In Oracle versuchen wir verschiedene Fabeltiere zu sammeln, bzw, Chips die in der Mitte ausliegen um möglichst viele Siegpunkte zu sammeln. Gleichzeitig hat jeder Spieler Aufgaben (Prophezeiungen) zu erfüllen, welche am Ende zusätzliche Siegpunkte bringen. 

Klingt jetzt nicht nach einem 08/15-Stichspiel? So ist es auch. Aber zunächst kurz die Fakten und dann verrate ich euch wie das Spiel funktioniert:

  • Name: Oracle
  • Autor: Stefan Dorra
  • Spieler: 3-5 Spieler
  • Dauer: ca. 30 Minuten
  • Alter: ab 10 Jahren
  • Verlag: Skellig Games

Grundsätzlich gibt es vier Farben mit jeweils Karten mit den Werten von 1 bis 12. Auf den Karten von 1 bis fünf ist je eine Hydra abgebildet, auf den Karten von 6 bis 9 ein Pegasus und auf den Karten von 10 bis 12 ein Phoenix.

Die Karten werden zu Beginn gleichmäßig auf alle Spieler verteilt. Danach bekommen alle Spieler noch eine bestimmte Anzahl von Aufgabenkarten, aus denen sie zwei, von denen sie glauben sie in dieser Partie erfüllen zu können, auswählen. Seine Handkarten darf man dazu natürlich zu Rate ziehen.

In der Mitte werden Siegpunktchips bereitgelegt, welche jeweils Siegpunkte und eines der Tiere auf sich abgebildet haben.  Für jedes Tier gibt es aber allerdings auch einen Loser-Chip. Auf diesen werde ich gleich zurückkommen.

Eigentlich geht es dann wie bei einem normalen Stichspiel los.  Der Startspieler spielt eine beliebige Handkarte aus und die anderen müssen im Uhrzeigersinn die geforderte Farbe der ersten Karte bedienen. Den Stich gewinnt dann die Karte mit dem höchsten Wert. 

Jetzt kommt aber schon die erste Besonderheit: kann man die geforderte Farbe nicht bedienen, darf man eine beliebige andere Karte in den Stich werfen. Sollte diese dann den höchsten Wert zeigen, gewinnt diese trotzdem den Stich. Das macht das Spiel sehr schwer ausrechenbar. 

Es gibt aber noch einen weiteren Kniff: Sollte eine Karte mit dem Wert 12 im Stich liegen, wird diese immer von einer Karte mit dem Wert 1 geschlagen. Dann gewinnt der Spieler den Stich, der die Karte mit der 1 gespielt hat. 

Der Sieger eines Stichs bekommt als Belohnung dann einen Chip aus der Tischmitte, welches das Tier zeigt, mit dessen Karte der Stich gewonnen wurde. Aber Vorsicht: Wenn man einen Stich gewinnt und von dem entsprechenden Tier nur noch der Loser-Chip übrig ist, muss man diesen nehmen. Dieser Chip sorgt bei Spielende dafür, dass alle Chips des gleichen Tieres in der Wertung nichts zählen. 

Diesen Chip wird man nur wieder los, wenn später ein anderer Spieler einen Stich mit diesem Tier gewinnt. Dann bekommt dieser den Loser-Chip. Eine zweite Möglichkeit ist, erneut einen Stich mit dem Tier zu gewinnen, dann darf man den Chip zurück in die Mitte legen. 

Es werden dann so lange Stiche gespielt, bis keiner mehr Karten auf der Hand hat. Dann wird gewertet. Man bekommt Siegpunkte für seine gesammelten Chips oder eben auch nicht, wenn man den entsprechenden Loser-Chip hat.

Dann wird noch geschaut ob man seine Aufgaben erfüllen konnte. Dafür gibt es dann auf den Karten festgelegte Siegpunkte. 

Dann geht es entweder in den nächsten Durchgang oder der Spieler mit den meisten Siegpunkten hat gewonnen. Es werden immer so viele Durchgänge gespielt, wie Spieler am Spiel teilnehmen.

Mein Fazit:

Grundsätzlich gibt es gefühlt ja unendlich viele Stichspiele auf dem Markt und es ist nicht ganz einfach daraus , im wahrsten Sinne des Wortes, hervorzustechen.  Aber ich kann sagen, dass Oracle das schon gelungen ist.

Die Mechanik, dass ein Stich auch von Karten anderer Farbe gewonnen werden kann ist nicht gewöhnlich und macht das Spiel unberechenbar. In unseren Partien sind so viele sicher geglaubte Stiche doch noch verloren gegangen. Es hat ein bisschen gedauert, bis sich alle an diese Regel gewöhnt hatten. Daran kann man mal sehen, wie man regeltechnisch eigentlich schon festgefahren ist. Natürlich braucht man dann auch eine gewisse Frustrationsgrenze, wenn einem dann doch noch Stiche verloren gehen. Allerdings haben wir auch in unserer Runde festgestellt, dass sich das auch immer während der Durchgänge ausgleicht. 

Mir gefällt besonders die Regel, dass die Karte mit der 1 immer die 12 schlägt. Das ist genial und sorgt dafür, dass man nicht leichtfertig früh eine 12 in einen Stich spielt. Das hat dem Spiel dann eine gewisse taktische Tiefe verliehen. 

Was natürlich auch für ein taktisches Spiel sorgt, sind die Aufgabenkarten. Diese sind durchaus vielfältig und sorgen für stetige Abwechslung. Mal muss man eine bestimmte Anzahl Chips gewinnen, mal den ersten und mal den letzten Chip einer Art, usw. 

Dadurch ist jeder Durchgang völlig verschieden und spielt sich anders. 

Die Optik des Spiels ist sicherlich auch mal etwas anders. Mir haben die Illustrationen von den Fabeltieren gut gefallen. 

Das Material ist auch über jeden Zweifel erhaben. Die Karten haben eine gute Qualität und sind nicht nach zweimal mischen ein Fall für den Müll. Die Chips sind aus Holz, was mir persönlich ja immer gut gefällt. 

Wer also gerne Stichspiele spielt und nicht immer 08/15-Bedienmechanismen haben möchte ist bei Oracle richtig. Die Regeln hat man in 5 Minuten drauf und man kann quasi sofort losspielen. 

Ich freue mich schon auf die nächsten Partien. 

Unsere Wertung:

Yogi: 3.5 out of 5 stars (3,5 / 5)

Von Yogi

männlich, Anfang 40, Brettspiel-Nerd

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