2019 wurde Tal der Wikinger von HABA als Kinderspiel des Jahres ausgezeichnet. Doch ist Tal der Wikinger ein Spiel, was diesen Titel verdient? Finden wir es heraus!

Gold für den Sieg

Wie man bereits aus der Überschrift dieser Rezension erahnen kann, gilt es bei Tal der Wikinger möglichst geschickt Fässer umzukegeln und darum am Ende mit dem meisten Goldmünzen dazu stehen. Nun kann ein Kinderspiel kaum mit mannshohen Fässern daher kommen und so wurde das Konzept auf ein Brettspiel runtergebrochen.

Nachdem vor dem ersten Spiel die vier Pappschiffe zusammengebaut wurden, muss natürlich sowohl bei der Erst- als auch bei den Folgepartien ein wenig Spielaufbau betrieben werden. Hierzu wird zunächst das Spielbrett zusammengepuzzelt und in die Tischmitte gelegt. Danach wählt jeder der zwei bis vier Spieler*innen eines der Wikingerschiffe und die dazugehörigen Wikingerchips.

Nun werden alle Wikingerchips, auch die von den nicht gewählten Schiffen, auf das erste Feld vor dem auf dem Spielplan abgedruckten Steg gelegt. Anschließen legt jede(r) Spieler*in eine Goldmünze in das gewählte Schiff. Die restlichen Münzen, der Kugelschubser und die Kugel selber wird neben dem Spielplan bereitgelegt.

Nun müssen die acht Gewinnflaggen gemischt und verteilt werden. Über jedes Feld auf dem Steg wird nach dem mischen zufällig eine der Flaggen abgelegt. Zuletzt müssen die vier Fässer in den Farben grün, gelb, blau und rot auf die vorgesehen Felder in der Spielplanmmitte gestellt werden und dann geht es los.

Nun werden aber wirklich endlich Fässer geschubst!

Der Spielablauf ist für ein Spiel ab sechs Jahren dabei erstaunlich simpel. Tal der Wikinger wird reihum gespielt. Wer an der Reihe ist nimmt sich die Kugel und den Kugelschubser und platziert die Kugel in das Loch der Startrampe, die dem eigenen Sitzplatz am nächsten ist. Nun wird die Kugel mit Hilfe des Kugelschubers in Richtung der Fässer geschubst und zwar so oft, bis es gelingt mindestens eines der Fässer zum Fallen zu bringen. Sobald mindestens einer der Fässer gefallen ist, folgt die Bewegungsphase. Hier wird jeder Wikingerchip bewegt dessen farblich passenden Fass gefallen ist, wobei der/die Spiele*in die am Zug ist entscheiden kann in welcher Reihenfolge die Bewegung erfolgt. Eine Bewegung umfasst dabei immer genau einen Schritt vorwärts auf dem Steg, wobei besetzte Felder übersprungen werden.

Sollte es bei dieser Bewegung passieren, dass ein Wikingerchip vom Steg fällt endet die Bewegungsphase sofort und es kommt zur Münzverteilung. Entsprechend der Gewinnflagge über der Position der nicht in Wasser gefallen Marker bekommen diese Spieler*innen Münzen. Dies können Münzen aus dem Vorrat sein oder auch aus den Schiffen der anderen Teilnehmer*innen.

Anschließen darf der/die Spieler*in die umgefallenen Fässer auf ein beliebiges freies Feld stellen und den ins Wasser gefallenen Wikingerchip wieder auf das erste Feld vor dem Steg legen.

Sobald keinen Münzen mehr im Vorrat sind, endet das Spiel. Dann werden noch einmal nach den Münzverteilregeln Münzen verteilt. Wer nun die meisten Münzen hat gewinnt das Spiel. Bei weniger als vier Spielern/Spielerinnen kommt dann auch eine semi-kooperative Komponente zu tragen. Bei der Münzverteilung bekommen nämlich auch alle Schiffe Münzen, die nicht von Menschen gespielt werden und hat am Ende eines dieser Schiffe die höchste Zahl an Goldmünzen gesammelt, haben alle Spieler*innen verloren.

Einfache Regeln, großer Spaß

Tal der Wikinger ist ein perfektes Beispiel dafür, dass ein hervorragendes Spiel keine komplexen Regeln braucht. Auch ohne die taktischen Möglichkeiten der richtigen Platzierung der Fässer zu erfassen haben Kinder einfach riesigen Spaß daran die Kugel zu schubsen und Fässer umfallen zu lassen und natürlich auch dabei zuzusehen, wie die Mitspieler*innen ins Wasser fallen. HABA stellt mit diesem Spiel mal wieder unter Beweis, dass sie es verstehen Kinderspiele auf den Markt zu bringen, die mit tollen Material überzeugen und Spielideen zu verwirklichen, die über einfache Rennspiele hinausgehen.

Leider muss ich an dieser Stelle zugeben, dass ich die eingang gestellt Frage, ob Tal der Wikinger zurecht Kinderspiel des Jahres 2019 geworden ist nur eingeschränkt beantworten kann. Es ist leider so, dass ich die anderen beiden nominierten Spiele, Fabulantica und Go Gecko Go! bisher nicht gespielt habe und so nicht sagen kann ob diese besser oder schlechter als Tal der Wikinger sind. Eines steht jedoch fest, Tal der Wikinger macht auf ganze Linie Spaß und schafft es nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene zu begeistern. Selbst wenn man nicht mitspielt kann man Freude an dem Spiel haben, da es einfach ein Heidenspaß ist dabei zuzusehen, wie die Fässer umfallen.

Wer auf der Suche nach einem Kinderspiel ist, bei dem auch mal ein wenig Schadenfreude erlaubt ist und wo wirklich jede(r) am Tisch bei jedem Zug mitfiebert sollte einen Blick auf Tal der Wikinger riskieren. Hier kommt Spielfreude auf!

Fakten

  • Name: Tal der Wikinger
  • Autor: Wilfried Fort, Marie Fort
  • Grafik: Maximilian Meinzold
  • Verlag: HABA
  • Jahr: 2019
  • Art: Brettspiel
  • Spieler: 2 – 4 Spieler
  • Spieldauer: ca. 15 Minuten
  • Alter: ab 6 Jahren

Unsere Wertung

Gnislew: 4 out of 5 stars (4 / 5)

Von Gnislew

Herausgeber von Blogspiele - Die ganze Welt der Spiele. Spiele so ziemlich alles was ich in die Finger bekommen egal ob analog oder digital.

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