Zum roten Drache – Einen Absacker noch!

Was macht ein richtiger Abenteurer, wenn er müde vom erlegen unzähliger Monster und dem schleppen seiner Beute ist? Er kehrt in eine Taverne ein. Zum Beispiel im „Zum roten Drachen“. Nun ist der „rote Drache“ nicht nur der Name einer fiktiven Taverne, sondern gleich auch noch der Titel eines Kartenspiels aus dem Hause Pegasus, in dem zwei bis Spieler die Rolle eines müden Helden übernehmen und sich dann so lange einen hinter die Binde kippen, bis man unter dem Tisch liegt oder das Geld ausgeht. Aber keine Sorge, alleine vom Spiel wird keiner besoffen, denn ein Trinkspiel ist „Zum roten Drachen“ nicht. Jüngere Spieler kann das Spiel somit auch zugemutet werden.

Wie geschrieben, schlüpft jeder der zwei bis vier Spieler in einer Partie „Zum roten Drachen“ in die Rolle eines Helden. Jeder der vier zur Auswahl stehenden Helden bringt dabei seine eigenen Vor- und Nachteile mit, doch insgesamt sind die Charaktere gut ausbalanciert, so dass die Wahl des Charakters nicht Spielentscheidend ist, aber dazu beiträgt, dass man sich eine Figur aussuchen kann, die zum eigenen Typ passt.

Der Spielablauf von „Zum roten Drachen“ ist recht simpel. Jeder Spieler hat sieben Karten auf der Hand. Sobald man am Zug ist, darf man beliebig viele Karten abwerfen und dann wieder so viele Karten nachziehen, dass man wieder sieben Karten auf der Hand hat.

Im zweiten Schritt, darf dann genau eine Aktionskarte gespielt werden. Hierdurch wird entweder ein anderer Spieler beeinflusst, so dass dieser zum Beispiel an Trinkfestigkeit verliert und somit schneller unter dem Tisch liegt oder es wird eine Zocken-Runde, ein Kartenspiel im Kartenspiel, eingeläutet.

Als drittes kauft man einem anderen Mitspieler noch ein Getränk, schließlich geht es darum, die anderen Spieler dazu zu bringen vor einem unter dem Tisch zu liegen, bevor man dann selber etwas trinken muss.

Reihum wird nun solange gespielt, bis nur noch ein Spieler „am Tisch sitzt“. Sprich solange, bis alle anderen Mitspieler entweder mehr trinken mussten, als es ihre eigene Trinkfestigkeit erlaubt oder aber den anderen Spieler das Geld ausgegangen ist und deswegen aus der Taverne geflogen sind.

„Zum roten Drachen“ ist also wirklich kein kompliziertes Spiel, aber leider auch kein Spiel, was mir wirklich Spaß gemacht hat. Präsentiert das Spiel eine tolle Setting-Idee kommt diese leider im Spielverlauf viel zu wenig zum Zuge. Wo „Munchkin“ zum Beispiel das Rollenspielgenre konsequent auf die Schippe nimmt, endet der Blick mit dem zwinkernden Auge bei „Zum roten Drachen“ leider mit der reinen Idee und den Bilder auf den Karten.

Leider wollte sich bei den Testrunden auch kein richtiger Spielfluss entwickeln. Ist der Ablaug einer Spielrunde zwar klar strukturiert, sorgen die unterschiedlichen Karten leider dafür, dass alles immer etwas unrund läuft. Hier eine Zocken-Runde, da ein Trinkspiel und dann noch mal nachspülen. Hier wäre etwas weniger vermutlich mehr gewesen und ein klarerer Weg auf das Spielende aus meiner Sicht die bessere Wahl gewesen.

Richtig blöd bei „Zum roten Drachen“ ist allerdings die Tatsache, dass Spieler die unter den Tisch getrunken oder pleite sind, aus dem Spiel ausscheiden. Schon bei Spielen wie „Monopoly“ oder „Poker“ stört mich genau diese Spielmechanik, denn für mich ist kaum etwas schlimmer als wenn ein Spieler früh aus einem Spiel ausscheidet und dann tatenlos mit am Spieltisch sitzen muss.

Dennoch ist „Zum roten Drachen“ ein Spiel, das einen Blick wert ist. Wer über die Schwächen hinweg sehen kann und wem das Rollenspielsetting gefällt, der bekommt mit „Zum roten Drachen“ ein solides Kartenspiel. Schade, dass man kaum Möglichkeiten hat sich ein Gesellschaftsspiel vor dem Kauf auszuleihen und eine Testrunde zu spielen, „Zum roten Drachen“ ist genau so ein Spiel, bei dem dies wirklich nützlich wäre.

Fakten:

  • Titel: Zum roten Drachen
  • Autor: G. Bottone, C. Skadl, C. Bohm
  • Grafik: K. James, B. Trott, Cold FuZion Studios
  • Verlag: Pegasus Spiele
  • Erscheinungsjahr: 2009
  • Kategorie: Kartenspiel
  • Spieler: 2 – 4 Spieler
  • Spieldauer: ca. 60 Minuten
  • empfohlenes Alter: ab 12 Jahren

Unsere Wertung:

Gnislew
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