Voll in Fahrt – Zugrennen für die ganze Familie

Spiele, die sich um das Thema Eisenbahn drehen, gibt es viele. Doch ob nun „Zug um Zug“ oder „Railroad Tycoon: Das Brettspiel“, die Zielgruppe dieser Spiele ist eigentlich immer ein erwachsenes Publikum und erfahrene Spieler. Da bekanntlich aber auch jüngere Menschen gerne mal mit der Eisenbahn spielen, hat AMIGO nun ein Spiel in ihr Verlagsprogramm aufgenommen, bei dem genau dies möglich ist: „Voll in Fahrt“.

„Voll in Fahrt“ ist ein im Grunde ein klassisches Rennspiel. Jeder der bis zu vier Spieler versucht dabei seine drei Züge als Erster vom Startfeld zum Zielfeld zu bringen, also vom Starbahnhof zum Lokschuppen. Sobald ein Spieler am Zug ist, wird mit zwei Würfeln gewürfelt. Ein Würfel bestimmt über die Anzahl an Feldern, die man mit seinem Zug vorziehen darf, der zweite Würfel, ein Farbwürfel, bestimmt, welche bewegliche Plattform, von denen es auf dem Feld drei Stück gibt, bewegt wird.

Die beweglichen Platten machen auch den Reiz von „Voll in Fahrt“ aus und bringen sogar Schadenfreude ins Spiel. Der Trick an „Voll in Fahrt“ ist nämlich der, dass gewürfelte Augen immer gezogen werden müssen. Dadurch, dass es nur drei bewegliche Platten, aber vier Stellen für diese Platten gibt, entsteht im Schienensystem immer eine Lücke. Auch führen bestimmte Gleisabschnitte in Sackgassen. Fährt man nun in solch eine Lücke oder in eine Sackgasse, da die gewürfelte Zahl zu hoch war, muss der betroffene Zug wieder von vorne anfangen. Und da man dadurch, dass man drei Züge hat, diese fiesen Unfälle umgehen kann, hat sich Autor Bob Lindner eine weitere Gemeinheit ausgedacht: die Rangierunfälle. Fährt ein Zug auf einen anderen Zug auf, bleibt der ursprünglich bewegte Zug stehen und mit dem Zug auf den aufgefahren wurde, werden die restlichen Augen gezogen. Wird dabei auf einen weiteren Zug aufgefahren, wiederholt sich das Prozedere. Dadurch bekommt selbst ein einfaches Spiel wie „Voll in Fahrt“ eine taktische Note.

Zugegeben, mit Baujahr 1978 bin ich sicher nicht die typische Zielgruppe für „Voll in Fahrt“, aber auch mir hat das Spiel Spaß gemacht. „Voll in Fahrt“ ist mehr als nur ein simples Würfelspiel, „Voll in Fahrt“ ist ein Würfelspiel mit einem Schuss Taktik. Die wichtigste Frage: Welche Lok bewege ich bei welchem Würfelergebnis um am schnellsten im Ziel zu sein? Oder auch die Frage: Kann ich vielleicht mit einem geschickten Zug meine Mitstreiter vom Brett schubsen?

Egal ob mit zwei, drei oder vier Spielern bei „Voll in Fahrt“ entsteht immer ein spannendes Rennen in Richtung Lokschuppen und wenn ein Zug kurz vor dem Ziel dann doch ins Leere fährt, ist Schadenfreude garantiert.

Den ersten Blick auf „Voll in Fahrt“ konnte ich ja auf der Spielemesse in Essen werfen und was für mich als reiferes Semester galt, konnte man dort an jedem Spieltisch beobachten. Bei allen Familien, die „Voll in Fahrt“ ausprobiert haben, wurde an den Tischen gelacht und Spaß gehabt. AMIGO ist mit „Voll in Fahrt“ wirklich ein Spiel gelungen, das in den kommenden Jahren noch vielen Familien viel Freude bereiten wird.

Fakten:

  • Titel: Voll in Fahrt
  • Autor: Bob Lindner
  • Grafik: Alexander Jung
  • Verlag: AMIGO
  • Erscheinungsjahr: 2010
  • Kategorie: Familienspiel
  • Spieler: 2 – 4 Spieler
  • Spieldauer: ca. 45 Minuten
  • empfohlenes Alter: ab 6 Jahren

Unsere Wertung:

Gnislew
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