Force of Will: Märchensammelkarten

Sammelkartenspiele haben viele Fans. „Magic: The Gathering“ begeistert die Spieler bereits seit 1993, 1996 trat das „Pokémon“-Sammelkartenspiel auf dem Plan und 1999 „Yu-Gi-Oh!“. Von 2006 bis 2013 gab es auch ein Recht erfolgreiches Sammelkartenspiel zu „World of Warcraft“. Neben den großen Vertretern der Sammelkartenspiele gab es auch immer mal wieder kleinere und oft weniger erfolgreiche Vertreter. AMIGO Spiele hat nun einen jungen japanischen Vertretet in Deutschland in den Handel gebracht: „Force of Will“.

Magic: The Gathering trifft Yu-Gi-Oh!

Vereinfach gesprochen ist „Force of Will“ ein Sammelkartenspiel in dem das Beste aus „Magic: The Gathering“ und „Yu-Gi-Oh!“ zu einem neuen Spiel gemixt wurden. Wer sich schon einmal ein wenig mit den beiden Spielen beschäftig hat, weiß somit schon ungefähr war auf einen zukommt. Große Zahlen bei den Lebenspunkten und viele Sonderfähigkeiten der Karten.

Schöne Grafiken

Die Karten selbst sind dabei schön gestaltet. Die Texte auf den Karten fallen von der Schriftgröße für meinen Geschmack zwar ein wenig zu klein aus, aber die Artworks sind echte Hingucker. Ob Vampire oder Märchenwesen, die Mischung aus Mangastil und westlichen Anleihen geben den Spielkarten ihren ganz besondere eigenen Look, so dass man nicht das Gefühl hat hier eine billige Kopie eines anderen Sammelkartenspiel vorliegen zu haben.

Die Karten liegen auch gut in der Hand und fühlen sich wertig an. Sammler verwenden natürlich dennoch Schutzhüllen um die Karten vor Abnutzung zu schützen und so den Wert der einzelnen Karten möglichst hoch zu halten.

Besiege deinen Gegner

Das Spielprinzip von „Force of Will“ entspricht auch ziemlich genau den anderen Vertretern dieser Spielart. Im Duell treten zwei Spieler gegeneinander an und versuchen durch geschickten Einsatz ihrer Karten den gegnerischen Spieler zu besiegen.

Jeder Spieler startet dabei mit fünf Handkarten und einer Herrscherkarte, die offen vor jedem Spieler ausliegt. Nun können die Spieler in ihrem Zug Karten spielen und Angriffe auf den Gegner starten. Die einzelnen Karten haben dabei Beschwörungskosten und um diese aufzubringen, muss man Zaubersteine ins Spiel bringen. Anders als zum Beispiel bei „Magic: The Gathering“ sind die Ressourcen nicht ins eigentliche Deck gemischt, stattdessen gibt es für die Zaubersteine ein eigenes Deck. Bei „Force of Will“ hat der Spieler so ein Kartendeck mit Kreaturen und Zaubersprüchen und ein Zaubersteindeck. Einmal pro Zug darf der Spieler nun die vor sich ausliegende Herrscherkarte erschöpfen, also um 90 Grad drehen, um einen Zauberstein ins Spiel zu bringen.

Hat er zu einem bestimmen Zeitpunkt genug Ressourcen gesammelt um Karten zu beschwören, kann er dann diese erschöpfen und Karten ausspielen. Dies können Zaubersprüche und Kreaturen sein. Zaubersprüche können dabei direkten Schaden beim Gegner anrichten oder auch eigene Kreaturen verstärken. Hier ist das Spektrum sehr breit, was alles an zaubern möglich ist und mit jeder neuen Edition wächst hier natürlich auch die Varianz.

Ebenso bei den Kreaturen. Von kleinen, günstig zu beschwörenden Kreaturen bis zu mächtigen Kreaturen mit starken Sonderfähigkeiten und entsprechend hohen Beschwörungskosten ist alles dabei. Und auch hier wächst die Anzahl an Kreaturen mit jedem Set.

