Shuffle – Monopoly Deal: Straßenkarten

Elektronik und Brettspiele verbinden ist keine neue Sache. Yvio war zum Beispiel so ein Versuch und Ravensburger ist mit TipToi recht erfolgreich in diesem Bereich. Smartphones und Tablets bringen in diesem Bereich aber ganz neue Möglichkeiten. Es gibt kaum noch jemanden ohne ein solches Gerät und so lassen sich Spiele mit elektronischer Unterstützung preisgünstiger ohne teure Zusatzhardware ausliefern. Eine Spielreihe die voll auf diese Möglichkeit setzt ist die „Shuffle“-Reihe von ASS Altenburger, aus der heute das Spiel „Monopoly Deal“ einmal näher beleuchtet wird.

Zuerst mal sticht das handliche Format des Spiels heraus. Shuffle-Spiele kommen in einer Box der Maße 11×7.5×4.5 cm womit sie perfekt in wirklich jede Tasche passen. So auch das hier besprochene „Monopoly Deal“.

In der Packung befindet sich dann eine kompakte, gefaltete Anleitung mit den Regeln für ein Spiel ohne App-Unterstützung und das eigentliche Spielmaterial in Form von Karten die in etwa der Größe von normalen Spielkarten entsprechen. Die einzelnen Karten unterscheiden sich dann noch einmal in unterschiedliche Kartentypen. So gibt es Straßen, Ereigniskarten und Geldkarten, wobei alle Karten die gleiche Rückseite haben und auch einen großen Nachziehstapel bilden. Zudem gibt noch Karten die eine Kurzanleitung zeigen.

Ziel des Spiels ist es als erster Spieler drei komplette Sets an Straßen vor sich ausliegen zu haben. Hier kommen die Karten aus dem klassischen Monopoly zum Zuge, wobei es in dem Spiel dabei jede Straße mehr als einmal gibt. Um dieses Ziel zu erreichen hat man zu Beginn des Spiels fünf Handkarten. Zu Beginn eines Zuges zieht der aktive Spieler zunächst zwei Karten. Danach darf er bis zu drei seiner Handkarten spielen. In diesem Schritt werden zum Beispiel Geldkarten oder andere Karten die eigene Bank gelegt, es werden Straßen ausgelegt oder Ereigniskarten gespielt. Wurden drei Karten gespielt oder verzichtet man auf das ausspielen der kompletten drei Karten ist der nächste Spieler an der Reihe.

Der Schlüssel zum Erfolg ist dabei der richtige Einsatz seiner Karten. Nur darauf zu warten, dass man die benötigten Straßen nachzieht führt eigentlich nie zum Erfolg und so gilt es bei „Monopoly Deal“ die Ereigniskarten richtig einzusetzen um an die Karten des Gegners zu kommen. Hat ein Spieler zum Beispiel wenig Geld auf der Bank macht es vielleicht Sinn genau jetzt eine Miete-Karte zu spielen, da der Gegner dann den fehlenden Betrag mit seinen Grundstücken begleichen muss. Oder ich spiele eine Zwangstauschkarte und tausche dann ein mir unnützes Grundstück mit einem für mich nützlichen Grundstück des Gegners. Ein auf den ersten Blick eher einfaches Kartenspiel, wird so zu einer wahren Taktikperle.

Nutzt man die App, bekommt man nicht wie „My little Pony“ eine komplett andere Variante des Spiels präsentiert, sondern eher eine Erweiterung. Mit der App hält nämlich ein neuer Kartentyp Einzug in das Spiel, nämlich die Chance-Karten. Hier hat man zunächst einmal die Wahl zwischen unterschiedlichen Sets, wie Family-Fun, Disney und Jailbird, wobei diese sich hauptsächlich in ihren Texten und Layout unterscheiden, die eigentlichen Auswirkungen auf das Spiel aber sehr ähnlich sind.

Die Chance-Karten sorgen dabei dafür, dass ein Spielzug um einen Schritt erweitert wird. Bevor man zwei Karten nachzieht, deckt man nun virtuell in der App eine der Chance-Karten auf und führt gegebenfalls die dort gezeigte Aktion aus. Bei vielen Karten passiert aber auch einfach gar nichts und man darf sich einfach über den netten Spruch auf den Karten freuen.

Die Chance-Karten ergänzen das Spiel tatsächlich und machen eine Partie „Monopoly Deal“ etwas interessanter als das Spiel eh schon ist, allerdings ist die Umsetzung des Appfaktors nicht perfekt gelungen. So ist zum Beispiel nirgendwo erklärt wie manche Karten zu Händeln sind. Zum Beispiel gibt es eine Chance-Karte die einem Spieler einen zusätzlichen Geldbetrag zusprechen. Doch wie wird dies nachgehalten? In unseren Testrunden haben wir uns darauf geeinigt, dass eine Karte mit dem entsprechenden Wert aus dem Nachziehstapel herausgesucht wird und der Nachziehstapel anschließend neu gemischt wird.

Ein ähnliches Problem stellt sich bei der Karte die für einen bestimmenden Charakter eine freie Miete offeriert? Muss dieser Spieler einmal keine Miete zahlen oder darf er einmal Miete kassieren ohne eine Mietekarte zu haben? Wir haben uns bei den Testrunden auf die zweite Variante geeinigt und darauf, dass die Aktion sofort auszuführen ist. Leider sind die Karten in der deutschen Version auch von dem einen oder anderen Rechtschreibfehler betroffen.

Ein letztes Problem ist die Auswahl des Starspielers. Hier läuft ein Zufallsgenerator, der den Startspieler bestimmt, allerdings ist bei den Testspielen aufgefallen, dass zumindest bei zwei Spielern immer die gleiche Person anfängt. Hier wird der Zufallsmechanismus also scheinbar nur vorgegaukelt.

Insgesamt gesehen ist „Monopoly Deal“ allerdings ein schönes Spiel, welches vor allem dem Vorteil hat viel schneller gespielt zu sein als das Original „Monopoly“. In weiten Teilen schafft es „Monopoly Deal“ dabei echtes „Monopoly“-Feeling aufkommen zu lassen, wobei „Monopoly Deal“ das deutlich taktischere Spiel ist. Gerade im Zweispielerduell entwickelt sich ein spannendes Duell, bei dem ständig überlegt werden muss welche und wie viele Karten man ausspielt und man weiß wirklich nie, wer am Ende gewinnt, da durch das verdeckte Nachziehen immer ein gewisser Glücksfaktor vorhanden ist. „Monopoly Deal“ ist ein Neuinterpretation eines Klassikers an der selbst Spieler Freude haben werden, die mit „Monopoly“ sonst nicht so viel am Hut haben. Nur die kleinen Macken der App schmählern den Spielspass ein wenig, aber notfalls kann man ja immer noch die Apperweiterung spielen.

Fakten:

Titel: Shuffle – Monopoly Deal
Autor: –
Grafik: –
Verlag: ASS Altenburger
Erscheinungsjahr: 2014
Kategorie: Kartenspiel
Spieler: 2 – 5 Spieler
Spieldauer: ca. 20 Minuten
empfohlenes Alter: ab 8 Jahren

Unsere Wertung:

Gnislew
Yelref
Durchschnitt:

Leserwertung
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