No Return ist 2019 bei moses erschienen. Wirft man nur einen schnellen Blick auf das Spielmaterial könnte man meinen, dass es sich hierbei um eine Qwirkle-Variante handelt. Doch weit gefehlt No Return hat zwar Spielsteine die man aus einem Beutel zieht, ansonsten allerdings keine Gemeinsamkeiten.

Zahlenreihen aufbauen, Zahlenreihen abbauen

No Return ist ein Spiel aus zwei Phasen. In Phase Eins bauen die Spielenden Zahlenreihen auf, in Phase Zwei werden diese Zahlenreihen wieder abgebaut. Ein interessanter Aspekt ist dabei, dass die Spielenden diese Phasen nicht synchron durchlaufen werden. Es kann also sein, dass manche Spieler noch Phase Eins spielen, während andere Spieler bereits voll mit Phase Zwei beschäftigt sind.

Phase Eins: Zahlenreihen aufbauen

Zu Beginn jeder Partie werden zunächst alle 132 Spielsteine in den zum Spiel gehörenden Stoffbeutel gepackt. Dabei ist es schon einmal interessant zu wissen, dass es Steine in sechs verschieden Farben mit den Werten Eins bis Elf gibt und jeder Zahlenwert pro Farbe zweimal vorhanden ist. Verdeckt ziehen nun alle Spielenden acht dieser Steine aus dem Beutel und stelle diese vor sich ab, so dass nur sie selbst die Werte sehen können. Ist man mit den gezogenen Steinen unzufrieden darf nun einmal außer der Reihe getauscht werden. Anders als später in der laufenden Partie, wo man maximal bis zu vier Steinen tauschen darf, darf man an dieser Stelle so viele Steine tauschen wie man möchte.

Sind alle Spielenden damit durch, beginnt die eigentliche Phase Ein. Hier hat der aktive Spielende zwei Möglichkeiten. Es können entweder Steine ausgelegt werden oder Steine von der Hand getauscht werden.

Beim Tausch ist es nun nur noch erlaubt bis zu vier Steine zu tauschen. Die Steine die man tauschen möchte kommen dabei aus dem Spiel und es werden aus dem Beutel entsprechend viele neue Steine nachgezogen.

Will man Steine auslegen gilt es einige Auslegeregeln zu beachten.

  • es dürfen immer noch Steine einer Farbe gelegt werden, allerdings so viele Steine der Farbe man möchte
  • jede Farbe bildet eine eigene Spalte und von jeder Farbe darf man nur eine Spalte auslegen
  • Steine müssen in ihren Zahlenwerten von groß nach klein ausgelegt werden, wobei zwei gleiche Zahlen aufeinander folgen dürfen
  • Steine dürfen nicht in bestehende Reihen eingefügt werden, sondern nur angelegt werden

Hat man Steine ausgelegt, zieht man nun so viele Steine aus dem Beutel nach wie man soeben ausgespielt hat.

Phase Zwei: Zahlensteine Abbauen

Da das Spiel endet sobald der Beutel leer ist und man am Ende einer Partie ja gerne auch ein paar Punkte auf dem Konto haben möchte, kann jede(r) Spielende entscheiden wann man in Phase Zwei wechseln möchte und somit anfängen möchte die aufgebauten Reihen wieder abzubauen. Abgebaute Steine bringen nämlich am Ende der Partie ihren aufgedruckten Wert als Pluspunkte, während die zum Schluss noch ausliegenden Steine Minuspunkte darstellen.

Für den Abbau von Steinen gelten leicht andere Regeln als für den Aufbau:

  • im eigenen Zug dürfen beliebig viele Steine abgebaut werden, allerdings nur von einer Farbe
  • Die Zahlen müssen vom kleinsten Wert zum größten Wert abgebaut werden, wobei keine Steine übersprungen werden dürfen
  • um Steine abzuräumen muss mit den Handsteinen eine Summe gebildet werden, um anschließend Steine bis zu dieser Summer abzuräumen
  • die Steine die zur Summenbildung genutzt werden müssen alle dieselbe Farbe haben
  • die abgeräumten Steine werden als verdeckte Stapel vor den Spielenden abgelegt
  • die Steine die zur Bezahlung genutzt wurden gehen aus dem Spiel

Weiterhin steht auch in Phase Zwei die Tauschaktion zur Verfügung für die die gleichen Tauschregeln wie in Phase Eins gelten.

In manchen Partien kann es vorkommen, dass ein(e) Spielende(r) bereits alle Steine abgeräumt hat, andere Spielende aber noch Steine ausliegen haben oder der Beutel noch nicht leer ist. In diesem Fall darf der betroffene immer noch die Tauschaktion durchführen um das Spielende schneller herbei zu führen.

Ist der Beutel schließlich leer wird die aktuelle Runde noch zu Ende gespielt. Anschließend bilden alle Spieler die Differenz der erspielten Pluspunkte und den noch ausliegenden Minuspunkten. Wer dann die meisten Punkte hat gewinnt die Partie No Return.

Einfach und doch taktisch

Die Regeln von No Return sind wirklich schnell erlernt und doch ist No Return ein Spiel, was ein wenig Hirnschmalz erfordert. Permanent muss man darüber nachdenken wie viele Steine man ausspielen möchte, ob und wann man in Phase Zwei wechseln möchte und wie viele Steine man abbauen möchte.

Dabei schwirrt einem natürlich immer im Kopf herum was für Auswirkungen die eigene Entscheidung hat. Baut man zum Beispiel nur wenige, aber dafür höherwertige Steine auf und ab, dann hat man am Ende vielleicht einige Punkte gesammelt, die Mitspielenden haben aber wahrscheinlich auch noch die Chance über längere Zeit ihre eigenen Reihen auf und abzubauen umso ein besseres Ergebnis als das Eigene zu erzielen.

Wartet man allerdings zu lange mit einem Wechsel in Phase Zwei kann dies ebenso nach hinten los gehen. Wenn dann die Steine ausgehen sind die Chancen groß, dass man einiges an Minuspunkten vor sich liegen hat und man so eben nicht den Sieg erringen kann.

Was mir gut gefällt ist, dass No Return wirklich gut als Familienspiel funktioniert. Da man hier im Grunde für sich selber spielt und nicht auf die Aktionen der Anderen angewiesen ist werden die Kinder am Tisch nicht dadurch benachteiligt, dass sie bestimmte Strategien noch nicht erfassen können und den richtigen Zeitpunkt für den Phasenwechsel erkennen Kinder gut daran, dass man selber ständig den Beutel in der Hand hat und so erfühlt wie voll den der Beutel noch nicht.

Mit No Return hat moses somit ein wirklich schönes Spiel im Portfolio was von mir gerne gespielt wird. Zwar könnten die Spielsteine etwa größer und die Farben etwas kräftiger sein, aber mit diesen beiden kleinen Kritikpunkten hat man sich schnell arrangiert. Wer auf der Suche nach einem Legespiel mit einem gewissen Kniff ist kommt an No Return nicht vorbei.

Fakten

  • Name: No Return
  • Autor: Marco Teubner
  • Grafik: Fiore GmbH
  • Verlag: moses. Verlag GmbH
  • Jahr: 2019
  • Art: Brettspiel
  • Spieler: 2 – 4 Spieler
  • Spieldauer: ca. 30 Minuten
  • Alter: ab 8 Jahren

Unsere Wertung

Gnislew: 3.5 out of 5 stars (3,5 / 5)

Von Gnislew

Herausgeber von Blogspiele - Die ganze Welt der Spiele. Spiele so ziemlich alles was ich in die Finger bekommen egal ob analog oder digital.

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