Der Santa Monica Pier ist eine Touristenattraktion in Kalifornien. Dort gibt es einen kleinen Vergnügungspark, ein Aquarium, die Möglichkeit essen zu gehen und sogar angeln kann man dort. Doch heute soll es nicht um den Santa Monica Pier gehen, sondern um das Spiel Santa Monica von Josh Wood, erschienen bei Skellig Games.

In diesem übernehmen die zwei bis vier Spiele die Kontrolle über einen Strandabschnitt und versuchen ihren eigenen Strandabschnitt für Einheimische und Touristen möglichst attraktiv zu gestalten um dadurch am Ende mit eben jenen Strandabschnitt den Sieg einzuheimsen.  

Nun könnte man jedem Spieler Stift und Papier geben und jeden Spieler dann einfach den Strandabschnitt seiner Träume malen lassen, doch Santa Monica verfolgt hier einen anderen Weg. In Santa Monica erschafft man seinen Traumstrand über das Draften von Spielplättchen.

Damit das Spiel starten kann müssen zunächst einige Vorbereitungen getroffen werden. Als erstes müssen die 78 Merkmalskarten, dass sind die Karten die die unterschiedlichen Strandabschnitte zeigen, gemischt werden. Zufällig müssen dann zwei Reihen a vier Karten ausgelegt werden, eine vordere und eine hintere Reihe.

Aus den vier Sanddollarplätchen werden anschließend zwei zufällig ausgewählt und offen ausgelegt. Was genau es mit diesen Plättchen auf sich hat erkläre ich etwas später, wenn der eigentliche Spielzug erklärt wird.

Aus den drei Wertungsplättchen wird ebenfalls ein Plättchen zufällig gezogen und bereit gelegt. Dieses Plättchen gibt an, welche Ziele am Ende gesondert gewertet werden.

Nun müssen noch die Figuren und Marker bereit gelegt werden. Sortiert nach ihrer Art werden diese neben dem Spielplan platziert. Es gibt Marker für Einheimische, für Touristen, Sandollars, Sanddollar-Multiplikatoren und Fußspurmarker.

Nun darf entschieden werden, wer Startspieler ist. Das Spiel schlägt hier vor den Spieler zum Startspieler zu machen der zuletzt am Strand war und der gewählte Startspieler bekommt anschließend den Startspielermarker.

Nun werden die Startspielerplättchen zufällig gezogen. Und zwar genau so viele Plättchen wie Spieler mitspielen. Diese Plättchen sind doppelt so hoch wie die Merkmalskarten und zeigen eine Strandabschnitt und einen Promenadenabschnitt. In umgekehrter Spielerreihenfolge sucht sich nun jeder Spieler ein Startplättchen aus und bekommt einen eventuell abgedrucken Startbonus sowie eine Referenzkarte.

Zuletzt platziert der Startspieler noch den Food Truck Meeple unter einer der Karten aus der Auslage und den Gourmet zwei Felder entfernt vom Truck. Dann geht das eigentliche Spiel los.

Ein Spielzug bei Santa Monica besteht immer aus drei Aktionen.

  1. Merkmalskarten auswählen und und platzieren
  2. Platzierungsaktionen durchführen
  3. Die Auslage erneuern

Was passiert in Aktion 1, beim Merksmalskarten auswählen und platzieren? Bereits beim Spielaufbau wurden ja zwei Reihen mit jeweils vier Merkmalskarten ausgelegt. Aus dieser Auslage darf nun in dieser Aktion eine Karte gewählt und platziert werden. Wichtig dabei ist, dass nur eine der Karten aus der vorderen Reihe gewählt werden darf. Ebenfalls interessant: manche Karten bringen zusätzliche Belohnungen, deren Erklärung allerdings den Umfang dieser Besprechung sprengen würde.

Einmal gewählt muss die Karte für die man sich entschieden hat dann angelegt werden. Hat man sich für eine Strandkarte entschieden, muss diese in die obere Reihe des eigenen Strandabschnitts angelegt werden, Promenadenkarten in die untere Reihe. Dabei muss jeder Karte an eine bereits gelegte Karte oder das Startplättchen angrenzen, wobei eine diagonale Verbindung dabei nicht gültig ist.

Natürlich will man nicht irgendeine Karte legen, sondern eine die in den eigenen Strandabschnitt passt. Dafür haben die Karte eine Ikonografie, die bei der Entscheidungsfindung helfen. So kann man nicht nur erkennen zu welcher Kategorie eine Karte gehört, was für die Bildung von Gruppen in Bezug auf die Schlusswertung wichtig ist, man bekommt auch Informationen darüber ob die Karte nach ihrer Platzierung eine Aktion triggert oder ob die Karte in der Schlusswertung eine spezielle Wertung auslöst. Manche Karten zeigen auch Wertungsringe, in die in der zweiten Aktion Meeple bewegt werden können und bei denen es am Ende Punkte gibt, wenn eine bestimmte Kombination an Meeplen im Ring steht.

