Obwohl Uwe Rosenberg sicherlich einer der bekanntesten Spieleautoren unseres Landes ist, ist es für mich persönlich doch recht ungewöhnlich erneut ein Spiel von ihm hier zu besprechen. Meist habe ich bisher nicht so viele Berührungspunkte mit seinen Spielen. Allerdings habe ich dieses Jahr schon Nova Luna, welches hier noch Erwähnung finden wird, und vor Kurzem New York Zoo gespielt.

Auf jeden Fall hat Uwe Rosenberg dieses Jahr eindeutig das Plättchen legen auf die Spitze getrieben. Denn wie auch in den anderen beiden Spielen, geht es in Sagani darum Plättchen geschickt zu legen um diesmal Naturgeister erscheinen zu lassen. 

Dann will ich euch mal verraten worum es bei Sagani genau geht und komme erstmal zur Vorbereitung.

Jeder Spieler wählt eine Farbe und nimmt sich alle Klangscheiben seiner Farbe und legt diese vor sich ab. Dann darf jeder noch seinen Spielermarker auf der Harmonieleiste (Siegpunktleiste) auf dem Feld 0 platzieren.

Die roten Scheiben sind Missklangscheiben. Diese gilt es im Spielverlauf zu vermeiden und werden zunächst als allgemeiner Vorrat bereitgelegt. 

Alle Naturgeistplättchen werden auf die Rückseite gedreht, gemischt und als Nachziehstapel bereit gelegt. Diese Plättchen gibt es in vier verschiedenen Farben, welche die Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft darstellen sollen. Die Farben sind auf der Rückseite sichtbar, was aber auch beabsichtigt ist. Auf der Rückseite sind ebenfalls die zu erreichenden Harmoniepunkte angegeben, was auf die Anzahl der Pfeile auf der Vorderseite schließen lässt. 

Dann werden die obersten 5 Plättchen vom Nachziehstapel umgedreht und als offene Auslage bereitgelegt. 

Nachdem der Startspieler bestimmt wurde, geht es auch schon los. 

In seinem Zug nimmt sich der aktive Spieler eines der offen ausliegenden Plättchen und legt es in seiner Auslage an. Das erste Plättchen kann man ja noch nicht anlegen, aber ab dem zweiten ist nur seitliches Anlegen erlaubt. Diagonal ist nicht möglich. Allerdings darf das Plättchen beliebig gedreht werden.

Sollte nur noch ein Plättchen ausliegen, darf der aktive Spieler entscheiden, das ausliegende Plättchen nicht zu nehmen und stattdessen „blind“ das oberste Plättchen des Nachziehstapels zu ziehen.

Das ausliegende Plättchen wird dann oben an die Harmonieleiste, auf einen der vier Intermezzo-Ablageplätze, gelegt. Sollte es sich dabei um das vierte Plättchen handeln, wird nachdem der aktive Spieler sein Plättchen angelegt hat, ein Intermezzo gespielt. Dazu aber gleich mehr.

Sollte das letzte Plättchen aus der offenen Auslage genommen werden, oder geht auf einen Intermezzo-Ablageplatz, werden fünf neue Plättchen vom Nachziehstapel ausgelegt.

Wie lege ich denn ein Plättchen jetzt geschickt an? Zunächst muss man wissen, was auf so einem Plättchen zu sehen ist. In der Mitte ist ein Gefäß abgebildet, in welchem angegeben ist, wie viele Harmoniepunkte man bekommt, wenn man alle Aufgaben des Plättchens erfüllt hat. Diese Aufgaben sind in Form von Pfeilen auf dem Plättchen, welche alle in verschiedenen Richtungen zeigen können. Auch diagonal! Jeder Pfeil ist einem Element zugeordnet. Es können sich auf einem Plättchen zwischen einem und vier Pfeilen befinden. Es gilt immer: umso mehr Pfeile, desto mehr Harmoniepunkte bringt das Plättchen bei kompletter Erfüllung. 

Wenn das Plättchen angelegt wird, werden zunächst Klangscheiben aus dem eigenen Vorrat auf das Gefäß in der Mitte des Plättchens gelegt. Die Anzahl der Plättchen entspricht der Anzahl der Pfeile auf dem Plättchen.

