Wenn ein Brettspielgenre in den letzten Jahren wirkliche viele Spiele bekommen hat, dann ist es wohl das Roll & Write Genre. Qwixx hat hier einen regelrechten Boom losgetreten, der auch 2023 noch kein Ende gefunden hat. Bereits 2020 hat sich mit Blätterrauschen ein Genrevertreter vorgestellt, der vor allem durch eines direkt in Erinnerung bleibt, durch seine knallbunte Optik.
Die Wertungsblätter repräsentieren hier die vier unterschiedlichen Jahreszeit und die Blätter jeder Jahreszeit kommen in jeweils einer eigenen Farbe daher. Doch damit nicht genug. Innerhalb der Jahreszeiten sind die einzelnen Felder der Blätter auch noch unterschiedlich farblich hinterlegt. Gerade wenn man noch nicht so viele Roll & Write Spiele gespielt hat, kann dieses bunte Blatt einen zunächst erschlagen und selbst wenn man im Genre zu Hause ist, stellt man sich kurz die Frage, wie Blätterrauschen sinnvoll funktionieren soll.
Erstaunlich einfach, denn im Grunde werden pro Zug nur wenige Aktionen gemacht. Roll & Write typisch, startet ein Würfelwurf einen Zug. Dieser besteht hier aus zwei sechsseitigen Würfeln und bestimmt die Größe eines Gebietes, was alle Spieler umranden müssen. Ein Würfel definiert dabei die Länge, der Andere die Breite des Gebietes. Im zweiten Schritt streichen dann alle Spieler im gerade entstehenden Gebiet alle Symbole einer Art ab. Und genau dieses Ankreuzen entscheidet darüber, ob und wie viele Siegpunkte man am Ende bekommt. Spielt man ein Frühlingsblatt, bringt zum Beispiel jeder Baum am Ende einen Punkt und wenn man es schafft, mehr als 10 Bäume anzukreuzen, noch einmal fünf Bonuspunkte.
Durch die Vielzahl an Wegen Punkte zu bekommen und den Glücksfaktor würfeln, gibt es auch nach unzähligen Partien keine “Go To”-Strategie. Mit jedem Würfelwurf und mit jeder neuen Partie muss neu geschaut werden, welche Möglichkeiten einem offenstehen. Wichtig dabei ist zu verstehen, wie die einzelnen Symbole Punkte bringen und genau da liegt auch die Schwäche von Blätterrauschen. Dadurch, dass es vier unterschiedliche Jahreszeiten gibt, gibt es auch auf den Blättern sehr unterschiedliche Wege, um zu punkten. Gerade wenn man eine neue Jahreszeit ausprobiert und noch nicht genau weiß, welches Kreuz welche Auswirkung hat, schaut man viel und oft nach, was genau welches Symbol bedeutet. In einer Erstpartie auf dem Frühlingsblatt mag dies nicht stören, doch wenn man in der vierten oder fünften Partie immer noch regelmäßig zur Anleitung greifen und sich Details anlesen muss trübt dies den Spielfluss im negativen Sinne.
Auch geht durch die bunte Optik die Übersicht leicht verloren. Da hilft auch der Tipp aus der Anleitung nur bedingt, der rät, abgehandelte Gebiete durchzustreichen.
Insgesamt gibt Blätterrauschen Spielerinnen und Spielern die Chance ein komplexeres Roll & Write als es zum Beispiel Platzhirsch Qwixx ist zu spielen, ohne dabei mit komplizierten Regeln zu überfordern. Die vier Jahreszeiten brauchen ein wenig Übung bis die Symbole sitzen und die Optik ist leider auch nicht optimal, aber dafür erlaubt Blätterrauschen einen Puzzlewettstreit um die beste Platzierung der geforderten Gebiete und die optimale Markierung von Symbolen. Und so negativ die vielen Symbole auch sind, dank ihrer Verteilung über vier Jahreszeiten ist auf jeden Fall ein Wiederspielreiz gegeben.
Fakten
- Name: Blätterrauschen
- Autor: Paolo Mori
- Grafik: Elli Jäger
- Verlag: KOSMOS
- Jahr: 2020
- Art: Roll & Write
- Spieler*innen: 2 – 6 Spielerinnen
- Spieldauer: ca. 20 Minuten
- Alter: ab 8 Jahren
Unsere Wertung
Gnislew:
(2,5 / 5)
