Takenoko: Der Panda frisst den Bambus

Wirft man nur einen flüchtigen Blick auf die Schachtel von „Takenoko“ könnte man meinen es handelt sich um ein Kinderspiel. Ein niedlicher Panda mit Regenschirm in der Hand blickt einen dort an und das ganze Cover versprüht einen niedlichen Charme. Doch Obacht, hinter der süßen Fassade versteckt sich ein fantastisches Spiel, dass auf dem Spieltisch nicht nur gut aussieht, sondern zudem auch noch richtig Spaß macht.

Der Spaß fängt bereits mit dem öffnen der Packung an. Neben jeder Menge Plättchen findet man hier nämlich eine schön modellierte Pandafigur und eine ebenfalls toll modellierte Figur eines Gärtners. Und auch die Holzteile in drei Farben, das Bambus, sieht schön aus.

Weiter geht der Spielspaß dann beim Regelstudium. Ein kleiner Comic führt in die Geschichte ein und erklärt, was es mit dem Panda auf sich hat. Der Kaiser von China hat ihn dem japanischen Kaiser geschenkt und um ihn will sich nun gekümmert werden. Und genau da kommen die zwei bis vier Spieler in Spiel.

Gemeinsam wird im Laufe des Spiels ein Bambusgarten gebaut, den es zu pflegen gilt. Gleichzeitig muss aber auch der Panda versorgt werden, er ist schließlich ein kaiserliches Geschenk. Worum sich die einzelnen Spieler im Detail kümmern hängt in erster Linie allerdings davon ab, welche Aufgabenkarten ein Spieler hat. „Takenoko“ ist nämlich ein Spiel um Siegpunkte und um diese zu erlangen gilt es diverse Aufgaben zu erledigen. Eine Aufgabe ist es zum Beispiel bestimmte Konstellationen von Bambusfeldern anzulegen. Die einzelnen Gartenfelder und den Bambus gibt es in drei Farben und so kann eine Aufgabe zum Beispiel sein zwei Grüne und zwei Gelbe Felder als Raute zu platzieren. Wie genau die Karten liegen müssen erkennt man auf der entsprechenden Aufgabenkarte. Eine andere Aufgabe ist es Bambus wachsen zu lassen und als dritte Aufgabe muss man den Panda bestimme Kombinationen Bambus fressen lassen.

Doch wie kann ich die Aufgaben überhaupt erfüllen. In jedem Zug kann der Spieler sich aus fünf Aktionen zwei Aktionen aussuchen, die er gerne ausführen möchte. Dabei darf keine Aktion doppelt gewählt werden. Darüber hinaus bestimmt man durch würfeln einen Bonus, der zum Beispiel eine dritte Aktion sein kann oder es dem Spieler erlaubt eine Aktion doppelt durchzuführen.

Als Aktionen stehen der Bau neuer Beete, der Bau von Bewässerungsanlagen, die Bewegung des Gärtners, die Bewegung des Pandas und das Nachziehen von Aufgabenkarten zur Verfügung. Mit Hilfe dieser Aktionen versuchen die Spieler nun ihre Aufgaben zu erfüllen. Um eine Beetlegeaufgabe zu erfüllen, müssen nun mal neue Beete ins Spiel kommen, wozu die erste Aktion dient. Um bestimmte Bambushöhen zu erreichen braucht man den Gärtner, der den Bambus gedeihen lässt und für die Fressaufgaben braucht man den Panda, der nach Bewegung Bambus verspeist. Reihum versuchen die Spieler nun ihre Aufgaben zu erfüllen, wobei ein aufgedruckter Wert auf den Karten angibt, wie viele Siegpunkte diese am Ende des Spiels Wert ist und wenn, je nach Spielerzahl, ein Spieler eine bestimme Anzahl an Aufgaben erfüllt hat, endet die Runde „Takenoko“.

So tüfteln die Spieler in ihrem Zug an der besten Auswahl der Züge und mir persönlich haben die Partien „Takenoko“ die ich gespielt habe Spaß gemacht. Gerade bei vier Spielern ist es zwar schwierig seinen nächsten Zug vorauszuplanen, da sich auf dem Feld mit jedem Spieler und jeder Aktion etwas verändert, doch kommt es dennoch nicht vor, dass man in eine Sackgasse läuft und mit seinen Aktionen nichts anzufangen weiß. Und selbst wenn die Mitspieler einem einen Plan zerstören ist dies oft nicht weiter schlimm. Genauso häufig wie der eigene Plan zerstört wird, legen die Mitspieler einem auch die Lösung einer eignen Aufgabe auf den Plan oder liefern die perfekte Vorlage um eine Aufgabe abzuschließen.

Doch genau dieses abstauben stellt für mich auch den einzigen wirklichen Kritikpunkt an „Takenoko“ dar. Oftmals kommt es vor, dass Spieler einfach ihre Aufgaben abschließen ohne selbst wirklich etwas dafür getan zu haben und leider sind es dann auch das ein oder andere Mal genau die Punkte dieser Aufgaben, die über Sieg oder Niederlage entscheiden.

Insgesamt verpackt „Takenoko“ eine altbekannte Spielidee in einem neuen Gewand. In einem verdammt niedlichen Gewand. Das klassische Knobelspielszenario bekommt dadurch eine ganz neue Note verliehen und mach ein sonst oft trockenes Thema für eine breite Zielgruppe zugänglich. Das schöne Spielmaterial, die leicht verständliche Spielanleitung und das zugängliche Spielprinzip machen „Takenoko“ zu einem Knobelspiel für die ganze Familie, das man immer wieder gerne spielt!

Fakten:

  • Titel: Takenoko
  • Autor: Antoine Bauza
  • Grafik: Nicolas Fructus, Picksel, Yuio
  • Verlag: Asmodee, Bombyx, Matagot
  • Erscheinungsjahr: 2011
  • Kategorie: Brettspiel
  • Spieler: 2 – 4 Spieler
  • Spieldauer: ca. 45 Minuten
  • empfohlenes Alter: ab 8 Jahren

Unsere Wertung:

Gnislew
Yelref
Durchschnitt:

Leserwertung
[Total: 0]

Das könnte dich auch interessieren...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.