The Game: Könnt Ihr das Spiel besiegen?

Von Steffen Benndorf, dem Autor von „Qwixx“ kommt ein neues Kartenspiel, das auf den simplen Namen „The Game“ hört und den markigen Untertitel „Spiel…so lange du kannst!“ trägst. In einer Optik, die auf den ersten Blick an die „Saw“-Filme erinnert versteckt sich hinter dem einfachen Namen ein kooperatives Kartenspiel.

Aufsteigend, absteigend

Ziel des Spiels ist es kooperativ die 98 Zahlenkarten auszulegen. Der Grundaufbau sind dabei vier Startkarten in der Mitte des Tisches. Zwei dieser Karten zeigen die Zahl eins, die anderen beiden die Zahl 100. Hier müssen nun die Zahlenkarten angelegt werden, wobei die Zahlen in den beiden Einserreihen aufsteigend sein müssen und angelegten Karten an den 100er-Reihen absteigende Zahlenwerte zeigen müssen.

Jeder Spieler hat hierfür, abhängig von der Spielerzahl, Karten auf der Hand. Versucht man „The Game“ alleine zu besiegen sind dies acht Karten, bei zwei Spielern sind es sieben Karten und bei drei, vier oder fünf Spielern bekommt jeder Spieler sechs Handkarten. Ist man nun an der Reihe muss man mindestens zwei seiner Handkarten ausspielen, darf allerdings auch mehr Karten spielen. Anschließend zieht man so viele Karten nach, wie man ausgespielt hat.

Kommunikation ist wichtig

Da bei „The Game“ die beiden Legeregeln eingehalten werden müssen ist die Kommunikation untereinander ein wichtiger Faktor. Schließlich ist es mehr als schlecht, wenn ich z.B. bei einer aufsteigenden Reihe auf eine 25 eine 85 lege und so mir und meinen Spielern mal eben eine Reihe so stark ansteigen lassen, dass es für den Zahlenraum zwischen den beiden Zahlen schwer wird diese woanders anzulegen.

Indem man allerdings über die Legemöglichkeiten redet, kann genau so eine Situation verhindert werden. Zwar erlauben es die Regeln nicht über konkrete Zahlenwerte zu reden, doch alleine der Hinweis, dass man gerade eine Karte auf der Hand hat, die nah an der Zahl auf der ersten absteigenden Reihe ist, reicht ja schon aus, dass man z.B. auf eine in dieser Reihe liegende 65 jetzt nicht unbedingt eine 40 legt, sondern wenn überhaupt eine 60 oder besser gar nichts, da der Mitspieler ja vermutlich eine 64 oder 63 hat.

Der Rückwärtstrick

Doch auch wenn man prima kommuniziert, macht es „The Game“ einen nicht leicht das Spiel zu gewinnen und so gibt es einen kleinen Kniff um den Wert von aufsteigenden Zahlenreihen zu senken bzw. den von absteigenden Zahlenreihen zu erhöhen. Das Regelwerk spricht bei diesem Trick von Rückwärtstrick und dieser Trick erlaubt es bei aufsteigenden Reihen eine Karte zu spielen die genau um den Wert zehn kleiner ist als der ausliegende Wert bzw. bei aufsteigenden Reihen um den Wert zehn größer. Konkret heißt dies, wenn in einer austeigenden Reihe der Wert 42 ausliegt, dass hier eine Karte mit dem Wert 32 draufgelegt werden darf.

Gewonnen?

Je länger ein Spiel dauert umso näher kommen den Spieler den gemeinsamen Sieg. Denn das Spiel wurde besiegt, wenn es tatsächlich geschafft wurde alle Karten abzulegen. Sollte dabei der Punkt erreicht werden, dass der Nachziehstapel aufgebraucht ist, müssen noch die Handkarten weggespielt werden, ab diesem Zeitpunkt ändern sich allerdings auch die Legeregeln. Von nun an muss nämlich nur noch mindestens eine Karte ausgelegt werden und nicht wie bisher zwei.

