit aktuellen Grafikkrachern wie „Doom 3“ oder „Half-Life 2“ mithalten, sieht aber selbst mit fünf Jahren auf dem Buckel immer noch recht gut aus. An vielen Stellen wünscht man sich als Spieler zwar mehr Texturen und detailliertere Grafiken, aber vor allem die Spielfiguren sehen prächtig aus. Diese bewegen sich recht realistisch und in ihren Gesichtszügen kann man häufig ihre momentanen Gedanken ablesen.

[HARDWARE]

Fordere das Shooterhighlight von 1998, „Half-Life“ noch einen 100 MHz starke CPU waren zwei Jahre später bei NOLF schon 300 MHz gefordert um halbwegs ordentlich spielen zu können. Besser man hatte einen 600 MHz-Rechner unter der Haube und selbst diese Anforderung erscheint in der heutigen Zeit bei Prozessorleistungen bei 3 oder mehr GHz lächerlich. Die weiteren Anforderungen waren mindestens 64 MB RAM, 400 MB freier Festplattenplatz, ein 4fach CD-ROM-Laufwerk und eine 8 MB Grafikkarte mit 3D-Beschleunigung, eine DirectX kompatible Soundkarte und für Multiplayermatches im Internet ein 56K-Modem.

[SOUND]

Neben der guten Grafik überzeugt NOLF auch im Bereich der Sounds. Die Sprecher klingen allesamt überzeugend und passen gut zu ihrer jeweiligen Rolle, die Waffen klingen realistisch und auch die sonstigen Sidesounds wie das knarzen von Holzbohlen, quietschende Türen oder klirrendes Glas sind gut in Szene gesetzt worden. Einziges Manko dieses Hörgenusses ist der, dass die gesamte Soundkulisse nur in Stereo erklingt, was aber durch das Alter des Spiels auf jeden Fall zu entschuldigen ist.

[MEINE MEINUNG]

Für mich ist NOLF ein gelungenes Produkt aus dem Shootergenre, welches eine spannende Agentenstory erzählt. Mit vielen spannenden Wendungen in der Geschichte und interessanten Storyzweigen fesselte NOLF mich vor den Bildschirm und es war schwer mitten in einer Mission das Spiel zu beenden, da ich immer wissen wollte wie sich die Geschichte rund um Cate Archer entwickelt. Auch die einzelnen Einsatzorte konnten mich überzeugen. Ob nun Marokko, Berlin oder eine Raumstation immer wurde die Umgebung ordentlich umgesetzt und es gab was fürs Auge. Gepaart mit der gelungenen 60er-Jahre-Optik ein wahrer Genuss.
Auch die technische Seite überzeugte mich. Die Grafik ist auch 2005 noch akzeptabel und wahr 200 ein wirklicher Hochgenuss fürs Auge und die Soundkulisse ist gelungen in Szene gesetzt worden.

Ein wenig Kritik muss ich auch aussprechen. Manche der Zwischensequenzen sind ein wenig zu lang ausgefallen, was NOLF leider für meinen Geschmack ein wenig zu dialoglastig macht. Natürlich macht es Spaß diesen Dialogen zu folgen, den schließlich wird die spannende Geschichte weitererzählt, allerdings hätte man dies besser ins Spielgeschehen einbeziehen können als vor jeder Mission ein Meeting zwischen Cate und ihren Chefs zu zeigen, in denen die letzte Mission analysiert wird und das weitere vorgehen gegen HARM besprochen wird. Ein zweiter kleiner Punkt der mich beim durchspielen dieses Shooters gestört hat, sind die andauernden Durchläufe des Trainingsparcours. Sobald Cate ein neues Gimmick zur Verfügung steht, ist man gezwungen einen Trainingsparcours zu durchlaufen, in dem einen die Anwendung des neuen Spielzeugs erklärt wird. An sich keine schlechte Sache, in meinen Augen hätte man dies aber lieber auf freiwilliger Basis umsetzen sollen.

[FAZIT]

NOLF ist einer der Shooter die es definitiv wert sind gespielt zu werden. Weit abseits vom stupiden „Search & Destroy“ erlebt man hier eine spannende Story mit einer sympathischen Hauptdarstellerin. Wer James Bond oder Austin Powers mag wir mit NOLF viel Freude haben.

[FACTS]

Titel: No One Lives Forever
System: PC
Hersteller: Monolith
USK Freigabe: ab 16 Jahren
Erscheinungsjahr: 2000
Erwerbsmöglichkeiten: gebraucht bei eBay und Amazon

Unsere Wertung:

Gnislew
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Leserwertung
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1 Reaktion

  1. 6. Februar 2007

    […] Anders als zum Beispiel in “Half-Life” oder den von mir zuletzt gespielten Shooter “No One Lives Forever” gibt es in “Painkiller” keine wirklichen Charaktere die dem Hauptdarsteller Daniel helfen, sondern hauptsächlich Gegner. […]

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