Sich in spielen Dinge merken und suchen zu müssen ist ein weit verbreitetes Spielprinzip. Das klassische Memory ist hier das beste Beispiel für, bei dem aus einer großen Auslage verdeckter Plättchen Paare gesucht werden müssen. Mit Wunderkessel ergänzt und variiert HABA nun das bekannte und beliebte Spielprinzip und erschafft ein Kinderspiel für Kinder ab fünf Jahren, bei der die Schachtel zum Spielbrett wird.

In und an der Schachtel spielen

Durch die Integration der Schachtel in das eigentliche Spiel beläuft sich der Erstaufbau von Wunderkessel auf mehr als die normale Spielvorbereitung und dem initialen Auspöppeln diverser Marker. Zusätzlich muss die Schachtel für das Spiel vorbereitet werden, denn diese stellt ja den namensgebenden Kessel dar.

Doch blicken wir mal auf den normalen Spielaufbau. Jeder der zwei bis vier Spielenden sucht sich einen Zauberlehrling und den passenden Spielermarker aus. Die 36 Zaubertrankplättchen werden nach ihren Farben sortiert und dann in den Ecken des Spielplans, sprich im Kessel platziert. Nun bekommt jede mitspielende Person noch drei Zaubermünzen die verdeckt vor den mitspielenden Personen abgelegt werden und die 20 Zutatenplättchen werden gemischt und als 4 x 5 Raster neben der Schachtel bereit gelegt.

Der Startspieler oder die Startspielerin hängt nun ihren Zauberlehrling an die Startspielermarkierung am Rand der Schachtel und die anderen mitspielenden Personen hängen ihre Figuren im Uhrzeigersinn an das nächste freie Feld vor der zuletzte platzierten Figur. Und schon kann es losgehen.

Mit Zaubersprüchen Zutaten suchen

Wer an der Reihe muss eine Zutat herbeizaubern. Dabei wird zunächst einen Blick in den Kessel geworfen und geschaut welches Zutat in dem Feld neben dem eigenen Zauberlehrling angezeigt ist. Diese gilt es nun im ausliegenden 4 x 5 Raster zu finden indem zunächst der Zauberspruch “Hex, hex her-bei, Zau-ber-zu-tat! Sei da-bei!” gerufen wird und dann ein ausliegenden Plättchen umgedreht wird.

Stimmen Farbe und Symbol des aufgedeckten Plättchen mit dem gesuchten Plättchen überein, darf als Belohnung der eigene Zauberlehrling drei Schritte vorwärts bewegt werden, wobei bereits belegte Felder nicht mitzählen. Zudem darf eigene eigene Zaubermünze auf die Vorderseite gedreht werden.

Stimmt zwar das Symbol, aber die Farbe nicht, darf man seine Figure immerhin noch zwei Felder weiter bewegen. Ein Feld weiter geht es bei der richtigen Farbe, aber dem falschen Symbol. Und was passiert, wenn weder Farbe noch Symbol stimmen? Dann wird das aufgedeckte Plättchen zurück gelegt und derjenige oder diejenige die an der Reihe ist darf sich eines der ausliegenden Plättchen verdeckt anschauen.

Die gerade beschriebene Suchaktion kann im laufe des Spiels eine von zwei Sonderaktionen auslösen. Zum einen kann es passieren, dass man mit seinem Zauberlehrling am Zauberlöffel vorbei läuft. Passiert dies, bekommt man sofort ein Zaubertrankplättchen in der der Farbe des Trankes die der Löffel zeigt. Zudem wird der Kessel ordentlich umgerührt. Dafür dreht man an der Figur in der Mitte, bis ein neuer Trank auf dem Löffel zu sehen ist.

Die zweite Aktion die ausgelöst werden kann ist das brauen einen Wunschtrankes. Wem es gelingt seine drei Zaubermünzen auf die Seite mit der Münze zu drehen darf sich sofort einen Trank in Wunschfarbe nehmen. Anschließend werden die Münzen wieder auf die verdeckte Seite gedreht.

Drei Tränke zum Sieg

Um Wunderkessel zu gewinnen ist es nötig drei Tränke zu brauen. Entweder sind dies am Ende drei Tränke der gleichen Farbe und drei Tränke in drei unterschiedlichen Farben. In jedem Fall gewinnt der Spieler oder die Spielerin die Partie, dem dies als erstes gelingt.

Schöne Merkspiel mit ein wenig Chaos

Kinder lieben es, wenn am Spieltisch etwas passiert und manchmal auch ein wenig Chaos herrscht. Und genau dies nutzt Wunderkessel geschickt aus. Gerade noch hat man überlegt wo der blaue Pilz zu finden ist und plötzlich müssen rote Fischgräten gesucht werden. Gerade noch hätte man mit der nächsten gesuchten Zutat den Löffel überquert und den zum Sieg benötigten roten Trank gebraut und plötzlich ist der Trank den es gibt lila.

Doch trotz des Chaos bleibt das Spiel immer überschaubar, denn so schnell sich die Situation im Kessel ändert, so unverändert bleibt sie im außerhalb liegenden 4 x 5 Raster. Wer hier geschickt sucht und ein gutes Gedächtnis hat, weiß also auch nach einer Änderung der gesuchten Zutat, wo die neue Zutat im Raster zu finden ist und kommt so auch bei der Hauptaufgabe, dem brauen von Tränken weiter.

Besser in reinen Kindergruppen spielen

Das Spielprinzip funktioniert und macht auch optisch was her. Zudem gibt es mit dem immer anders gelegten Raster und der Veränderung im Kessel  nicht die Gefahr, dass man die Suche einfach so runter spielt, sondern, dass man bei jeder Partie sich sein Wissen neu erarbeiten muss. Dennoch empfehle ich das Spiel primär in reinen Kindergruppen zum Einsatz kommen zu lassen. Selbst mit der der in der Anleitung empfohlenen Variante, dass Eltern fünf statt drei Tränke zum Sieg brauchen sind die Eltern leicht im Vorteil. Dies liegt einfach daran, dass Eltern gefühlt schneller erkennen welche Siegtaktik die Beste ist und sie sich gefühlt schneller darauf einstellen, dass nun vielleicht eine andere Zutat gesucht ist.

Besteht die Familie allerdings aus mehr als einen Kind ab fünf Jahren oder haben die eigenen Kinder gerne mal Besuch der ebenfalls gerne Brettspiele spielt ist Wunderkessel eine schöne Variante des klassischen Memory. Das Material hat großen Aufforderungscharakter und auch wenn wohl die wenigsten Spieler und Spielerinnen wirklich durchgehend den Zauberspruch vor der Plättchensuche sagen werden, ist es doch ein nettes Gimmick um ein immersives Spielgefühl zu erschaffen.

Wunderkessel, ist eine gute Alternative wenn das klassische Memory zu langweilig ist.

Fakten

  • Name: Wunderkessel
  • Autor: Anna Oppolzer, Stefan Kloß
  • Grafik: Julia Bierkandt
  • Verlag: HABA
  • Jahr: 2019
  • Art: Brettspiel
  • Spieler: 2 – 4 Spieler
  • Spieldauer: ca. 20 Minuten
  • Alter: ab 5 Jahren

Unsere Wertung

Gnislew: 3 out of 5 stars (3 / 5)

Von Gnislew

Herausgeber von Blogspiele - Die ganze Welt der Spiele. Spiele so ziemlich alles was ich in die Finger bekommen egal ob analog oder digital.

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