7 Steps – Die Sieben steht im Mittelpunkt

Oft sind es Spiele mit simplen Regeln die einen lange Fesseln und immer wieder für spannende Duelle am Spieltisch sorgen. „Qwirkle“ ist zum Beispiel so ein Spiel oder das eher unbekannte „Avalam“. Zur SPIEL 14 hat Kosmos nun ein Spiel auf den Markt gebracht, das in eine ähnliche Kerbe schlägt und zwar „7 Steps“.

Schon bevor man losspielt, muss man mit der Zunge schnalzen. Das Konzept der Zahl sieben besondere Aufmerksamkeit zu schenken, wurde fast perfekt umgesetzt und so bekommt man alleine von Design Lust auf eine Runde „7 Steps“. Der Spielplan besteht aus sieben Teilen, jeder Spieler bekommt sieben Spielsteine, die Spielsteine bestehen aus sieben unterschiedlichen Farben und wer maximal sieben Punkte in seinem Zug erreicht bekommt als Entschädigung ein Plättchen, was ihm später ermöglicht eventuell mehr Punkte zu erzielen.

Doch fangen wir mal ganz von vorne an. Öffnet man den Karton zu „7 Steps“ fällt einem sofort die gute Verarbeitung des Materials auf. Die Pappe aus denen die Sichtschirme sind haben eine gute Dicke, genauso wie die eigentlichen Spielplanteile und die Hilfskärtchen. Die Spielsteine selber sind aus Holz und gut verarbeitet und haben eine gute Haptik, so dass sie gut handhaben lassen. Auch der Stoffbeutel für die Spielsteine ist von guter Qualität.

Doch was bringt es, wenn ein Spiel ein tolles Design und gutes Material hat, sich aber unter Umständen nicht gut spielt. Auch hier besteht kein Grund zur Sorge, denn „7 Steps“ spielt sich hervorragend. Hat man den Spielplan ausgelegt, hier besteht die Möglichkeit aus zwei Seiten zu wählen, und die Sichtschirme verteilt, kann es auch schon losgehen.

Jeder der bis zu vier Mitspieler zieht zunächst sieben Spielsteine aus dem Beutel und legt diese hinter seinen Sichtschirm. Nun gilt es seine Steine reihum so auf dem Spielplan zu platzieren, dass man möglichst viele Punkte erzielt und am Ende des Spiels die Spiels die meisten Punkte hat. Die Legeregeln sind dabei recht simpel.

  • ein Stein muss immer auf einem Feld der entsprechenden Farbe platziert werden
  • ein Zug muss immer auf dem Feld begonnen werden, auf dem der niedrigste Turm steht
  • Steine müssen immer angrenzend zu einem gerade gelegten Stein gelegt werden
  • jedes Feld darf pro Zug nur einmal bebaut werden
  • der Höhenunterschied zwischen den Feldern darf maximal einen Stein betragen
  • wurde in eine höhere Ebene gebaut, darf nicht wieder absteigend gebaut werden
  • es darf kein Turm die Höhe sieben überschreiten

In reiner Textform klingen die Regeln vielleicht etwas kompliziert, aber bereits nach wenigen Spielzügen hat man die Legeregeln verinnerlicht und beginnt zu tüfteln wie man seine Steine am besten legt um eine hohe Punktzahl zu erhalten. Denn Punkte gibt es für jeden gelegten Stein und jeder Stein bring so viele Punkte, die der Höhe des Turms auf dem Feld entspricht auf das der Stein gelegt wurde. Ein Stein der auf ein leeres Feld gelegt wird bringt somit einen Punkt, ein Stein der in die Ebene vier gelegt wird dementsprechend vier Punkte. Gelegt werden dürfen beliebig viele Steine, allerdings maximal sieben. Mehr geht ja auch nicht, da man immer nur sieben Steine hinter seinem Sichtschirm hat.

