ACHTUNG: Die Rezension enthält Bilder vom Spielmaterial, wodurch ihr gespoilert werden könntet. Keines der Bilder verrät die Lösung für ein Rätsel, kann Euch dennoch eines Überraschungsmoments berauben!

Gefühlt gibt es ja keinen Verlag, der kein Escape Spiel in seinem Sortiment hat. Und so hat auch Noris Spiele seine eigene Reihe von Escape Spielen im Handel. Escape Room: Das Spiel ist dabei das Basisspiel, welches nicht nur einen für die einzelnen Escape Spiele notwendigen Chrono Decoder liefert, sondern auch gleich vier Spiele mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad.

Von leicht bis schwer

Die Schwierigkeit der Abenteuer wird bei Escape Room: Das Spiel in Sternen gemessen. In der Grundbox hat das leichteste der vier Spiele dabei einen Schwierigkeitsgrad von zwei Sternen, das schwierigste Spiel ist mit vier Sternen eingestuft. Der maximale Schwierigkeitsgrad wären übrigens fünf Sterne, wobei es natürlich auch passieren kann, dass eine Gruppe mit einem Spiel mit zwei Sternen als Schwierigkeit mehr Probleme hat als mit einem vier Sternespiel.

Prison Break

Das erste Spiel aus der Grundbox trägt den Titel Prison Break und hat eine Schwierigkeit von zwei Sternen. Auf dem Papier also ein perfektes Einstiegsspiel, bei dem darum geht aus dem Gefängnis auszubrechen.

Virus

Auch das zweite Spiel hat vom Verlag eine Schwierigkeit von zwei Sternen zugewiesen bekommen. In Virus wird in einem Labor an geheimen Tests gearbeitet, bei denen eine Kollegin der Spieler in Ohnmacht fällt. Es bleibt eine Stunde Zeit ein Gegenmittel gegen die Substanz zu finden, die diese Ohnmacht ausgelöst hat.

Nuclear Countdown

Mit Nuclear Countdown erhöht Escape Room: Das Spiel den Schwierigkeitsgrad. Statt zwei Sternen hat dieses Spiel eine Schwierigkeit von drei Sternen. Inhaltlich geht es in diesem Spiel darum in einer Stadt eine Bombe zu finden und diese zu entschärfen.

Temple of the Aztec

Mit vier Sternen ist Temple of the Aztec das schwierigste der vier Spiele in der Grundbox. Auf der Suche nach einem Aztekenschatz werden ihr im Tempel eingeschlossen und müsst nun unter Zeitdruck einen weg heraus finden.

Schlüssel finden

Wo man bei den EXIT-Spielen aus dem Hause Kosmos nach dreistelligen Zahlen sucht um ein Rätsel zu lösen, sucht man bei Escape Room: Das Spiel nach einer Schlüsselkombination aus vier Schlüsseln. Hier kommt der Chrono Decoder ins Spiel. Dieser zeigt nicht nur die noch verbleibende Zeit an, sondern bietet auch vier Schlitze für Schlüssel. Von diesen gibt es im Spiel insgesamt 16 Stück, die mit unterschiedlichen Zahlen, Symbolen und Schlüsselbärten versehen sind. Über die Rätsel bekommt man informationen darüber welcher Schlüssel wo hingehört und wenn dann die vier benötigten Schlüssel in den Chrono Decoder gesteckt werden ertönt entweder ein Geräusch, dass man ein Rätsel korrekt gelöst hat oder aber es gibt ein akustisches Signal, dass die Schlüsselkombination falsch ist, was zugleich einen Zeitabzug zur Folge hat.

Dechiffrieren

Der Chrono Decoder hat noch eine dritte Aufgabe. Auf den Seiten des Chrono Decoders gibt es unterschiedliche Codes, die nötig sind um bestimmte Rätsel zu dechiffrieren. Wenn einer dieser Codes verwendet werden muss verweist das Spiel mit einem ER-Symbol darauf. Welcher Code benutzt werden muss, müssen die Spieler allerdings selber herausfinden. 

Hinweise

Wie eigentlich bei Escape Spielen üblich, bietet auch Escape Room: Das Spiel ein Hilfesystem. Hierzu liegt dem Spiel eine Karte mit Rotfolie bei und jedem Spiel ein Satz Hilfekarten. Je nachdem wie weit die Spieluhr bereits abgelaufen ist darf dann eine dieser Hilfekarten unter die Folie gelegt werden um so den Spielern auf die Sprünge zu helfen falls sie mal festhängen.

