Viele Spieler denken bei Würfelspielen sicher zunächst an „Kniffel“ oder Brettspiele die auf reines Würfelglück setzten wie zum Beispiel der Klassiker „Mensch ärgere dich nicht“. Spieler die etwas tiefer in der Materie stecken denken bei dem Begriff Würfelspiel sicher auch direkt an Spiele wie „King of Tokyo“ oder „Heckmeck am Bratwurmeck“. Mit „Ciúb“ hat AMIGO auch ein Würfelspiel im Programm und zwar eines, was man sich durchaus mal anschauen sollte.

Mit den richtigen Würfeln Aufgaben erfüllen

Ziel von „Ciúb“ ist es durch geschickte Kombination der Würfel Aufgabenkarten zu erfüllen, die in „Ciúb“ Zauberkarten heißen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen natürlich erst einmal einige Vorbereitungen getroffen werden, sprich der Spielaufbau erfolgen.

Hier bekommt jeder der zwei bis vier Spieler zunächst erst mal ein Spielertableau in der von ihm gewählten Farbe und einen entsprechenden runden Farbmarker. Dazu bekommt jeder Spieler noch fünf weiße Würfel.

Die 42 farbigen Würfel werden in der Tischmitte bereit gelegt, genauso wie die Übersichtkarten die die einzelnen Seiten der Würfel zeigen und so eine Spielhilfe darstellen um immer zu wissen, was womit gewürfelt werden kann.

Nun müssen noch die Aufgabenkarten bereit gelegt werden und zwar in zwei Reihen, einer oberen Reihe und einer unteren Reihe. Spielt man mit weniger als vier Spielern oder möchte ein kürzeres Spiel spielen, werden entsprechend der Anleitung einige Aufgabenkarten entfernt.

Nun kann das Spiel starten und die Spieler sind reihum an der Reihe. Ist ein Spieler am Zug, führt er bestimme Aktionen (dazu gleich mehr) in einer bestimmten Reihenfolge aus. Danach ist der nächste Spieler an der Reihe. Sobald die letzte Aufgabenkarte aufgedeckt wurde ist das Spielende eingeläutet. Nun wird noch solange gespielt, bis die nächste Aufgabenkarte erledigt wurde. Der Spieler der nach dem Aufdecken der letzten Aufgabe als nächstes eine Aufgabe erfüllt, bekommt dann neben der Aufgabenkarte eine Bonuskarte die fünf Extrapunkte bringt. Anschließend sind alle Spieler noch einmal an der Reihe bevor die Partie endet und der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt.

Ein Zug im Überblick

Doch wie läuft der Zug eines Spielers überhaupt ab? Im groben in vier Phasen. In der ersten Phase, darf ein Spieler seinen Farbmarker auf eine der Karten der oberen Reihe legen. Dabei darf auf der Karte noch kein Marker einer anderen Farbe liegen. Mit diesem Marker erlangt der Spieler das Recht exklusiv auf diese Karte zu würfeln. Der Marker darf in dieser Phase natürlich auch von einer Karte auf eine andere gelegt werden, allerdings immer nur auf Karten der oberen Reihe.

Möchte ein Spieler seinen Marker nicht ein- oder umsetzen, darf er auch eine Karte der oberen Reihe aus dem Spiel entfernen und an deren Stelle eine Karte vom Nachziehstapel ins Spiel bringen. Hierbei dürfen allerdings nur Karten entfernt werden auf denen kein Marker liegt.

In Phase zwei wird dann gewürfelt. In der ersten Runde würfeln alle Spieler natürlich erst einmal nur mit fünf weißen Würfeln, doch schon sehr bald ändert sich sowohl die Gesamtzahl der Würfel die einem Spieler zur Verfügung stehen, als auch die farbliche Zusammensetzung. Prinzipiell darf man in dieser Phase sooft würfeln wie man möchte, allerdings muss nach jeden Wurf mindestens ein Würfel in die Würfelschale auf dem Spielertableau gelegt werden.

Wichtig in dieser Phase ist es zu verstehen, dass es nicht immer Sinn macht krampfhaft auf eine Aufgabenkarte zu spielen. Die Phase muss oft dafür genutzt werden um an neue und andere Würfel zu kommen und um dies zu erreichen zeigen bestimmte farbige Würfel Symbole mit Sondereigenschaften.

Diese sehen wie folgt aus:

  • Würfel austauschen (Würfel: weiß und blau): Mit diesem Symbol wird der Würfel der dieses Symbol zeigt gegen einen beliebigen anderen Würfel aus dem Vorrat getauscht. Der neue Würfel zählt anschließend als inaktiver Würfel, wird also bei einem erneuten Würfelwurf mitgewürfelt.
  • Neu würfeln (Würfel: grün und blau): Dieses Symbol erlaubt es dem Spieler einen beliebigen Würfel, der noch nicht in der Würfelschale liegt neu zu würfeln. Aber Achtung: der Würfel mit dem „Neu würfeln“-Symbol wandert anschließend in die Würfelschale.
  • Beliebig drehen (Würfel: lila und blau): Mit diesem Symbol darf ein Würfel auf eine beliebige Seite gedreht werden. Auch der Würfel der dieses Symbol zeigt kommt als möglicher Würfel für diese Aktion in Frage, dieser darf dann allerdings nur auf eine Zahl gedreht werden. Ebenfalls wichtig: wurde die Aktion ausgeführt, wandert der Würfel in die Würfelschale.
  • Totenkopf (Würfel: lila, grün und blau): Wie zu erwarten bedeutet ein Totenkopf nichts Gutes. Zeigt ein Würfel den Totenkopf, muss dieser umgehend in die Würfelschale gelegt werden.
  • 2 gegen 1 (Würfel: grün oder lila): Legt man einen Würfel mit dem „2 gegen 1“-Symbol in die Würfelschale, darf man am Ende des Spielzuges diesen Würfel gegen zwei andere Würfel tauschen.

