Steam Park: Roboterfreizeitpark

Der Name „Steam Park“ ist clever gewählt, klingt es doch so ähnlich wie das englische Wort für Freizeitpark, „theme park“. Damit ist auch schon angedeutet worum es in „Steam Park“ geht, um den Bau eines Freizeitparks, eines Freizeitparks für Roboter.

Optisch schön

Öffnet man den Karton von „Steam Park“ zum ersten Mal, fällt auf, dass dieser prall gefüllt ist. Mit Stanzbögen! Hat man diese ausgestanzt, darf dann zunächst einmal gebastelt werden. Aus den ausgestanzten Teilen werden nämlich die Attraktionen für die Parks der Mitspieler gebastelt.

Einmal erledigt, hat man dann wirklich schönes Spielmaterial. Die Attraktionen gepaart mit den Holzfiguren, die ebenfalls zum Spiel gehören, bietet sich schon jetzt ein schöner Anblick auf dem Spieltisch und man hat Lust loszuspielen.

Die Parks vorbereiten

Doch bevor es losgehen kann, müssen natürlich einige Vorbereitungen getroffen werden. So werden die Geldscheine sortiert bereit gelegt, ein Stapel mit Schmutzmarken gebildet und alle Bonuskarten werden gemischt als Stapel bereit gelegt. Ebenso werden die Parkerweiterungsplättchen bereit gelegt.

Anschließend wird der mitgelieferte Stoffbeutel gefüllt. In sechs Farben, gibt es jeweils sieben Holzfiguren, von denen je Farbe eine in den Stoffbeutel kommt. Als nächstes wird der Rundenzähler bereitgelegt und der dazugehörige Marker auf das erste Feld gelegt. So weiß man immer in welcher der sechs zu spielenden Runden man sich befindet. Ebenso werden die Marker für die Spielerreihenfolge bereitgelegt.

Nun werden die vorhin gebauten Attraktionen bereits gestellt und jeder Spieler nimmt sich sechs Würfel, ein Startfeld und eine Schwein.

Damit ist die Vorbereitung auch fast geschafft. Jeder Spieler zieht nun noch sechs Bonuskarten, behält davon drei und mischt die anderen drei wieder in den Nachziehstapel. Wenn anschließend die Schmutzwertungsleiste für alle gut sichtbar bereit gelegt wurde, kann die Partie „Steam Park“ wirklich losgehen.

Sechs Runden mit vier Phasen

Die Partie geht dabei über sechs Runden mit jeweils vier Phasen. Die Spieler versuchen dabei den Roboterbesuchern möglichst viel Geld aus Tasche zu ziehen um an Ende der sechs Runden als Sieger dazustehen. Dabei müssen die Spieler Attraktionen und Stände bauen, Roboter in ihren Attraktionen platzieren und darauf achten nicht zu viel Müll zu produzieren.

Phase 1: Würfelphase

Die erste Phase jeder Runde ist dabei der chaotische Teil des Spiels. Hier erwürfeln alle Spieler gleichzeitig ihre möglichen Aktionen für Phase drei. Auch bestimmt die Würfelphase über die Spielreihenfolge für diese Phase.

Jeder Spieler kann in der Würfelphase sooft würfeln wie er möchte. Die Würfel zeigen dabei unterschiedliche Symbole und jeder Spieler entscheidet selbst wann er mit dem Ergebnis eines Würfels zufrieden ist. Jeden Würfel den er nicht mehr würfeln möchte, legt er dazu einfach auf seinem Schwein ab und würfelt die restlichen Würfel neu. Hat ein Spieler alle seine Würfel auf sein Schwein gelegt, nimmt er sich die Reihenfolgenkarte mit der höchsten Wertung. Aber Achtung: sind alle bis auf eine dieser Karten weg, darf der letzte Spieler maximal noch dreimal würfeln und muss das gewürfelte Ergebnis dann so hinnehmen.

Doch was bedeuten die Symbole?

Da in Phase eins über die möglichen Aktionen entschieden wird, sollte man natürlich wissen welches Symbol was bedeutet. Auf den Würfeln befinden sich fünf verschiedene Symbole und eine leere Seite. Ein Symbol erlaubt dabei den Bau von Attraktionen, ein Symbol den Bau von Ständen, ein Symbol bringt neue Besucher in den Park, eines erlaubt es den Park zu reinigen und das fünfte Symbol ermöglicht es Bonuskarten zu spielen.

