Jets – Auf dem Tisch, da rasen die Jets

„Die Siedler von Catan“, „Memory“, „Carcassonne“. Spieletitel, die auch über den große Gemeinde von Vielspielern bekannt sind und von großen Herstellern kommen. Doch auch kleine Hersteller machen Spiele und manchmal richtig gute, wie das unterhaltsame „Jets“ aus dem Hause Spieltrieb.

In dem Spiel für drei bis sechs Spieler übernimmt jeder der Mitspieler die Rolle eines Jetpiloten und gemeinsam liefern sich die Piloten ein spannenden Rennen, in dem es nicht nur darum geht seine Flugbahn gut zu planen, sondern sich auch gegen die fiesen Attacken und Rempler der Konkurrenz durchzusetzen um am Ende als Erster über die Ziellinie zu gleiten. Um sowohl Einsteigern in die Jetrennen eine Chance zu geben und um erfahrene Lenker nicht zu überfordern, wurden dem Spiel vier Schwierigkeitsstufen spendiert, doch dazu später mehr.

Bevor ein Rennen starten kann, muss nämlich erst einmal eine Rennstrecke aufgebaut werden. Dafür sucht man sich aus dem Karton zwischen fünf und neun Zieltore, bestehend aus zwei farblich gleichen Bojen, heraus und legt aus diesen Toren auf der Spielfläche einen Rundkurs aus. Generell gilt: je mehr Tore man verwendet um so länger dauert ein Rennen. Dann nimmt sich jeder Spieler einen Jet und den farblich passenden Würfel, den er mit der 0 nach oben vor sich ablegt. Das restliche Spielmaterial wird bereit gelegt und dann kann es auch schon fast losgehen. Denn jetzt wird an Hand des Schwierigkeitsgrades entschieden mit welchen und ob mit Ausrüstungen gespielt wird. Im einfachen Rennen wird gänzlich auf Ausrüstungsgegenstände verzichtet. Hier bekommt jeder Spieler lediglich 15 Energiemarker, die in diesem Anfängerrennen allerdings nur beim überholen wichtig sind. In der zweiten Stufe stehen den Piloten mit einigen Ausnahmen die Ausrüstungen zur Verfügung und werden vor dem Rennen in den Jets „verbaut“, der Könnermodus wird schließlich mit allen Ausrüstungen gespielt. Wenn die Spieler schon einiges an Rennerfahrung haben, kann auch ein „Rennen für Cracks“ gestartet werden, dann es es sogar möglich an bestimmten Renntoren einen Boxenstopp einzulegen und die Ausrüstung am Jet zu tauschen.

Haben sich die Spieler für einen Renntyp entschieden und sind die Vorbereitungen abgeschlossen startet auch schon das Rennen. Reihum fliegen die Piloten nun ihre Jets, wodurch ein Zug aus mehreren Aktionen besteht. Im ersten Schritt muss sich der aktive Spieler entscheiden, ob er seinen Jet mit der gleichen Geschwindigkeit wie in der vorherigen Runde fliegen möchte oder ob er beschleunigen oder bremsen möchte. Der Würfel der vor jedem Spieler liegt, zeigt die aktuelle Geschwindigkeit und während eines Zuges kann der Jet um genau eine Geschwindigkeitsstufe beschleunigt oder gebremst werden. Mit Hilfe von Ausrüstungsgegenständen ist es durchaus möglich auch mehr zu beschleunigen oder das Fluggerät stärker zu verlangsamen. Einmal für eine Geschwindigkeit entschieden, wird die Flugplan bestimmt. Hierfür nimmt man sich das entsprechend nummerierte Plättchen zur Flugbahnbestimmung zur Hand und legt dies so vorne an den Jet an, dass der Jet in den Winkel des Plättchens passt. Die kürzen Plättchen der langsameren Geschwindigkeiten lassen dabei schärfere Kurven zu als die langen Plättchen der hohen Geschwindigkeiten, bei denen Navigieren so gut wie gar nicht mehr möglich ist. Nach der Ausrichtung wird dann der Jet auf die andere Seite des Plättchens gelegt. Der Jet hat sich somit fortbewegt. Ist bei einem Zug ein anderer Jet im Weg, wird dieser nach dem sogenannten Slippingverfahren überholt, dies möchte ich aber hier jetzt nicht im Detail erklären nur so viel: überholen kostet Energie.

Neben der Geschwindigkeitsbestimmung und dem eigentlichen Flugvorgang, kann auch die Ausrüstung des Jets eingesetzt werden. Neben Veränderungen der Geschwindigkeit kann mit entsprechenden Zusatzgegenständen auch Einfluss auf die anderen Jets genommen werden. Grundsätzlich gilt: es können so viele Ausrüstungen aktiviert werden wie man möchte, allerdings darf jede Ausrüstung pro Zug nur einmal genutzt werden.

Alle Spieler versuchen nun also ihren Jet an der ersten Position ins Ziel zu fliegen und welchem Piloten dies gelingt, der gewinnt das Rennen. Natürlich können die anderen Plätze noch ausgeflogen werden und auch Rennserien über mehrere Rennen sind möglich.

„Jets“ ist also ein von den Regeln recht einfaches Spiel und mir hat das Spiel auch wirklich Spaß gemacht. Die Anleitung ist zwar leider an manchen Stellen komplizierter geschrieben als nötig, gerade was den eigentlich Spielaufbau und den Überholvorgang angeht, aber in einer Proberunde sind kleinere Unklarheiten schnell beseitigt. In solch einer ersten Runde, wird auch eine weitere Sache klar, das Anfängerspiel ist wahrlich für Anfänger. Spieler, die regelmäßig Gesellschaftsspiele spielen, werden bei dieser Variante gänzlich unterfordert und nur Spieler die sehr unregelmäßig spielen werden diese Option gerne nutzen um ein Spielverständnis zu entwickeln. In unserer Spielrunde sind wir sehr schnell zu den „Rennen für Könner“, also der dritten Variante übergegangen. Die Variante mit eingeschränkten Aktionskarten ist zwar nett, die größte taktische Herausforderung bot sich uns aber in der von uns gewählten Variante. Bei Rennen über mehrere Runden, was durchaus möglich ist, haben wir uns allerdings für die Variante für Cracks entschieden. Im Rennen noch einmal seine Ausrüstung ändern zu können um auf die veränderten Rennbedingen reagieren zu können ist eine tolle Option.

Auch wenn „Jets“ optisch nicht das modernste Spiel ist, das Spielprinzip ist durchdacht und mit sechs Rennfahrern gibt es in den Rennen einen angenehmen Stressfaktor und unbeschreibliche Spannungsmomente. Passt der Jet durch die Kurve? Kann ich vor der Schikane noch überholen? Reicht man Energievorrat für einen Schlusssprint? Dagmar Frei und Till Meyer ist mit ihrem Spiel ein unterhaltsamer Vertreter und den Tischrennspielen gelungen, den ich gerne weiterempfehle.

Fakten:

  • Titel: Jets
  • Autor: Dagmar Frei, Till Meyer
  • Grafik: Harald Lieske
  • Verlag: Spieltrieb
  • Erscheinungsjahr: 2010
  • Kategorie: Gesellschaftsspiel
  • Spieler: 3 – 6 Spieler
  • Spieldauer: ca. 45 Minuten
  • empfohlenes Alter: ab 12 Jahren

Unsere Wertung:

Gnislew
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