Freibeuter der Karibik – Piraten auf der yvio

Zur Zeit habe ich eine „yvio“-Konsole mit dem Spiel „Freibeuter der Karibik“ zu Testzwecken daheim. Die Konsole selbst wurde ja bereits an anderer Stelle von mir besprochen, deshalb hier nur noch einmal kurz, was „yvio“ eigentlich ist. Die „yvio“ ist eine elektronische Konsole, die das klassische Gesellschaftsspiel auf eine neue Ebene hebt. Mit den intelligenten Spielsteinen erkennt „yvio“ wo sich die Figuren auf dem Spielplan befinden und gibt über die integrierten Lautsprecher Spielanweisungen und Tipps.

Von Hafen zu Hafen

Mit „Freibeuter der Karibik“ liegt nun ein Handelsspiel für die „yvio“-Konsole vor. Die bis zu vier Spieler übernehmen darin die Rolle eines Schiffskapitains, die jeweils versuchen durch geschickten Warenhandel an Geld und in zweiter Ebene an Erweiterungen für ihr Schiff zu kommen, die wiederum Siegpunkte bringen. Von denen sind schließlich zehn Stück nötig um die Partie „Freibeuter der Karibik“ zu gewinnen. Doch Vorsicht, in der Karibik treiben sich Piraten herum. Sollten im Laufe einer Partie fünf der auf dem Spielplan vorhanden Städte von Freibeutern belagert werden, haben alle Spieler die Partie verloren. Bei „Freibeuter der Karibik“ spielen die Spieler also nicht nur gegeneinander, sondern müssen auch miteinander spielen um besetzte Häfen rechtzeitig zu befreien, um einer Niederlage zu entgehen.

Flott erlernt

Dank „yvio“ ist „Freibeuter der Karibik“ schnell erlernt. Die Konsole erklärt in einer Einführungsrunde recht genau, was man als Spieler zu tun hat und die meisten Regeln versteht man auch ohne Probleme. Einige Punkte hätten von der „yvio“-Konsole allerdings ruhig besser erklärt werden können. So wird zwar erwähnt, dass die Fahrt zu weiter entfernten Häfen länger dauert, aber nicht wie lange. Immer wieder treffen die Seefahrer auf Piraten. Diese kann man bekämpfen oder fliehen. In diesen Situationen wird dem Spieler ebenfalls nicht ganz klar gemacht, wie Sieg oder Niederlage zu Stande kommen.

Ereigniskarten als Audiofile

Im Grunde genommen spielt sich „Freibeuter der Karibik“ zügig. Durch den Handel mit den vier Gütern Getreide, Holz, Tabak und Rum kommt man an Geld um sich Erweiterungen für sein Schiff und somit Siegpunkte zu kaufen. Damit dies nicht allzu langweilig wird, überrascht die „yvio“-Konsole die Spieler immer wieder mit speziellen Ereignissen oder kleinen Sonderaufgaben. So kann es zum Beispiel sein, dass man in einem Hafen auf eine Frau trifft, die einen bittet einen Brief in eine andere Stadt zu bringen oder man eine Schatzkarte angeboten bekommt. Diese Ereignisse lockern das Spiel angenehm auf und lenken ein wenig von dem doch recht einfachen Handelssystem ab.

Interessant ist auch, dass man mit den einzelnen Händlern der verschiedenen Städte feilschen darf. Wird einem eine Kanone für 1400 Dukaten angeboten, kann man mit einem Druck auf den entsprechenden „yvio“-Knopf dieses Angebot ablehnen und auf ein besserer Angebot hoffen. Doch Vorsicht: feilscht man zu viel, bricht der Händler die Verhandlungen ab.

Muss es unbedingt ein „yvio“-Spiel sein?

Betrachtet man „Freibeuter der Karibik“ noch einmal zusammenfassend, dann muss man sagen, dass das Spiel Spaß macht. Das ganze wäre aber auch als klassisches Brettspiel ohne die elektronische Komponente möglich gewesen. Dann halt mit klassischen Ereigniskarten und Würfeln.

Durch die „yvio“-Konsole wird man allerdings tiefer in die Spielwelt hineingezogen, da man durch die gut eingesprochenen Texte das Gefühl hat mitten drin zu sein. Ein Seefahrer und Handelsfürst eben. Wer mit der Anschaffung einer „yvio“-Konsole liebäugelt, findet mit „Freibeuter der Karibik“ ein solides Spiel für die neue Art der Gesellschaftsspiele.

Factsheet:

Name: Freibeuter der Karibik
Autor:
Verlag: Public Solution
Jahr: 2008
Genre: Handel
Spieler: 1 – 4 Spieler
Spieldauer: ca. 30 Minuten
Alter:

Unsere Wertung:

Gnislew
Durchschnitt:

Leserwertung
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1 Reaktion

  1. Jules sagt:

    Nach mehreren Partien in verschiedenen Besetzungen einer unserer Highlights des 2008er Jahrganges. Schneller Einstieg, nach jeder Partie kommt man auf neue Sachen drauf, so wird man richtig süchtig danach. Aber Achtung: Man darf sich kein kompliziertes Taktikspiel erwarten, sondern ein Aufbauspiel mit verschiedenen Wegen zum Sieg (Kampf oder Handel; kooperativ oder alleine).

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