Aliens Colonial Marines: Die Aliens machen Angst

Wenn im ersten „Alien“-Film das namensgebende Monster zum ersten Mal auftaucht zucken Erstseher reihenweise zusammen und auch der actionlastigere zweite Film setzt nicht nur auf mehr Aliens, sondern wie sein Vorgänger auf hervorragende Atmosphäre. SEGA hat nun ein Spiel von Gearbox in den Handel, das grob an die Handlung von „Aliens“ anschließt: „Aliens Colonial Marines“.

Was leider zunächst einmal nach dem Starten des Spiels auffällt, ist dass der Titel nicht gerade wie ein Spiel aus 2013 aussieht. Nun gut, das High End Grafik nicht immer der Schlüssel zum Erfolg ist haben schon eine ganze Reihe Spiele bewiesen und in die andere Richtung gilt dies natürlich genauso, nur weil ein Spiel nicht perfekt aussieht, muss es sich nicht gleich um ein schlechtes Spiel handeln.

Doch was gilt für „Aliens Colonial Marines“? Hinter dem großen Namen verbirgt sich leider ein Titel, der im Einzelspielermodus nicht über den Status einer 08/15-Produktion herauskommt und viel Potenzial verschenkt. Von Beginn an gelingt es dem Spiel nicht eine Gänsehautatmosphäre aufzubauen, da „Aliens Colonial Marines“ einem die meiste Zeit einfach zu viele Gegner vor die Flinte schickt. Bedrohlich wird es eigentlich immer nur dann, wenn man mal keine Waffe in den Händen hält, was leider viel zu selten vorkommt.

Für Verwirrung sorgt auch die Story von „Aliens Colonial Marines“. Kennt man den Film „Aliens“ nicht, ist es schwer die Handlung um die Geschehnisse auf LV-426 verstehen zu können, kennt man die Filme allerdings gut, wundert man sich doch eher, wie genau es dazu kommen konnte, dass der Planet von einer Armee Xenomorphs bevölkert wird.
Doch es gibt auch Bereiche in denen „Alien Colonial Marines“ überzeugen kann und zwar im Bereich des Ton. Neben einem tollen Soundtrack, kann die Soundabmischung die Atmosphäre deutlich steigern. Wenn schon grafische Schockmomente ausbleiben, läuft es einem zumindest bei den Aliengeräuschen ein wenig kalt den Rücken herunter. Wer einmal einen Film der „Alien“-Reihe gesehen hat, weiß was für fiese Geräusche die Aliens machen können und für genau diese Geräusche lohnt es sich dann auch ein 5.1 System im Spielzimmer stehen zu haben.

Pluspunkte kann „Aliens Colonial Marines“ auch im Multiplayer-Modus sammeln. Abgesehen von der etwas aufgesetzt wirkenden Coop-Kampagne, hat man sich wirklich schöne Varianten altbekannter Spielmodi einfallen lassen.

Den Anfang macht Team Deathmatch. Kennt man diese Teamschlacht aus so gut wie allen Shootern, bekommt der Modus in „Aliens Colonial Marines“ eine ganz neue Note verlieren. Wie man es gewohnt ist, treten auch in der hier vorhandenen Variante zwei Teams gegeneinander an um die meisten Kills zu sammeln, doch statt Menschen gegen Menschen loszulassen heißt es Marines gegen Xenomorphs. Gespielt wird dabei jeweils in zwei Runden, so dass jedes Team einmal als Marine und einmal als Alien agieren muss und das Team, das am Ende der beiden Runden die meisten Punkte hat gewinnt.

Ebenfalls gelungen ist Exterminator. Übersetzt heißt das Wort soviel wie Kammerjäger und genau dieses Wort umschreibt ganz gut worum es in diesem Spielmodus. Auf der Karte befinden sich immer zwei aktive Xenomorph-Nester. Das Marines-Team versucht diese nun auszulöschen indem sie einem imaginären Kreis um diese Nester eine gewisse Zeit besetzt halten. Die Aufgabe der Xenomorphs ist es genau dies zu verhindern. Auch hier werden wieder zwei Runden gespielt, nach denen dann feststeht, welches Team mehr Nester ausrotten konnte und damit die Partie gewonnen hat.

Ein dritter Multiplaymodus ist Escape. Während bei Team Deathmatch und Exterminator maximal zehn Spieler in Teams zu jeweils fünf Leuten an den Start gingen, ist Escape für maximal acht Spieler ausgelegt. Auch hier wird in Teams gespielt und zwar diesmal in Vierteams, wobei je eine Seite die Rolle der Marines beziehungsweise der Aliens übernimmt. Als Marine ist es das Ziel möglichst schnell zum Evakuierungspunkt zu gelangen ohne dabei von den Xenomorphs getötet zu werden. Sobald alle vier Teammitglieder nämlich zeitgleich getötet wurden, haben die Aliens gewonnen. Nach dem Ende einer Runde werden die Seiten gewechselt und das Team mit der besseren Flucht gewinnt die Partie.

Zuletzt gibt es noch den Spielmodus Survivor, der genau wie Escape für acht Personen ausgelegt wird und wie die anderen Modi auch in Teams gespielt wird. Wie der Name schon erahnen lässt, gilt es hier für die Marines zu überleben, was die Aliens naturgemäß verhindern wollen. Auch hier wird in zwei Runden gespielt.

Schön bei allen Multiplayervarianten ist, dass sie sich zum einen alle völlig unterschiedlich spielen, zum anderen aber auch, dass es ein komplett unterschiedliches Spiel ist, wenn man in die Rolle der Aliens schlüpft. Auf Seiten der Marines unterscheidet sich das Spielgefühl kaum von anderen Shootern, doch als Alien hat man ein völlig neues Erlebnis. Schusswaffen können die Xenomorphs ohnehin nicht benutzen, wodurch schon einmal ein völlig anderes Vorgehen im Gefecht gefordert wird, doch statt einfach nur auf dem Boden zu laufen ist es in der Rolle der Aliens möglich auch Wände hochzulaufen oder sogar unter der Decke zu hängen. Auch kann man auf Seite der Aliens bedingt durch Wände schauen und so Freund und Feind besser lokalisieren um seinen Angriff besser planen zu können.

Für mich ist der Multiplayer das Herzstück von „Aliens Colonial Marines“ und tröstet ein wenig über die eher schwache Kampagne hinweg. Mit gut acht Stunden Spielzeit ist diese eh nicht sonderlich umfangreich. Vor allem überzeugen alle vier Multiplayermodi auf ganzer Linie und belohnen mit neuen Ideen, so dass man hier nicht das Gefühl hat Stangenware zu bekommen.

Insgesamt gesehen ist „Aliens Colonial Marines“ auf Grund der angesprochenen Schwächen aber eher ein durchwachsenen Spiel. Eine „frischere“ Grafikengine und weniger Logiklöcher in Bezug auf den Film „Aliens“ hätten dem Spiel gutgetan und ein aus „Aliens Colonial Marines“ ein insgesamt besseres Spiel gemacht.

Infos:

  • Name: Aliens Colonial Marines
  • Entwickler: Gearbox
  • Publisher: SEGA
  • Spieler: 1 Spieler
  • Altersfreigabe: USK freigegeben ab 18 Jahren

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