Zerstören, beschriften und ersetzen

Ein weiterer Aspekt bei den Escape Spielen auf dem Markt ist die Frage, ob das Spielmaterial in irgendeiner Weise zerstört wird. Bei Escape Room: Das Spiel muss Material zerstört werden, weswegen die vier Abenteuer der Grundbox auch nicht ohne weiteres weitergegeben werden können. Noris Spiele hat sich allerdings hierfür eine Lösung einfallen lassen und sorgt mit dieser Lösung zugleich dafür, dass den Spielern eine Hilfestellung gegeben wird, was die Rätsel angeht. Alle Spielelemente die auf die ein oder andere Art zerstört werden müssen sind nämlich mit einem Druckersymbol gekennzeichnet. Hierdurch wissen die Spieler zum einen, dass dieses Spielelement bearbeitet werden muss, zum anderen werden diese Spielelemente aber auch zum nachdrucken auf der Webseite des Spiels bereitgestellt, so dass ein einmal gespieltes Abenteuer zwar nicht mit den Originalmaterial, aber mit originalgetreuen Material weitergegeben werden kann.

Durchwachsener Spielspaß

Vier Abenteuer klingen erst einmal nach einer Menge Spielspaß. Und im Grunde bekommt man mit Escape Room: Das Spiel vier spannende Spiele. Die Geschichten der einzelnen Abenteuer sind zwar super komplex in ihrer Thematik aber alle konsequent umgesetzt und auch das Material der Spiele macht einen guten Eindruck. Die meisten Materialien sind zwar Zettel, doch sind diese durchweg gut gestaltet. Leichte Schwächen zeigt Escape Room: Das Spiel allerdings bei den Rätseln. In Nuclear Countdown haben wir so ein Rätsel durch einen komplett anderen Ansatz als in der Lösung vorgeschlagen gelöst und bis heute bin ich mir nicht sicher ob dies nun Glück war oder tatsächlich eine gewollte Alternative und bei Temple of the Aztec konnten wir trotz Erklärung der Lösung ein Rätsel überhaupt nicht nachvollziehen. Gerade letzteres ist etwas, was uns bei den EXIT-Spielen von KOSMOS bisher nicht passiert ist.

Auch finde ich den Schlüsselmechanismus nicht ideal. Da man an Chrono Decoder nicht einstellen kann, welches Spiel man spielt, gibt es nur eine begrenzte Möglichkeit an Kombinationsmöglichkeiten für den richtigen Code. Es geht sogar noch weiter. Wer zum Beispiel die Codes vom ersten Spiel kennt, kann mit diesen theoretisch auch das zweite Spiel lösen, da das Spiel eben nicht weiß, welches Spiel man spielt und nur erkennt ob ein Code generell für ein Rätsel als richtig im Decoder gespeichert ist.

Die Schlüssel bringen auch noch ein weiteres Problem mit sich. Leider sind die aufgedruckten Zahlen und Symbole nur schwer zu lesen. Wer also nicht die verschiedenen Möglichkeiten auf den Schlüsseln kennt, verliert alleine dadurch Zeit den richtigen Schlüssel zu suchen.

Sieht man über diese Schwächen hinweg, bekommt man wie weiter oben geschrieben ein solides Escape Spiel mit vier unterschiedlichen Szenarien. Die EXIT-Spiele von KOSMOS sind für mich zwar die erste Wahl, wer aber eine Alternative sucht, die mehr als Karten hat, macht bei Escape Room: Das Spiel nichts verkehrt.

Fakten

Name: Escape Room: Das Spiel
Autor: N/A
Grafik: Roland MacDonald
Verlag: Noris Spiele
Jahr: 2016
Genre: Escape Spiel
Spieler: 2 – 5 Spieler
Spieldauer: ca. 60 Minuten
Alter: ab 16 Jahren

Unsere Wertung

Gnislew: 3.5 out of 5 stars (3,5 / 5)

Von Gnislew

Herausgeber von Blogspiele - Die ganze Welt der Spiele. Spiele so ziemlich alles was ich in die Finger bekommen egal ob analog oder digital.

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