Viel öfter kommt es wahrscheinlich vor, dass man gegen „The Game“ verliert. Immer dann, wenn ein Spieler an der Reihe ist und nicht die erforderliche Anzahl an Karten ausspielen kann, ist das Spiel nämlich vorbei. Nun wird gezählt wie viele Karten insgesamt nicht angelegt werden konnte, also die Handkarten und die Karten des Nachziehstapels addiert. Das Ergebnis sind dann die Minuspunkte die man erspielt hat und da das Ziel nun mal ist möglichst alle Karten ausspielen zu können, sind kleiner Werte hier natürlich besser.

Beim nächsten Mal sind wir besser!

„The Game“ ist wirklich schnell gelernt und gerade mit einer gut kommunizierenden Gruppe ein wirklich tolles Spiel. Bei unseren ersten Testrunden haben wir es durch geschickte Kommunikation geschafft „The Game“ gleich zweimal in Folge zu besiegen, doch mit etwas weniger Kartenglück hätte es auch anders ausgehen können. Dabei hatte ich persönlich das Gefühl, dass es bei „The Game“ noch nicht einmal unbedingt darauf ankommt unbedingt gegen das Spiel zu gewinnen, sondern, dass die Kommunikation einen großen Teil der Spielerfahrung ausmacht. „The Game“ schafft es, dass man lernt konkrete Erläuterungen zu den Zahlenwerten zu machen ohne eben diese nennen zu müssen, was sicher auch in anderen Lebensbereichen hilft, wenn man bestimmte Dinge in Zukunft mal auf eine andere Art umschreiben muss.

Sollte man dann doch öfter gegen das Spiel verlieren, kommt trotzdem kein Frust auf, denn dann greift die Devise, dass man beim nächsten Mal einfach besser ist und andere Kommunikationswege finden muss um nicht in die Sackgasse und somit das Spielende zu rennen.

Und auch andersherum wird „The Game“ nicht langweilig. Sollte man ständig gegen das Spiel gewinnen, passt man auf einfache Art den Schwierigkeitsgrad an. Statt sechs Karten gibt es in einer Vierspielerpartie dann eben nur noch fünf oder vier Karten und schon wird es deutlich schwerer gegen das Spiel zu gewinnen, da die Legeoptionen nun ja viel geringer sind.

Weiterempfehlung

Ich persönlich empfehle „The Game“ wirklich jedem weiter, der auch nur einen Hauch an Spaß mit kooperativen Spielen hat. „The Game“ ist schnell erlernt, schnell gespielt und zwingt die Spieler miteinander zu reden und über mögliche Wege zum Ziel zu diskutieren, wodurch einfach keine Langeweile am Spieltisch aufkommt und die Tatsache, dass es sich eben um ein Kartenspiel und nicht um ein Spiel mit großen Spielplan handelt, eignet sich „The Game“ natürlich auch super dazu um es mit in den Urlaub zu nehmen oder bei einer Zugfahrt zu spielen. Aus meiner Sicht ist „The Game“ zu Recht zum „Spiel des Jahres“ 2015 nominiert!

Fakten:

Titel: The Game
Autor: Steffen Benndorf
Grafik: Oliver Freudenreich, Sandra Freudenreich
Verlag: Nürnberger Spielkarten Verlag
Erscheinungsjahr: 2015
Kategorie: Kartenspiel
Spieler: 1 – 5 Spieler
Spieldauer: ca. 20 Minuten
empfohlenes Alter: ab 8 Jahren

Unsere Wertung:

Gnislew
Yelref
Durchschnitt:

Leserwertung
[Total: 0]

Die Rechte für das Beitragsbild liegen beim Nürnberger Spielkarten Verlag.

Das könnte dich auch interessieren...

1 Reaktion

  1. 26. Juni 2015

    […] Benndorf, der Autor von „Qwixx“ und dem kooperativen Spiel „The Game“ hat sich mit Reinhard Staupe zusammen getan und ein weiteres Spiel entwickelt. Wie schon die beiden […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.