Jetzt wird geschaut ob man Aufgaben des Plättchens erfüllt hat. Zeigt z.B. ein blauer Pfeil nach rechts, schaut man ob sich in gerader Linie ein blaues Plättchen befindet. Dann ist die Aufgabe erfüllt und eine Klangscheibe wird von dem Gefäß direkt auf den Pfeil gelegt um anzuzeigen, dass die Aufgabe erfüllt ist. Das blaue Plättchen muss nicht direkt daneben platziert sein. Es ist durchaus möglich, dass andere Farben dazwischen liegen. 

Durch geschicktes Anlegen versucht man so, möglichst viele der offenen Aufgabe  zu erfüllen. Sind alle Aufgaben eines Plättchens erfüllt, erscheint der Naturgeist und das Plättchen wird umgedreht. Die Klangplättchen kommen wieder zurück in den eigenen Vorrat, man bekommt sofort die angegebenen Harmoniepunkte und rückt auf der Leiste entsprechend vor. Das Plättchen mit dem Geist bleibt liegen und kann noch bei der Erfüllung weiterer Aufgaben helfen. 

Das Intermezzo wird gespielt, wenn alle vier Ablageplätze belegt sind. In diesem Fall muss jeder Spieler eines der Plättchen auf den Ablageplätzen in seine Auslage anlegen. Der Spieler mit den derzeit wenigsten Harmoniepunkten beginnt. Dann geht es weiter mit dem Vorletzten bis zum führenden Spieler. Wenn die vier Plättchen genommen wurden geht es normal weiter.

Was passiert denn wenn man ein Plättchen anlegt und keine Klangscheiben mehr im Vorrat hat? Das ist tatsächlich schlecht, denn dann muss man sich mit Missklangscheiben behelfen. Diese wird man leider nicht mehr los und zählen je Scheibe am Ende zwei Minuspunkte. Daher sollte man unbedingt aufpassen wie viele offene Aufgaben man vor sich hat und noch anlegen will. 

Wann endet das Spiel? Das kommt auf die Spielerzahl an. Es gibt je nach Spielerzahl einen festen Harmoniepunktewert, welcher erreicht werden muss. Wenn der erste Spieler diesen erreicht, wird die laufende Runde noch zu Ende gespielt und dann kommt es zur Endwertung. 

Mein Fazit:

Mir hat Sagani wirklich sehr gut gefallen. Ich muss jetzt aber auch sagen, dass mir Nova Luna auch sehr gut gefallen hat. Und man kann es nicht von der Hand weisen: die Ähnlichkeiten sind schon vorhanden. 

Aber Sagani macht dann doch noch einiges anders. Ich mag besonders, dass die Aufgaben auch diagonal zu lösen sind. Das macht die Überlegungen des Anlegens doch noch etwas komplexer als bei Nova Luna, denn die diagonalen Aufgaben sind schwieriger zu lösen. Auch kann man bei Sagani ein bisschen besser planen, da man gut abschätzen kann, wie viel Auswahl an Plättchen man in seinem Zug haben wird. 

Das gibt dem Spiel eine angenehme Tiefe ohne direkt zu komplex zu werden. Daher ist es auch für Familien interessant, die auch andere Familienspiele auf den Tisch bringen. 

Das Artwork ist gut gelungen und die Naturgeister sehen niedlich aus. Auch das Material lässt keinen Raum für Beanstandungen. Die Plättchen sind aus dicker Pappe und die Scheiben sind aus Holz, was mir persönlich ja immer gut gefällt. 

Die Regeln sind gut geschrieben und mit illustrierten Beispielen ergänzt, so dass der Einstieg in das Spiel schnell und einfach möglich ist.

Wer also auf Plättchen Legen steht und auch ein bisschen knobeln mag, sollte hier definitv zugreifen. Für mich ist Sagani ein wirklich gelungenes Familienspiel was bei uns noch oft auf den Tisch kommen wird, besonders um in einen schönen Spieleabend zu starten. 

Fakten:

  • Titel: Sagani
  • Spieler: 1-4
  • Autor: Uwe Rosenberg
  • Alter: ab 8 Jahren
  • Verlag: Skellig Games
  • Dauer: ca. 45 Minuten

Unsere Wertung:

Yogi: 4.5 out of 5 stars (4,5 / 5)

Yogi

Von Yogi

männlich, Anfang 40, Brettspiel-Nerd

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