Man stelle sich vor man besitzt eine kleine Flotte an Raumschiffen und es kommen einem Gerüchte zu Ohr, dass es eine neu entdeckte Galaxie mit neuen Planeten und deren Schätzen zu entdecken gibt. Was wird man also tun? Richtig! Man versucht sich eine erfahrene Crew für seine Raumschiffe zusammenzustellen und die neuen Planeten zu erforschen.

Die Crew ist für ein solches Vorhaben einfach das wichtigste und in einer Partie Wildes Weltall versuchen wir Spieler die möglichst beste Crew zusammenzustellen und am Ende damit die meisten Siegpunkte einzuheimsen.

Es gibt insgesamt 5 Planeten zu erforschen, wovon zwei direkt verfügbar sind. Die anderen Planeten werden erst freigeschaltet, wenn der erste Spieler drei, sechs oder neun Crewmitglieder vor sich ausliegen hat.

Jeder Planet besteht aus zwei Sektoren, welche sich dann nochmal in einen oberen und einen unteren Teil aufteilen.

Jeder Spieler startet mit 5 Raumschiffen und drei Crewkarten auf der Hand. Zudem bekommt jeder Spieler eine Kommandokarte, auf welcher schon eine Rasse abgebildet ist, sowie Belohnungen, die man erhält, indem man Crewmitglieder mit Orden sammelt.

Als letztes werden die restlichen Crewkarten gemischt, eine Auslage von drei Karten und aus den restlichen Karten ein Nachziehstapel gebildet.

Dann kann es auch schon losgehen. Jeder Spielerzug besteht aus zwei Teilen:

Zuerst wird eines der Raumschiffe benutzt.

Dabei hat man zwei Möglichkeiten: Die erste ist, auf einem Planeten zu landen, wobei man immer im unteren Teil des Sektors landet. Voraussetzung ist, dass in diesem Sektor noch kein eigenes Raumschiff vorhanden ist. Zusätzlich kann es noch Bedingungen geben um dort landen zu können. Diese können das Abwerfen von Handkarten sein oder der Besitz von bestimmten Crewmitgliedern.

Die zweite Möglichkeit ist, den Planeten zu erforschen. Dazu schiebt man sein Raumschiff in den oberen Teil eines Sektors. Das Raumschiff bleibt dann bis zum Spielende auf diesem Feld liegen.

Als zweites wird der Effekt des Planeten ausgeführt. Auf den beiden Teilen eines Sektors bekommt man die Möglichkeit etwas zu tun. Entweder man darf eine Handkarte vor sich ausspielen oder man darf Karten aus der Auslage oder vom Nachziehstapel ziehen.

Die Handkarten können zu drei Verschiedenen Arten gehören: Profis, Roboter und Gesandte. Profis bilden den größten Teil der Crewkarten. Diese gehören jeweils einer bestimmten Rasse an und haben einen Beruf. Beim Ausspielen dieser Karten bekommt man meistens einen Effekt, welcher aber auch meist an eine Bedingung geknüpft ist. Zum Beispiel darf man als Effekt oftmals eine weitere Crewkarte ausspielen, allerdings nur wenn man eine andere Crewkarte aus seiner Hand abwirft. Auf diese Weise kann man dann Kettenreaktionen bilden und viele verschiedene Karten in seinem Zug ausgespielt bekommen.

Roboter haben beim Ausspielen oftmals keinen Effekt. Sie zählen ebenfalls nicht zu einer Rasse. Allerdings haben viele der Roboter einen Siegpunktwert, welcher am Ende entsprechend Siegpunkte bringt.

Die Gesandten haben auch meistens keinen Effekt beim Ausspielen, stellen aber Aufgaben an den Spieler. Hat man diese am Spielende erfüllt, gibt es dafür ebenfalls Siegpunkte. Die Gesandten sind allerdings auch immer einer Rasse zugehörig, was bei der Endwertung ebenfalls wichtig wird.

Spielt man eine Crewkarte mit einem Orden aus, dann darf man seinen Marker auf seiner Kommandokarte um ein Feld vor bewegen und bekommt sofort den abgebildeten Bonus. Dieser Bonus ist auf jeder Kommandokarte anders.

Das ganze Spiel geht dann genau über zehn Runden. Danach haben alle Raumschiffe genau zwei Aktionen gemacht.

Dann kommt es schon zur Endwertung.  Es gibt Punkte für mindestens drei Crewkarten der gleichen Rasse in seiner Auslage. Auch für jedes Set aus sechs verschiedenen Rassen gibt es Punkte. Zusätzlich wird noch geschaut, welche Aufgaben seiner Gesandten man erfüllt hat und ob man Roboter mit Siegpunktwert in seiner Crew hat.

Derjenige mit den meisten Siegpunkten ist dann der Sieger.

Mein Fazit

Wildes Weltall ist ein schnelles Set-Collection-Spiel mit kleinem Regelwerk. Die Regeln sind wirklich gut verständlich und kurz gehalten, so dass man schnell losspielen kann.

Allerdings wird man danach erstmal von der Ikonographie erschlagen. Es gibt eine ganze Reihe von Symbolen auf den Karten und den Planeten, die man erstmal verstehen muss. Freundlicherweise gibt es auf der Rückseite der Regel einen Überblick, der alles erklärt.

Leider gibt es den Überblick auch nur dort. In diesem Falle wäre sicherlich eine Übersichtskarte für jeden Spieler hilfreich gewesen und würde den Einstieg klar erleichtern. In unserer Runde haben wir erstmal Kopien für alle gemacht.

Ich muss auch zugeben, nach einer Partie hat man die Zeichen allerdings drauf und benötigt die Übersicht nicht mehr. Trotzdem wird einem der Einstieg erstmal schwerer als nötig gemacht.

Allerdings hat man auch bei den Crewkarten ein bisschen am Material gespart. Die Karten erscheinen doch etwas dünn und biegen sich sehr schnell. Da hätte es etwas dickeres Material auch getan.

Ziel ist es ja, möglichst effektive Züge zu spielen und viele Crewkarten in seine Auslage zu bekommen. Das kam mir ehrlicherweise gar nicht so einfach vor. Wenn ich in den ersten Partien einen guten Zug gemacht habe, dann waren es drei Karten, die ich ausspielen konnte.  Es ist also gar nicht so einfach seine Züge zu optimieren und es bedarf hier schon ein paar gespielter Partien um hier besser zu werden.  Das mag für den einen oder anderen ja eher etwas negatives sein, ich halte das eher für einen schönen Grund, das Spiel erneut auf den Tisch zu bringen.

Die angegebene Zeit von 30 Minuten ist auch realistisch.

Das Artwork hat mir persönlich gut gefallen. Ich mag die Darstellung der verschiedenen Rassen als Tiere, die auch teilweise niedlich daherkommen. Der gesamte Zeichenstil ist bei Wildes Weltall einfach stimmig.

Wer also Set-Collection mag und wen das Weltall-Thema anspricht, der sollte sich Wildes Weltall gerne mal ansehen. Das Spiel ist definitiv für Familien geeignet und hat auch eine gute Lernkurve, so dass auch lange Spielspaß erhalten bleibt.

Die Fakten

Name: Wildes Weltall
Autor: Joachim Thome
Spieler: 1-5 Spieler
Alter: ab 10 Jahre
Dauer: ca. 30 Minuten
Verlag: Board Game Circus

Unsere Wertung

Yogi: 3.5 out of 5 stars (3,5 / 5)

Yogi

Von Yogi

männlich, Anfang 40, Brettspiel-Nerd

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