Aktion 1 ist damit eigentlich abgehandelt, allerdings gibt es für die normale Auswahlaktion noch eine Alternative. Anstatt eine Karte aus der Auslage zu nehmen, können Sanddollar, die man durch Karten verdient hat, dazu genutzt werden eine der Aktionen auszuführen die aus den zu Beginn zufällig gewählten Sanddollarkarten zu lesen sind. Dadurch kann es zum Beispiel dazu kommen, dass man nicht nur eine, sondern zwei Karten auswählen und platzieren darf.

Doch kommen wir zur zweiten Aktion, der Durchführung von Platzierungsaktionen. Diese Aktion ergibt sich, wie oben geschrieben, aus der gewählten Merkmalskarte. Für die Platzierung gelten nur wenige Regeln. Strandkarten gehören so in die obere Reihe, Promenadenkarten in die untere Reihe. Zudem muss jede Karte an mindestens eine andere Karte angrenzen. Also genau die Punkte, die bereits weiter oben beschrieben wurde. Liegt eine Karte, wird noch eine mögliche Platzierungsaktion durchgeführt. Diese kann zum Beispiel neue Besucher in den Strandabschnitt bringen, Sanddollar einbringen oder die Möglichkeit sein Figuren bewegen zu können.

So wird Zug um Zug gespielt, bis der Zeitpunkt gekommen ist, an dem ein Spieler seine 14. Karte platziert hat. Nun wird die Runde noch zu Ende gespielt an deren Ende alle Spieler ihre Figuren noch einmal bewegen dürfen, bevor es zur Schlusswertung kommt.

Hier gibt es nun Punkte in verschiedenen Kategorien. So bekommt man Punkte für die erfüllten Aufgaben in Aktivitätskreisen, für die sie Aufgaben die einzelne Karten vorgegebene haben, für die Bewegungen von VIPs und für die Bedingungen der Siegpunktkarten. Alles zusammen ergibt eine Summe und wer dann die meisten Punkte geht als Sieger der Partie Santa Monica hervor.

Nun habe ich so viel über den Spielablauf geschrieben oben bisher auch nur ein Wort eigene Meinung zu verlieren. Zeit also endlich darüber zu schreiben, wie mir das Spiel gefallen hat. Hier muss ich sagen, dass ich Santa Monica mag. Zwar wird der Einstieg ins Spiel ein wenig dadurch erschwert, dass die Anleitung nicht perfekt geschrieben ist und manches erst beim zweiten oder dritten lesen klar wurde, einmal verstanden entpuppt sich das Spiel allerdings als ein Spiel mit recht einfachen Regeln. Die Herausforderung ist es ganz klar mit den ausliegenden Karten das bestmögliche aus seinem Strandabschnitt herauszuholen und dabei auch einen Blick darauf zu haben, ob eine Karte vielleicht besser genommen wird, damit ein anderer Spieler nicht super viele Punkte mit der Karte holen kann.

Santa Monica erlaubt gerade mit mehr als zwei Spielern nicht, dass man seinen nächsten Zug bereits planen kann, da sich die Auslage mit den zur Auswahl stehenden Karten ständig ändert, was leider dazu führt, dass ein einzelner Spielzeug oft länger dauert als nötig. Auf der anderen Seite sorgt dies aber auch dafür, dass man ständig genau aufpasst, was die anderen Mitspieler machen. Und trotz der geringen Planbarkeit, macht die Entwicklung des eigenen Strandabschnittes Spaß. Dadurch, dass man nicht nur auf eine Art und Weise Punkte sammeln kann, hilft oft nicht nur eine Karte aus der Auswahl dabei seinen Abschnitt zu verbessern, wodurch man sich selten wirklich ärgert wenn die Karte die man haben wollte von einem anderem Spieler gewählt wurde. Und auch die Optik der Karten trägt zum Spielspaß bei. Gerade die Gebäude der Promandenteile sind schön abwechslungsreich gestaltet und laden zum entdecken ein.

Santa Monica erfindet das Genre des Karten draftens nicht neu. Im Grunde sind alle Elemente bereits aus anderen Spielen bekannt, doch die Optik, die niedlichen Meeple und die vielen Auswahlmöglichkeiten machen Santa Monica zu einem mehr als soliden Vertreter des Genres. Bei mir kommt Santa Monica jetzt sicher regelmäßig auf den Tisch.

Fakten

Name: Santa Monica
Autor: Josh Wood
Grafik: Jeremy Nguyen, Josh Wood
Verlag: Skellig Games
Jahr: 2020
Art: Strategiespiel
Spieler: 2 – 4 Spieler
Spieldauer: ca. 45 Minuten
Alter: ab 14 Jahren

Unsere Wertung

Gnislew: 3.5 out of 5 stars (3,5 / 5)

Von Gnislew

Herausgeber von Blogspiele - Die ganze Welt der Spiele. Spiele so ziemlich alles was ich in die Finger bekommen egal ob analog oder digital.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.