Im Kern wird nun versucht möglichst mächtige Kreaturen auf den Tisch zu bekommen um mit diesen den Gegner anzugreifen. Dabei kann pro Zug beliebig oft ein Angriff deklariert werden, allerdings kann jede Kreatur nur einmal pro Zug angreifen. Der Gegner hat natürlich die Möglichkeit die Angriffe zu blocken umso Schaden zu verhindern. Kommt es dabei zu einem Kampf zwischen zwei Kreaturen werden die Attacke und Verteidigungswerte miteinander verglichen. Überschreitet der Attackewert einer Kreatur den Verteidigunsgwert der anderen Kreatur, dann stirb die angegriffene Kreatur. Wir eine angreifende Kreatur nicht geblockt, dann erleidet der Spieler den Attackewert als Schaden.

Den Gegner bezwungen

Wenn im Laufe dieses Kampfes ein Spieler alle seine Lebenspunkte verloren hat, ist die Partie zu Ende. Der Spieler, der noch Lebenspunkte hat ist dann der Sieger der Partie und nach vielen Partien wird dann sicher noch über Strategien diskutiert werden. Dadurch, dass quasi jede Karte irgendwelche besonderen Eigenschaften hat, wird nämlich eine fast unendliche Möglichkeit an Spielweisen offenbart und immer wieder entdeckt man tolle Kartenkombos, durch die bestimmte Fähigkeiten noch besser funktionieren. Schnell beginnt man dann auch darüber nachzudenken welche Karten das eigene Deck besser unterstützen und welche Karten man eventuell aus dem Deck nehmen könnte und schon ist man mitten drin im Sammelkartenspielfieber.

Startersets wirklich gelungen

Um den Einstieg in „Force of Will“ möglichst einfach zu machen, hat AMIGO Spiele zwei Starterdecks auf den Markt gebracht. Zum einen ist dies das Deck „Alice vs. Dracula“ und zum anderen das Deck „Lumia vs. Schneewittchen“. Für einen ersten Einstieg kann man mit einem Starterdeck gegeneinander antreten, dann sind die Decks allerdings kleiner und man hat weniger Möglichkeiten. Den perfekten Einstieg erreicht man dagegen, wenn man sich beide Decks zulegt. Dann nämlich können die beiden kleineren Decks eines Starterdecks zu einem großen Deck zusammengefügt werden und erhält so pro Starterdeck ein vollwertiges Deck. So kostet der perfekte Einstieg für zwei Spieler in die Welt von „Force of Will“ dann um die 30 Euro, da ein Starterdeck für ca. 15 Euro erhältlich ist.

Interessant für Einsteiger und Sammelkartenspielveteranen

Unter dem Strich gelingt „Force of Will“ das Kunststück ein Spiel zu sein, das sowohl für Neueinsteiger in den Bereich der Sammelkartenspiele interessant ist, aber auch für Veteranen im Bereich der Sammelkartenspiele. Die gut ausbalancierten Starterdecks erlauben es den Neulingen sofort loszuspielen ohne sich Gedanken über die Zusammensetzung des Decks zu machen, Veteranen wird es dagegen freuen, dass sie mit den Starterdecks schon gute Karten bekommen, aber auch die Möglichkeit haben sich Booster dazuzukaufen und Feinschliff an den vorkonstruierten Decks vorzunehmen oder ein komplett eigenes Deck zu bauen.

Auch die Regeln passen. „Force of Will“ setzt auf die erfolgreichsten Mechanismen anderer Sammelkartenspiele und kann so auf Regeln setzen die in Variationen bereits erprobt sind und sich bewährt haben. Dadurch sind die Regeln schnell zu verstehen und erfahrene Spieler brauchen bei „Force of Will“ nur in Details umzudenken. Wer Lust hat in den Bereich der Sammelkartenspiele einzusteigen oder eine Alternative zu seinem Lieblingsspiel sucht, darf gerne einen Blick auf „Force of Will“ werfen. Schöne Karten, ein unverbrauchtes Szenario und gut zugängliche Regeln machen „Force of Will“ zu einem Spiel, mit dem Potenzial sich langfristig erfolgreich im Sammelkartenspielmarkt zu etablieren.

Fakten:

Titel: Force of Will
Verlag: AMIGO Spiele
Erscheinungsjahr: 2015
Kategorie: Sammelkartenspiel
Spieler: 2 Spieler
Spieldauer: ca. 30 Minuten
empfohlenes Alter: ab 12 Jahren

Unsere Wertung:

Gnislew
Durchschnitt:

Leserwertung
[Total: 0]

Die Bildrechte für das Beitragsbild liegen bei AMIGO Spiele.

Das könnte dich auch interessieren...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.