Phase 2: Schmutzphase

In Phase zwei werden Schmutzmarker verteilt. Ein Park macht Schmutz und diese wird über die Schmutzmarker abgebildet. Zum einen können auf den Würfeln zusätzlich zu den erwähnten Symbole auch Schmutzsymbole gezeigt werden, für jedes dieser Symbole das die Würfel auf dem Schwein eines Spielers zeigt einen Schmutzmarker. Ebenso gibt es für jeden Besucher im Park eines Spielers eines Schmutzmarker.

Auch die Reihenfolgemarker haben Einfluss auf diese Phase. Der Spieler, der zuletzt einen Marker genommen hat bekommt zwei Schmutzmarker, der vorletzte einen Schmutzmarker. Der Spieler der als zweites einen Reihenfolgemarker genommen hat darf dagegen zwei Schmutzmarker zurück in den Vorrat liegen, derjenige der Phase eins als erstes abgeschlossen hat sogar vier.

Phase 3: Aktionsphase

In dieser Phase werden die in Phase eins gewürfelten Symbole nun eingesetzt. Insgesamt stehen sechs verschiedene Aktionen zur Verfügung, wobei die Aktionen in beliebiger Reihenfolge durchgeführt werden können, jede Art aber nur einmal im Zug. Es dürfen zwar in der Aktion Attraktion bauen mehrere Attraktionen gebaut werden, aber es darf nicht erst eine Attraktion gebaut werden, dann ein Stand und dann wieder eine Attraktion.

Damit sind auch schon zwei der sechs möglichen Aktionen genannt worden. Mit dem Symbol zum Attraktionsbau dürfen Attraktionen gebaut werden. Die Attraktionen sind unterschiedlich groß und will ein Spieler eine Attraktion bauen, die über drei Felder geht, müssen hierfür auch drei Würfel mit dem entsprechenden Symbol abgegeben werden. Wichtig beim Bau der Attraktionen ist es, dass Attraktionen unterschiedlicher Farbe nicht aneinander angrenzen dürfen und gleichfarbige Attraktionen dies müssen.

Mit dem Symbol für Stände können die Spieler Stände bauen. Jeder Stand kostet dabei ein Symbol. Ein Stand darf beim Bau an keine anderen Stände oder Attraktionen angrenzen, außer es ist ein Stand der gleichen Art.

Zeigt ein Würfel eine Figur als Symbol, dürfen neue Besucher angelockt werden. Pro eingesetzten Würfel steckt der Spieler eine beliebige Holzfigur in den Stoffbeutel, schüttelt diesen gut und zieht ansprechend die entsprechende Zahl an Figuren wieder aus dem Beutel heraus. Hat er für eine gezogene Figur ein farblich passendes Feld auf seinen Attraktionen darf er diese dort platzieren. Sollte kein Platz vorhanden sein, wandert die Figur zurück in den Vorrat.

Mit dem „Sauber machen“-Symbol kann ein Spieler Schmutzmarker entfernen und zwar pro Würfel bis zu zwei Schmutzmarker.

Das letzte Symbol erlaubt es Bonuskarten zu spielen. Jedes Symbol erlaubt das Ausspielen von einer Karte. Beim Ausspielen gilt es allerdings zu beachten, dass ein Spieler nie zwei Karten vom gleichen Typ in seinem Zug spielen kann.

Symbolunabhängig können die Spieler für Ihre Würfel auch den Park erweitern. Gibt ein Spieler einen Würfel mit einem beliebigen Symbol ab, Leerseiten zählen nicht, bekommt er hierfür eine Erweiterungsfläche von 2×2 Feldern für seinen Park, die er an seinen bestehenden Park anlegen kann. Pro Runde können so maximal zwei Erweiterungen erworben werden.

Phase 4: Einkommensphase

In der letzten Phase einer Runde gibt es nun endlich die Belohnung für die harte Arbeit als Parkmanager. Nun gibt es Einnahmen. Hier bekommt jeder Spieler für jeden Besucher in seinem Park drei Danari, der Währung von „Steam Park“.

Auch ziehen die Spieler die nun weniger als drei Bonuskarten haben wieder auf drei Karten auf und der Rundenmarker wird eine Stelle weiter bewegt.

