DISCLAIMER: Dieser Bericht befasst sich nicht mit den Regeln des Spiels.
Mit Charterstone hat Brettspielautor Jamey Stegmaier 2017 sein eigenes Legacy-Brettspiel auf den Markt gebracht, in dem bis zu sechs Spieler*innen gemeinsam ein Dorf entstehen lassen, aber gleichzeitig ihre eigenen Ziele verfolgen, um pro Partie einen Sieg zu erlangen, indem sie die meisten Siegpunkte erspielen. Dieses erfolgreiche Brettspiel hat nun eine digitale Umsetzung erfahren und richtet sich dabei sowohl an Menschen, die bereits mit der Kampagne vom analogen Charterstone vertraut sind, aber auch an Neueinsteiger*innen, die gerne in diese Welt eintauchen wollen.
Die App gibt allen Spieler*innen dabei die Möglichkeit Charterstone ganz nach ihrem Erfahrungsstand mit dem Brettspiel zu erleben. Wer bereits die Kampagne von Charterstone durchgespielt hat, kann in der digitalen Umsetzung die Tutorials ganz einfach überspringen und wer die Regeln des Brettspiels noch nicht kennt, wird mit diesen Tutorials Schritt für Schritt an den Ablauf herangeführt. Dabei überzeugt die App durch eine intuitive Benutzeroberfläche, die das komplexe Worker-Placement-Gameplay übersichtlich darstellt, wenngleich man sagen muss, dass ein größeres Display dennoch von Vorteil ist, um den Überblick zu behalten. Charterstone ist schon auf dem Spieltisch in seiner analogen Form ein Spiel mit einem recht großen Spielplan und der konnte zwar digitalisiert, aber nicht so verkleinert werden, dass er auf einen Bildschirm passt. Man scrollt also während einer Partie häufig über den Plan und erkennt dann natürlich auf dem größeren Display einfach besser, welche Optionen die unterschiedlichen Gebäude bieten.
Ehrfreulich, dass die Appumsetzung von Charterstone nicht einfach nur die Optik der Brettspiels übernommen hat. Die schon in der Vorlage liebevoll gestalteten Zeichnungen haben in der App nun kleine animierte Ergänzungen bekommen, die der digitalen Version zwar keinen ganz eigenen Charme verleihen, aber das Spiel optisch dynamischer erscheinen lassen. Manchmal sind es die kleinen Dinge, die dazu beitragen, dass eine Digitale Transformation gelingt.
Da Charterstone auf einem Brettspiel basiert, liegt es nahe, dass es sich hier nicht um ein Spiel handelt, was man alleine spielt. Dies ist bei der App richtig und falsch zugleich. Die Kampagne lässt sich in der App auch alleine spielen, dann gegen KI-Gegner, denen man unterschiedliche Stärken zuweisen kann. Insgesamt kann man gegen bis zu fünf solcher KI-Gegner antreten. Wie die Vorlage auch, kann der kompetitive Dorfbau also maximal zu sechst durchgeführt werden. Wenn man allerdings lieber gegen echte Gegner spielen möchte, gibt es auch einen Onlinemodus. Ich spiele Brettspiele ja lieber am Tisch gegen echte Menschen und bevorzuge daher den Einspielermodus, aber wer sich gerne gegen echte Menschen misst, wird hier in jedem Fall nicht vergessen.
Mit Charterstone hat eine gelungene Brettspielumsetzung ihren Weg von der analogen in die digitale Spielwelt gefunden. Die Regeln sind für Neueinsteiger dank Tutorial schnell gelernt und da es sich eh um Legacy-Spiel, also um ein Spiel mit sich über die Kampagne ändernden Regeln handelt, ist die Einstiegshürde niedrig und nach und nach kommen über die Kampagne neue Elemente dazu, die auch Vielspieler erst während so einer Kampagne kennenlernen. Wer also gerne Brettspiele und hier das Subgenre Worker Placement mag, kann gerne einen Blick riskieren.
Fakten:
Name: Charterstone: Digital Edition
Entwickler: Acram Digital
Publisher: Acram Digital
Spieler: 1 Spieler*innen (Offline) / 1 – 6 Spieler*innen (Online)
Altersfreigabe: USK freigegeben ab 6 Jahren
Unsere Wertung:
Gnislew:
(3,5 / 5)

[…] Umsetzung spendiert und diese Concordia: Digital Edition getauft. Wie schon zuletzt bei der Chartstone: Digital Edition beweiset Acram Digitial hier erneut, dass sie ein Händchen für digitale Brettspielumsetzungen […]