Erreicht man bei einem Zug sieben oder weniger Punkte, darf man sich als Entschädigung ein Bauhilfe- oder ein Siegpunktkärtchen nehmen. Beide Kartentypen können dann ab dem nächsten eigenen Zug eingesetzt werden. Die Bauhilfekärtchen sorgen dabei dafür, dass die Legeregeln für den eigenen Zug wie auf der Karte geschrieben angepasst werden, während es bei den Siegpunktkärtchen für bestimmte Legekonstellationen in diesem Zug Extrapunkte gibt. So darf man zum Beispiel seinen Zug eine Ebene höher als normal erlaubt beginnen oder bekommt für alle verbauten Steine einer Farbe zusätzliche Punkte. Eine Einschränkung gibt es allerdings. Von jedem Kartentyp darf ein Spieler maximal eine Karte besitzen und sollte man seine Karten am Spielende noch vor sich haben ist dies auch kein Beinbruch. Jede Karte bringt nämlich noch einmal zwei Siegpunkte.

Zweite Meinung (Yelref): Wer gerne „Qwirkle“ spielt wird „7 Steps“ ebenfalls mögen, zumindest geht es mir so. Ich ziehe in meiner Wertung zwei Punkte ab, da die Farben der Spielsteine während des spielens stellenweise schwer zu erkennen sind (getestet unter verschiedenen Lichtbedingungen). Den zweiten Punkt ziehe ich für die Pappaufsteller die als Sichtschutz dienen sollen ab. Sie machen es zwar dem Gegner unmöglich zu sehen welche Spielsteine ich habe, machen es mir aber auch schwer meine Spielsteine so zu arrangieren das ich problemlos sehen kann welche Farben in welcher Anzahl ich habe. Mit einem etwas größeren Pappaufsteller hätte man dieses Problem nicht.

Wie geschrieben, hat am Ende derjenige gewonnen, der die meisten Punkte hat, doch wann endet das Spiel. Eine Partie „7 Steps“ ist dann zu Ende wenn ein Spieler nicht mehr auf sieben Steine nachziehen kann. Die aktuelle Runde wird dann noch zu Ende gespielt, so dass jeder Spieler gleich oft dran war. Eine echte Schlusswertung folgt dann nicht mehr, außer, dass man noch die Punkte für nicht verwendete Hilfekarten zugeschrieben bekommt, was aus meiner Sicht sehr schön ist, da man so immer einen guten Überblick darüber hat, wer die Parte gerade gewinnt und man zum Schluss nicht mehr mit großen Überraschungen rechnen muss, sondern jeder Spieler maximal vier Punkte dazu bekommt.

Für mich ist „7 Steps“ eine echte Überraschung. Sah das Spiel für mich auf den ersten Blick nach einem ganz netten Spiel aus, entpuppt es sich als Tüftler mit Suchtfaktor. Hat man die Regeln einmal erfasst und die ersten Runden gespielt, ertappt man sich dabei seine Züge zu optimieren und nach Möglichkeiten zu suchen seine sieben Steine auf einmal zu verbauen um so viele Punkte zu verbauen. Auch überlegt man sich oft ob man nun acht oder neun Punkte legen soll oder doch nur sieben um an eine Hilfskarte zu bekommen. Und ganz ehrlich, meiner Meinung nach ist dies oft die bessere Wahl, da man mit den Karten seine Punkteausbeute prima optimieren kann und die verlorenen Punkte so locker wieder reinbekommt.

Von mir gibt es auf jeden Fall eine Empfehlung für das Spiel. Ob nun mit zwei, drei oder vier Spielern, „7 Steps“ macht in jeder Konstellation Spaß. Klar, bei drei oder vier Spielern wird die Wartezeit zwischen den Zügen länger, aber es macht auch Spaß zu beobachten was die anderen Spieler machen und dabei die eigenen Möglichkeiten stetig neu auszuloten. Wer „Qwirkle“ mag oder ein Faible für abstrakte Denkspiele hat, sollte sich „7 Steps“ somit auf jeden Fall einmal anschauen. Bei mir landet „7 Steps“ mittlerweile regelmäßig auf dem Spieltisch und irgendwann werde ich auch mein Ziel erreichen und meine Frau in einem Zweispielerduell besiegen!

Fakten:

Name: 7 Steps
Autor: Michael Kiesling, Reinhard Staupe
Verlag: Kosmos
Jahr: 2014
Genre: Brettspiel
Spieler: 2 – 4 Spieler
Spieldauer: ca. 30 Minuten
Alter: ab 10 Jahren

Unsere Wertung:

Gnislew
Yelref
Durchschnitt:

Leserwertung
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