In der heutigen Rezension geht es an die Gartenarbeit. Und zwar in den Nutzgarten, zwischen Gemüsekisten, Kompost und einer etwas ungewöhnlichen Ernte Art. Bevor wir dazu kommen hier aber zunächst einmal die gewohnte Zahlen-Daten-Fakten Folge:

  • Name: Artischocken – Ein „herzloses“ Kartenspiel!
  • Autorin: Emma Larkins
  • Artwork: Bonnie Pang
  • Spieler: 2 – 4
  • Spielzeit: ca. 20 Minuten
  • Alter: ab 10 Jahren
  • Kategorie: Kennerspiel
  • Verlag: AMIGO Spiele
  • Preis: ca. 10 EUR

Die Optik und das Material

Die Karten kommen in der typischen, haltbaren und wertigen AMIGO Spiele Qualität daher. Auffällig ist ein relativ großer Textbereich auf jeder Karte. Zudem hat jeder eine kleines, dünnes Spielertableau und eine gute Übersichtskarte zur Verfügung. Das Artwork ist ansprechend und weiß durchaus mit einem kleinen Schmunzeln zu gefallen.

Die Regelerklärung und die Funktionen

Zunächst einmal haben wir es hier mit einem Karten-Ablagespiel mit einer gewissen Deckbuilding Mechanik zu tun.

Alle Spieler erhalten anfangs ein Deck welches ausschließlich aus 10 Artischocken-Karten besteht. Dieses bildet unseren Vorrat (also den Deck-Nachziehstapel). Zudem gibt es den Gartenstapel (einen allgenmeinen Nachziehstapel) aus welchem die Gemüsekisten (die Auslage) befüllt werden. In den Gemüsekisten liegen immer fünf Karten aus (die Auslage besteht also aus genau 5 Karten).

Ab nun verläuft das Spiel rundenbasiert nach folgendem Ablauf:

  1. Gemüsekisten auffüllen.
  2. Gemüsekarte aus den Gemüsekisten nehmen.
  3. Gemüsekarten in beliebiger Anzahl von der Hand nacheinander ausspielen.
  4. Übrige Handkarten ablegen.
  5. Gemüsekarten aus dem eigenen Vorrat nachziehen.

Ziel ist es als Erster alle seine Artischocken aus dem Deck entfernt zu haben indem man Sie über den Kompost aus dem Spiel entfernt hat. Hat hier die Autorin vielleicht eine gewisse Abneigung gegen dieses Gemüse?

So leicht, so simpel.

Was den gewissen Kniff hineinbringt ist zum einen, dass die verschiedenen Gemüse alle einen Effekt mit sich bringen und dass man sein Deck durch diese Gemüse natürlich in gewisser Weise verändert.

Dabei ist man darauf angewiesen eine Balance zwischen gut funktionierendem Deck aber auch so weit ausgedünntem Deck zu erreichen, dass die gewählten Gemüsekarten ihre Wirkung auch entfalten können.

Dabei gibt es recht offensichtliche Nutzen der Gemüse, wie z.B. bei der Karotte, welche zusammen mit zwei Artischocken aus der Hand direkt auf den Kompost gelegt wird (also komplett aus dem Spiel entfernt wird), aber auch etwas kniffligere Karten wie die Paprika, welche mich eine Karte meiner Ablage oben auf meinen Vorrat legen lässt. Man muss also schon im Auge haben welche Gemüse für mein bisherig aufgebautes Deck tatsächlich geeignet sind.

Das ist im Kern der Sache tatsächlich so simpel wie es klingt, entbehrt aber auch nicht einer gewissen Lernkurve.

Für wen ist das Spiel etwas?

Diese Frage hat mich in den letzten Wochen tatsächlich lange beschäftigt wodurch ich mit der hier vorliegenden Rezension ziemlich lange schwanger gegangen bin.

Im Grunde seines Herzens ist das Spiel recht simpel. Das Deckbuilding macht es jedoch etwas kompliziert für unerfahrenen Spielerinnen und Spieler.

Die von AMIGO Spiele vorgenommene Einschätzung hilft uns leider auch nicht so recht weiter, denn Sie zeigt auf einer Skala von 1 – 5 Punkten (Wobei 1 für Familie und 5 für Experte steht) eine 4 von 5. Also schon mit starker Tendenz zum Expertenspiel. Das sehe ich hier tatsächlich nicht. Ich sehe aber auch nicht die entsprechende Tiefe in dem Spiel, welche es für einen gehobenen Kennerspieler auf Dauer interessant macht. So fällt es mir recht schwer eine uneingeschränkte Empfehlung für eine Kategorisierung zu geben.

Gerade die großen Textblöcke auf den Karten machen das Spiel anfangs sehr langsam und langatmig, da alle damit beschäftigt sind die Karten mehrfach zu lesen und deren Funktion zu verinnerlichen. Das gibt sich freilich mit einigen gespielten Partien aber es lässt es für Familien schnell zu einer anfänglichen Hürde aufkommen. Ich nehme an das war auch die Intention der Einschätzung seitens AMIGO Spiele.

Auf der anderen Seite bietet es meines Erachtens nicht die Tiefe, dass erfahrene Spieler lange von dem Spiel gefesselt bleiben, so bleibt im Kern die Frage nach der eigentlichen Zielgruppe.

Diese dürfte im gehobenen Familien- bis gemäßigtem Kennerbereich gefunden sein. Hier liegt die vornehmliche Zielgruppe die sich von diesem Spiel durchaus angenehm unterhalten fühlen darf. Ein gewisser Anspruch der aber auch nicht zu überfordernd wirkt.

Mein persönliches Fazit

Am Ende des Tages hat mich das Spiel nicht vollends überzeugen können. Die Langatmigkeit zu Beginn, um die Karten zu verinnerlichen, war mir persönlich zu viel für den Spielspaß den das Spiel am Ende für mich bietet. Nun ist es aber auch so, dass das integrierte Deckbuilding keine hohen Ansprüche bedienen möchte und dass das Spiel auch kein kurzes Spiel für die Frühstückspause sein will.

Die Spiele mit meiner Familie haben gezeigt, dass Familienspieler, welche nicht ganz neu in der Materie sind, durchaus angenehmen Gefallen an der Sache finden.

Daher gehört das Spiel nicht zu meinen persönlichen Topfavoriten, ist aber auch kein endgültiger Flop. Es ist das, was es wohl auch sein will ein nettes Spiel für die richtige Zielgruppe.

Unsere Wertung:

Dan: 2.5 out of 5 stars (2,5 / 5)

Von Dan

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