Army of Frogs – Welcher Frosch gewinnt?

Oft sind es die Spiele, die mit ganz einfachen Regeln daher kommen, die einen immer wieder an den Spieltisch ziehen. Und dabei wird diese Art von Spiel von allen Genres abgedeckt. „Army of Frogs“ von Gen 42 versucht genau ein solches Spiel aus dem Bereich der Denkspiele zu sein.

Die Regeln des Spiels sind auch wirklich schnell erklärt. Die zwei bis vier Spieler verkörpern jeweils eine Froschrasse und versuchen durch geschicktes legen von Spielsteinen sieben Froschsteine ihrer Farbe miteinander zu verbinden. Das Problem: die Steine der eigenen Farbe und natürlich auch die Steine der Mitspieler wandern in einen Beutel. Jeder Spieler zieht nun zwei Steine aus dem Beutel und hat so die ersten Spielsteine vor sich in seinem Vorrat liegen.

Um nun sieben eigene Steine miteinander zu verbinden, geht jeder Spieler wie folgt vor. Zunächst einmal wird ein bereits ausliegender Froschstein an eine andere Stelle bewegt. Dabei gilt, dass immer nur Steine der eigenen Farbe bewegt werden dürfen, mindestens ein anderer Stein übersprungen werden muss und der Stein nur in einer geraden Linie bewegt werden darf. Kann auf Grund dieser Regeln keine Bewegung ausgeführt werden, wird diese Aktion übersprungen.

Als nächstes wird ein Froschstein aus dem eigenen Vorrat angelegt. Hierbei gilt, dass eigene Frösche nie benachbart gelegt werden dürfen. Und wie bei Punkt eins gilt auch hier: ist die Aktion nicht regelkonform möglich, wird sie einfach übersprungen.

Die dritte und letzte Aktion besteht danach daran, dass der Spieler der am Zug ist einen Froschstein aus dem Beutel nachzieht. Natürlich nur, wenn vorher ein Stein gelegt wurde oder im Beutel noch Froschsteine vorhanden sind.

So wächst bei dem Versuch sieben eigene Froschsteine miteinander zu verbinden das Spielfeld immer weiter. Damit der Spielbereich aber nicht zu unübersichtlich wird, gelten zwei allgemeine Regeln. Zum einen darf der bereits gelegte Spielbereich nie in zwei Teile getrennt werden und zum anderen, darf kein Spielstein über drei oder mehr Einzelverbindungen mit offenen Enden verfügen. Vor allem durch die zweite Regel wird verhindert, dass man ohne nachzudenken einen Stein legt und es wird dafür gesorgt, dass fast immer genug Optionen für eine Bewegung zur Verfügung stehen.

Das war es auch schon an Regeln und auf dem Papier ist „Army of Frogs“ tatsächlich das schnell erlernte Spiel, was man immer gerne wieder spielt. Schnell erlernt ist das Spiel auch wirklich, doch zumindest bei mir kommt „Army of Frogs“ nicht so gerne auf den Tisch.

Dies liegt gleich an mehreren Faktoren. Zu erst einmal kommt das Spiel nur schwer in Fahrt und bereits von Beginn an spielt das Glück einen nicht zu unterschätzenden Faktor. Spielt man zum Beispiel zu viert, kann es passieren, dass nach der ersten Runde von der eigenen Farbe noch kein Stein auf dem Tisch liegt, ein Gegner aber schon drei Steine miteinander verbunden hat. Wenn dann auch noch unglücklich nachgezogen wird, ist das Spiel eventuell schon verloren, bevor man wirklich ins Geschehen eingegriffen hat. Auch stören mich die eingeschränkten taktischen Möglichkeiten von „Army of Frogs“. Eigentlich bietet die Grundidee des Spiel genug Spielraum um ein spannendes Taktikduell aufkommen zu lassen, doch schnell wird klar, dass für den jeweiligen Spieler nur ganz wenige Aktionen Sinn machen und man kaum darüber nachdenkt, wie man welchen Stein denn nun bewegt und welchen Stein man legt.

Und beim Thema legen sind wir schon beim nächsten Problem des Spiels. Auch hier bestimmt eher das Glück über Sieg und Niederlage, als taktisches Geschick. Wenn es ein Mitspieler nun geschafft hat sechs seiner Steine zu verbinden und sein Mitspieler vor ihm muss nun den siebten Stein seiner Farbe legen, ist das Spiel entschieden. Und bei nur zwei möglichen Legeoptionen kommt diese Situation durchaus öfter vor als man denkt.

Wie man merkt, stört es mich vor allem, dass die taktische Grundidee durch Glück eingeschränkt wird. Autor John Yianni hat es leider nicht geschafft hier der Taktik ein Übergewicht zu verschaffen und dem Spiel leider zu viele Glückskomponenten zu verpassen. Ein tolle Idee verliert so extrem an Reiz, was leider auch das gute Spielmaterial nicht mehr retten kann. Die wirklich schweren Steine liegen nämlich mal richtig gut in der Hand und verrutschen, einmal gelegt, nicht so ohne weiteres. Doch was nutzt das beste Spielmaterial, wenn das Spiel selber leider nicht überzeugen kann?

Fakten:

  • Titel: Army of Frogs
  • Autor: John Yianni
  • Grafik: John Yianni
  • Verlag: Gen 42 / HUCH & friends
  • Erscheinungsjahr: 2008
  • Kategorie: Denkspiel
  • Spieler: 2 – 4 Spieler
  • Spieldauer: ca. 35 Minuten
  • empfohlenes Alter: ab 7 Jahren

Unsere Wertung:

Gnislew
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