Leider hat es ein bisschen gedauert bis zu meiner nächsten Rezension hier auf Blogspiele. Ich hatte mir jetzt auch eigentlich auch vorgenommen mal wieder ein „großes“ Spiel zu besprechen, doch dann wurde ich hellhörig als es mitbekam, dass es ein Kartenspiel gibt, welches mit „Magic: The Gathering meets Uno beschrieben wurde. Ich bin seit sehr langer Zeit Schiedsrichter für Magic und daher natürlich sofort dabei, wenn ich so eine Aussage höre. Und somit ist dann Riftforce in meinen Besitz gewandert. Das Spiel ist für genau zwei Spieler, was ich persönlich ja eigentlich nicht so mag, aber in den heutigen Zeiten sicherlich keine schlechte Sache ist.

Riftforce ist im Vorfeld komplett über Kickstarter finanziert worden und hat auch dort eine Menge Lob und Anerkennung gefunden.

So jetzt aber genug der Vorgeschichte. Jetzt werde ich euch erstmal kurz erklären worum es hier eigentlich geht:

Bei Riftforce übernimmt jeder Spieler einen Zusammenschluss von verschiedenen Gilden, welche sich zusammengeschlossen haben das wertvolle Riftforce aus den Rifts, welche inzwischen die Welt umspannen zu gewinnen, bevor es die anderen Gilden tun. Jeder Gilde besteht aus Elementen, welche eine einzigartige Fähigkeit besitzen, welche es in dem Spiel sinnvoll zu kombinieren und einzusetzen gilt.

Der Aufbau des Spiels ist schnell gemacht: Die beiden Skalahälften zum Zählen der Punkte werden ausgelegt. Daneben werden die 5 Orte mit den Rifts nebeneinandergelegt. Die Schadenmarker werden in der Nähe platziert. Beide Spieler legen ihren Zählmarker neben das Feld 1 auf der Skala.

Jetzt werden die Gilden ausgewählt. Im Spiel gibt es genau 10 Gilden mit jeweils 9 Karten. Für jede Gilde gibt es eine Beschwörerkarte, auf welcher die einzigartige Fähigkeit der Gilde steht. Diese 10 Beschwörer werden verdeckt gemischt und eine gezogen. Die gezogene Gilde wird beiseite gelegt. Sie wird in diesem Spiel nicht mitwirken. Danach zieht jeder Spieler verdeckt einen Beschwörer. Diese Gilde wird man auf jeden Fall in diesem Spiel kontrollieren.

Der Startspieler darf jetzt eine der übrigen Gilden wählen. Das geht dann abwechselnd so weiter bis beide Spieler 4 Gilden kontrollieren. Die letzte Gilde wird ebenfalls beiseite gelegt.

Dann legt jeder Spieler die Beschwörerkarten seiner Gilden offen aus und mischt alle Elemente zu seinem Nachziehstapel. Jeder zieht eine Starthand von 7 Karten. Der Spieler, welcher nicht beginnt platziert die oberste Karte seines Nachziehstapels jetzt offen an den mittleren Ort.

Dann kann es losgehen:

Beide Spieler sind abwechselnd an der Reihe und haben in ihrem Zug immer genau eine Aktion. Es gibt 3 verschiedene Aktionen:

  1. Ausspielen
  2. Aktivieren
  3. Überprüfen und Nachziehen

Beim Ausspielen darf man bis zu die Elemente aus seiner Hand ausspielen, welche entweder zu einer Gilde gehören oder die gleiche Zahl zeigen. Von jeder Gilde gibt es übrigens

  • 4 Elemente mit der Zahl 5
  • 3 Elemente mit der Zahl 6
  • 2 Elemente mit der Zahl 7

Diese Elemente dürfen entweder alle an einen Ort oder an verschiedene angrenzende Orte gespielt werden. Allerdings niemals mehr als ein Element pro Ort.

Wenn man die Aktion Aktivieren ausführen will, darf man auch wieder bis zu 3 Elemente einer Gilde oder mit der gleichen Zahl aktivieren. Um dies machen zu dürfen, muss man allerdings eine entsprechende Karte von seiner Hand abwerfen.

Dann werden die gewünschten Elemente aktiviert und führen die Fähigkeit aus, welche auf der Beschwörerkarte angegeben ist. In diesem Fall müssen die aktivierten Elemente nicht an einem Ort oder angrenzend sein.

Sollte man beim Aktivieren gegnerische Elemente zerstören, bekommt man dafür jeweils einen Riftforce und bewegt seinen Zählmarker auf der Skala einen Schritt weiter.

Die Aktion Überprüfen und Nachziehen darf man nur ausführen, wenn man weniger als 7 Karten auf der Hand hat.

Es wird überprüft ob man Orte kontrolliert. Dies ist der Fall, wenn an einem Ort zwar eigene Elemente ausliegen aber keine vom Gegner. Für jeden kontrollierten Ort bekommt man einen Riftforce. Danach zieht man wieder auf 7 Handkarten auf.

Sobald ein Spieler 12 Riftforce bekommen hat, wird die Runde noch zu Ende gespielt und der Spieler welcher mehr Riftforce hat, gewinnt.

Mein Fazit

Ich nehme es direkt vorweg: ich bin wirklich begeistert von diesem Spiel. Wie ihr ja gesehen, bzw. gelesen habt, sind die Regeln sehr kurz und übersichtlich. Man hat diese einmal gelesen und kann sofort losspielen.

Allerdings täuschen die Regeln doch sehr über die Spieltiefe hinweg. Denn spätestens an seinem zweiten Zug fängt man schon an nachzudenken, was jetzt die sinnvollste Aktion ist. Es wird sehr schnell ein kluges und taktisches Spiel was eine hohe Lernkurve aufweist.

Dadurch, dass die Zusammenstellung der Gilden immer unterschiedlich ist, hat man auch als neuer Spieler gegen jemanden, der das Spiel schon ein paarmal gespielt hat, gute Chancen.

Natürlich kann ich nicht leugnen, dass man schnell bestimmte Zusammensetzungen von Gilden favorisiert. Aber diese Zusammenstellung muss man auch erstmal zusammenbekommen. Bisher hatte ich auch noch nicht das Gefühl, dass es eine übermächtige Kombination gibt.

Nach einigen Partien habe ich immer noch Lust dieses Spiel zu spielen, daher hat es für mich einen hohen Wiederspielreiz, was natürlich auch an den vielen Kombinationsmöglichkeiten liegt. Erweiterungen scheinen bisher auch nicht geplant zu sein.

Man bekommt bei Riftforce für knappe 20 Euro ein wirklich tolles, taktisches Kartenspiel an welchem man viel Freude haben wird, wenn man gerne taktisch spielt.

Für Familien und Einsteiger würde ich es daher allerdings nicht empfehlen, auch wenn die Regeln denkbar einfach sind.

Von mir eine klare Empfehlung, erst Recht für die jetzige Zeit.

Fakten

Name: Riftforce
Autor: Carlo Bortolini
Spieler: 2
Dauer: ca. 30 Minuten
Alter: ab 10 Jahre
Verlag: 1 More Time Games

Meine Wertung

Yogi: 4.5 out of 5 stars (4,5 / 5)

Von Yogi

männlich, Anfang 40, Brettspiel-Nerd

2 Gedanken zu „Magic: The Gathering meets Uno?“

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