Hat man nun so oft gewürfelt, dass alle Würfel in der Würfelschale liegen, überprüft man in der dritten Phase ob man eine Aufgabenkarte erfüllen kann. Ist dies der Fall, nimmt man sich die entsprechende Aufgabenkarte, muss allerdings auch so viele Würfel abgeben, bis man nur noch fünf Würfel vor sich liegen hat.

Konnte man keine Aufgabe erfüllen ist dies auch nicht schlimm. Nicht nur behält man alle Würfel die man bisher im Besitz hat, man erhält auch noch einen beliebigfarbigen Würfel aus dem Vorrat.

In der letzten Phase eines Spielzuges werden nun die „2 gegen 1“-Würfel eingesetzt. Außerdem darf man in dieser Phase beliebig viele farbige Würfel gegen weiße Würfel tauschen. Doch aufgepasst, am Ende eines Zuges darf ein Spieler nur maximal fünf weiße Würfel und maximal vier Würfel jeder Farbe besitzen.

Reihum geht es weiter

Was ausgeschrieben reichlich kompliziert klingt, hat man nach wenigen Würfelrunden komplett verstanden. Und so wird dann auch einfach reihum gewürfelt, getauscht und an der Erfüllung der Aufgaben gearbeitet, bis das oben genannte Spielende einsetzt. Zum Schluss zählt dann einfach jeder Spieler die Siegpunkte der von ihm erfüllten Aufgabenkarten zusammen und wer dann die meisten Punkte erreicht ist, ist wie erwähnt, der Sieger der Partie „Ciúb“.

Modernes Würfelspiel

Aus meiner Sicht hat AMIGO mit „Ciúb“ ein gelungenes Würfelspiel abgeliefert. Natürlich bringt ein Würfelspiel immer einen gewissen Glücksfaktor mit sich, doch „Ciúb“ gelingt es diesen Glücksfaktor dadurch auszugleichen, dass man den Würfeln unterschiedliche Sonderfunktionen zukommen lässt und es so möglich wird auch Taktiken zu fahren, die sich abseits des reinen auf Zahlen würfeln bewegen.

Öffnet man die Spielepackung zum ersten Mal, dann wird man zwar zunächst einmal vom Anblick der vielen bunten Würfeln erschlagen, doch nach einem Blick in die Anleitung wird sehr schnell klar, dass man es hier mit einem interessanten Spiel zu tun hat und bereits nach wenigen Würfelrunden fällt es schwer sich der Faszination von „Ciúb“ zu entziehen. Schon bald grübelt man darüber nach ob es nun sinnvoll ist die gewürfelten Zahlen rauszulegen um Aufgaben zu erfüllen oder ob es vielleicht doch sinnvoller ist Würfeltricks dazu einzusetzen um an mehr Würfel zu kommen. Und genauso stellt man bald fest, wie mächtig der eigene Farbmarker eigentlich ist, mit dem man sich eine Aufgabenkarte reservieren kann und anschließen darauf hinarbeiten kann die richtigen Würfel zusammenzubekommen um diese markierte Aufgabe zu erfüllen.

„Ciúb“ ist ein Spiel, auf das man sich im ersten Moment einlassen muss. Ein Spiel, dass einem schnell zeigt, dass Würfelspiele mehr sind als ein reines Glückspiel und ein Spiel, dass vor allem eines macht: Spaß! Wer auf der Suche nach einem interessanten, abwechslungsreichen Würfelspiel ist, bei dem man den Glückfaktor durch geschickten Einsatz der Sonderfähigkeiten im überschaubaren Rahmen halten kann, kommt an „Ciúb“ nicht vorbei. Bei mir zu Hause kommt das Spiel jedenfalls regelmäßig auf den Tisch und ich bin mir ziemlich sicher, dass dies nicht nur bei mir so ist und das Spiel schon viele Freunde gefunden hat und hoffentlich noch finden wird.

Fakten:

Titel: Ciúb
Autor: Thomas Lehmann
Grafik: Dennis Lohausen
Verlag: AMIGO Spiel + Freizeit GmbH
Erscheinungsjahr: 2014
Kategorie: Würfelspiel
Spieler: 2 – 4 Spieler
Spieldauer: ca. 45 Minuten
empfohlenes Alter: ab 10 Jahren

Unsere Wertung:

Gnislew: 3.5 out of 5 stars (3,5 / 5)

Die Bildrechte für das Beitragsbild liegen bei AMIGO.

Von Gnislew

Herausgeber von Blogspiele - Die ganze Welt der Spiele. Spiele so ziemlich alles was ich in die Finger bekommen egal ob analog oder digital.

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