Eine Woche ist schon wieder rum und daher sage ich natürlich ein herzliches Willkommen zur diesen kleinen Ausgabe meines Brettspiel-ABC’s.  Wie immer arbeiten wir uns dabei alphabetisch durch meine Spielesammlung. Diese Woche ist der  Buchstabe „R“ an der Reihe.

Das freut mich besonders, da ich diese Woche eines meiner absoluten Lieblingsspiele kurz vorstellen möchte: Robinson Crusoe!

Das Spiel gehörte damals zu den ersten in meiner Sammlung und wird diese auch nicht mehr verlassen.  Zudem gesellen sich dazu noch die Erweiterungen Die Fahrt der Beagle und Mystic Tales. Auch die erste Schatzkiste kann ich mein eigen nennen.

Nach dieser wurde ja lange auf dem Sekundärmarkt gesucht und man konnte sie nur für sehr überteuerte Preise bekommen.

Zum Glück hat Pegasus ja jetzt die Schatzkiste wieder aufgelegt und so haben alle wieder die Möglichkeit an das Bonusmaterial zu kommen.

Auch ist ja im letzten Jahr eine Gamefound Crowdfunding-Kampagne gelaufen für eine Deluxe-Ausgabe des Spiels. Dort habe ich mir aber nur die zusätzlichen Abenteuer mitbestellt und nicht nochmal das ganze Spiel.

Jetzt habe ich eine ganze Menge schon erzählt aber nicht worum es eigentlich geht.

In Robinson Crusoe sind die Spieler auf einer einsamen Insel gestrandete Schiffbrüchige die ums Überleben kämpfen.

In den einzelnen Szenarien wird natürlich immer eine andere Geschichte erzählt und die Siegbedingungen ändern sich natürlich auch aber der Überlebenskampf bleibt irgendwo immer gleich.

Die Probleme sind genau solche, wie man sich sie auf einer Insel vorstellt: man braucht ein Dach über dem Kopf um sich vor schlechtem Wetter zu schützen; man benötigt Palisaden; damit man Nachts nicht von Tieren im Schlaf überrascht wird; man braucht natürlich Lebensmittel, d.h. Man muss Früchte sammeln gehen oder alternativ jagen gehen; die Erkundung der Insel muss voranschreiten um neue Nahrung und Ressourcen ausfindig zu machen; usw.

Man sieht, es gibt eine Menge Baustellen zu beackern.

Zu Beginn eines jeden Spieltages wird zunächst die Moral der Truppe gecheckt. Denn diese kann von super nach absolut mies wechseln. Man sollte natürlich versuchen die Moral gut zu halten, sonst beginnt der Startspieler immer schon mit Nachteilen den neuen Tag.

Danach wird erstmal eine Ereigniskarte gezogen. Iregndwas besonderes passiert natürlich jeden Tag und um diese Dinge muss man sich kümmern. Lässt man diese zusätzlichen Aufgaben zu lange liegen, hat das meist negative Auswirkungen auf die Gruppe.

Jeder Spieler hat pro Tag zwei Aktionssteine zur Verfügung mit welchen er handeln kann. Wenn man z. B. Etwas bauen will ( z.B. Palisade oder ein Werkzeug) kann man  entweder seine beiden Aktionssteine dazu verwenden, dann klappt die Aktion sicher. Allerdings kann man an diesem Tag auch nichts anderes mehr machen. Entscheidet man sich nur für einen Aktionsstein, dann ist die Aktion mit Risiko verbunden und man muss zwei Würfel werfen. Das kann dann bedeuten, dass man sich dabei verletzt, ein weiteres Ereignis auslöst oder die Aktion sogar scheitert.

Also muss man sich auch hier gut überlegen, wie eichtig die Aktion jetzt für die Gruppe ist.

Dies funktioniert bei fast allen anderen Aktionen genau gleich.

Ich will jetzt nicht alle Aktionen im Detail vorstellen aber es ist ein knallhartes Abwägen, was auf welche Weise zu erledigen ist.

Am Ende des Tages wird dann geprüft wie gut wir uns gegen das Wetter gewappnet haben und ob alle etwas zu essen hatten. Wenn nicht, geht es den Leuten schlechter und die Moral sinkt.

Wenn ein Charakter keine Lebenspunkte mehr hat, ist ein Szenario verloren. Die meisten Szenarien geben auch die Anzahl Tage vor, die man zur Verfügung hat. Sind diese rum, dann hat die Gruppe auch verloren.

Warum ist das nun eines meiner Lieblingsspiele?

Ich finde es gut, dass es richtig schön schwer ist. Allerdings niemals so, dass man das Gefühl hatte, es nicht schaffen zu können. Solle man scheitern (was durchaus regelmäßig passiert), regt das eher zur Fehleranalyse an und man will eigentlich direkt einen neuen Versuch starten.

Auch finde ich das Gesamtpaket stimmig. Das Überleben auf der Insel ist gut umgesetzt worden. Man fühlt sich tatsächlich manchmal den Gewalten ausgeliefert und muss das geringste Über in Kauf nehmen.

Auch optisch weiß das Spiel zu überzeugen. Es ist jetzt fast 10 Jahre alt und hat immer noch eine tolle und stimmungsvolle Tischpräsenz. Mich zieht es auf jeden Fall immer wieder in seinen Bann.

Aber trotz allen Lobes, gibt es auch etwas zu kritisieren. Der echte Schwachpunkt ist die Anleitung. Diese ist unübersichtlich und schwierig geschrieben. Als Neuling in diesem Spiel wird man wenig Freude daran haben und sehr häufig während der ersten Partien nochmal reinschauen müssen. Da wäre sicherlich mehr gegangen.

Am Besten lässt man es sich von jemandem erkläre, der das Spiel schon kennt.

Robinson Crusoe ist auf jeden Fall eine Empfehlung von mit und auch für kleines Geld zu bekommen. Da stimmt das Verhältnis einfach.

Es ist allerdings ein Kenner- bis Expertenspiel.  Für einen netten Familienabend taugt das eher nichts. Und man muss natürlich auch verlieren können.

Das soll es wieder gewesen sein. Bis nächste Woche.

Ach ja, hier noch die Fakten:

  • Name: Robinson Crusoe
  • Autor: Ignacy Trzewiczek
  • Spieler: 1 bis 4 Spieler
  • Dauer: 60 bis 120 Minuten
  • Alter: ab 10 Jahren
  • Verlag: Pegasus Spiele                                                                                                                                                             

Von Yogi

männlich, Anfang 40, Brettspiel-Nerd

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