Bereits 1999 ist „Chinatown“ bei alea erschienen. 2008 wurde das Spiel vom Heidelberger Spieleverlag neu aufgelegt.

Geschäfte entstehen

Ziel von „Chinatown“ ist es im gleichnamigen Stadtteils New York der einflussreichste und reichste Geschäftsmann zu werden. Dafür bleiben den drei bis fünf Spielern insgesamt sechs Runden Zeit, in denen Grundstücke erworben werden, Geschäfte gebaut werden und eifrig Handel betrieben wird. Am Ende der sechs Runden hat dann der Spieler gewonnen, der das meiste Geld erwirtschaftet hat.

Einfache Abläufe

Das Spielprinzip von „Chinatown“ ist im Prinzip recht einfach. Nachdem der Spielplan auf dem Tisch ausgebreitet wurde, werden die Plättchen mit den zu verbauenden Geschäften in den mitgelieferten Stoffbeutel gesteckt. Nun sucht sich noch jeder Spieler eine Spielfarbe aus und erhält 5000 $ Startkapital. Das restliche Spielmaterial wird den Regeln entsprechend vorbereitet. Und im groben kann dass Spiel danach beginnen.

Nun versuchen die Spieler in ihren Zügen reihum Grundstücke zu erweben und dort Geschäfte zu bauen. Je größer ein Geschäft dabei wird umso mehr Profit wirft es nach einer Runde ab, wobei bereits errichte Geschäfte auch in späteren Runden bebaut werden dürfen. Der Kniff an der Sache ist, dass sich die Züge der Spieler in fünf Phasen aufteilen.

In Phase eins bekommen alle Spieler eine bestimme Anzahl von sogenannten Gebäudekarten, von denen sie nur eine gewisse Zahl behalten dürfen. Wie viele Karten die Spieler erhalten und wie viele sie behalten unterscheidet sich von Runde zu Runde, wobei eine Übersichtskarte jedem Spieler über die Zahlen eine schnelle Information liefert. Die Gebäudekarten sind in einer späteren Phase von Bedeutung, da diese darüber entscheiden, wo man Gebäude bauen darf. Jede Karte zeigt nämlich eine Nummer und jede der Nummern findet sich auch auf den Spielplan wieder. Diese Nummer sind die Stellen, wo gebaut werden darf. Nachdem die Karten ausgesucht wurden, markieren die Spieler auf dem Plan die Felder von denen sie Karten haben.

In der zweiten Phase bekommen die Spieler dann Gebäudeplättchen beziehungsweise ziehen diese aus dem Stoffbeutel. Auch hier zieht man wieder eine gewisse Zahl von Plättchen, von denen man dann wieder einige abgeben muss.

Die dritte Phase dient dann dem Handel. Hier haben die Mitspieler die Chance fast alles zu Handeln, Bauplätze gegen Geld, Bauplätze gegen Gebäudeplättchen. Gebäudeplättchen gegen Gebäudeplättchen. Bauplatz gegen Bauplatz. Gebäudeplättchen gegen Geld. Gebaute Gebäude gegen Bauplätze. Und, und, und. Die Möglichkeiten sind fast unendlich. Phase drei stellt somit das Kernelement von „Chinatown“ dar und spielt bei der Entscheidung über Sieg oder Niederlage eine extrem wichtige Rolle.

Nachdem alle Handel abgeschlossen sind, folgt Phase vier. In dieser bauen die Spieler ihre Gebäude auf ihre Grundstücke, wobei dies keine Pflicht ist und Bauplätze auch unbebaut gelassen werden können.

Als nächstes gibt es Geld. Die Einnahmen richten sich dabei nach der Größe der Geschäfte. Wofür es wie viel Geld gibt, können die Spieler dabei im Detail wieder ihrer Übersichtskarte entnehmen. Zusätzlich gibt es zu den Einnahmen durch die Geschäfte die Möglichkeit durch einen Zufallsfaktor zu Bonuseinnahmen zu kommen. Hierzu wird pro Runde eine spezielle Karte aufgedeckt, die für besondere Gegebenheiten Sondereinahmen bringen. So kann es sein, das es für alle Geschäfte, die mindestens aus drei Gebäudeplättchen bestehen 1000 $ Extra gibt.

Danach beginnt eine neue Runde und wer dann nach Runde sechs das meiste Geld hat, gewinnt „Chinatown“.

Handeln ist Pflicht

Sind die Regeln von „Chinatown“ alles andere als komplex, macht der Titel dennoch viel Spaß. Zumindest in der richtigen Gruppe, in der die Handelsphase auch als solche betrieben wird. Wenn um jeden Bauplatz und um jedes Gebäudeplättchen gefeilscht wird, dann kommt Freude auf, die entweder darin aufgeht, dass man durch guten Handel sein großes Geschäft bauen kann oder aber zur Schadensfreude wird, wenn sich der Gegner verkalkuliert hat.

Auf der anderen Seite ist das Spielprinzip von „Chinatown“ aber auch recht monoton. Rede der sechs Runden läuft im Prinzip gleich ab, was sich vor allem dann bemerkbar macht, wenn die Spieler kaum zu Verhandlungen bereit sind und jeder mit seinen Karten einsam vor sich hin baut.

Dieser monotone Faktor wird vom Spiel allerdings durch einige Zufallsfaktoren häufig unterbunden. Dadurch, dass man zum einen selten genau die Gebäudekarten und auch selten die Gebäudeplättchen bekommt die man zum Bau eines erfolgreichen Geschäfts braucht, zwingt das Spiel zur Kommunikation und zum Handel.

Es kann schon mal länger dauern

Durch die Handelsphase, kann sich ein Spiel auch mal ein wenig ziehen. Rechnet man im Schnitt mit zehn Minuten pro Runde für die dritte Spielphase, kommt man alleine schon durch diese Phase auf eine Spielzeit von einer Stunde und mit den anderen Phasen zusammengenommen, kommt man so gut und gerne auf Spielrunden von 75 bis 100 Minuten. Damit ist „Chinatown“ natürlich kein Spiel für mal eben zwischendurch, sondern ein abendfüllendes Wirtschafts- und Handelsspiel. Durch die gute Mischung aus Strategieelementen und Zufallsfaktoren bleibt „Chinatown“ bis zum Ende spannend und kann durch diese beiden Elemente die verschiedensten Spielertypen überzeugen. Da das Spielkonzept auch knapp zehn Jahre nach der Erstveröffentlichung noch funktioniert, war es aus meiner Sicht eine gute Idee vom Heidelberger Spieleverlag diesen Titel neu aufzulegen

Factsheet:

Name: Chinatown
Autor: Karsten Hartwig
Verlag: Heidelberger Spieleverlag
Jahr: 2008
Genre: Wirtschaft
Spieler: 3 – 5 Spieler
Spieldauer: ca. 75 Minuten
Alter: ab 12 Jahren

Unsere Wertung:

Gnislew:4 out of 5 stars (4,0 / 5)
hwe:2 out of 5 stars (2,0 / 5)
kat:2 out of 5 stars (2,0 / 5)
Durchschnitt:2.7 out of 5 stars (2,7 / 5)

Von Gnislew

Herausgeber von Blogspiele - Die ganze Welt der Spiele. Spiele so ziemlich alles was ich in die Finger bekommen egal ob analog oder digital.

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