Die Abrechnung

Sechs Runden lang wird nun also gebaut und gewirtschaftet, dann steht ein Sieger fest. Vor der finalen Abrechnung müssen die Spieler nun noch Danari für die angesammelten Schmutzmarker gemäß der ausgelegten Tabelle zahlen und wer dann die meisten Danari hat, hat gewonnen. Doch Achtung: hat ein Spieler mehr als 30 Schmutzmarker hat er das Spiel verloren, denn dies bedeutet, dass er all sein Geld verliert.

Es braucht Übung

Wie man vielleicht an der doch recht ausführlichen Regelbeschreibung merkt, ist „Steam Park“ kein ganz einfaches Spiel. Die einzelnen Elemente greifen allerdings prima ineinander und man hat den Ablauf schnell verstanden. Übung braucht man allerdings dennoch, denn es braucht ein wenig um zu verstehen, welche Strategien zum Erfolg führen, wobei man hier auch sagen muss, dass es keine Universalstrategie gibt, die zum Sieg führt.

Vielmehr ist es so, dass man einfach seinen persönlichen Spielstil finden muss. Es kann Erfolg bringen, mit wenigen Besuchern und wenig Verschmutzung zu spielen, genauso mag das andere Extrem funktionieren, bei dem man sich immer knapp an der Grenze zu den 30 erlaubten Schmutzmarkern erlaubt. Natürlich sind in jeder Strategie der Bau von Attraktionen und die Platzierung von neuen Besuchern ein Kernelement, doch genauso darf man den richtigen Einsatz der unterschiedlichen Stände und deren Eigenschaften nicht aus den Augen lassen.

Glückspiel oder Strategieperle?

Mich persönlich hat Spiel ja alleine wegen des Themas angesprochen, bin ich doch großer Freizeitparkfan, von daher bin ich natürlich froh, dass das Thema Freizeitpark greifbar ungesetzt wurde und auch dann funktioniert, wenn man sonst nichts mit der Materie zu tun hat. Im Grunde ist „Steam Park“ ja ein Planungsspiel mit einigen Glückselementen.

Und letzteres sogar an mehreren Stellen. Zum einen braucht es Würfelglück, dann braucht es das richtige Händchen beim Ziehen von neuen Besuchern und schlussendlich muss man die richtigen Bonuskarten ziehen um reich zu werden.

Doch zumindest bei den ersten beiden Glücksfaktoren wurde direkt ein Strategieelement eingebaut. So kann jeder Spieler selbst entscheiden wie oft ich würfel um so das Ergebnis zu optimieren. Es steht jedem Spieler frei nur einmal zu würfeln um dann die Vorteile des ersten Spielers zu bekommen oder aber mit mehr Würfelwürfen das Ergebnis zu optimieren, dann aber eventuell Schmutzmarker aufgebrummt zu bekommen.

Und auch bei den Besuchern kann man das Glück beeinflussen. Wer aufpasst welche Besucher schon auf Attraktionen stehen und welche noch in der Auslage liegen, weiß welche sechs Figuren gerade im Beutel sind und kann dementsprechend dafür sorgen, dass die Wahrscheinlichkeit steigt Besucher zu ziehen die man benötigt.

Bleibt also der Faktor Bonuskarten. Hier gibt es wenig Optimierungsmöglichkeit, doch kam es in den Testrunden eigentlich nie vor, dass man überhaupt keine profitablen Bonuskarten auf der Hand hat.

Von daher finde ich, dass „Steam Park“ natürlich kein Taktikkracher ist, aber ein mehr als solides und strategisch angehauchten Spiel mit dem richtigen Maß an Glück. Wer dem Thema Freizeitpark zugeneigt ist, mag „Steam Punk“ allein deswegen, alle anderen werden es mögen, weil es optisch ordentlich etwas hermacht und gut ausbalanciert ist. „Steam Park“ gehört auf jeden Fall zu den Spielen, die in Zukunft noch öfter auf den Spieltisch wandern!

Fakten:

Titel: Steam Park
Autor: Aureliano Buonfino, Lorenzo Silva, Lorenzo Tucci Sorrentino
Grafik: Marie Cardouat
Verlag: Iello, Horrible Games
Erscheinungsjahr: 2013
Kategorie: Brettspiel
Spieler: 2 – 4 Spieler
Spieldauer: ca. 90 Minuten
empfohlenes Alter: ab 8 Jahren

Unsere Wertung:

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