Im Blickpunkt: Die „Dosenspiele“ von Pegasus Spiele

Vor einiger Zeit hat Blogspiele – Die ganze Welt der Spiele ja schon einmal einen Blick auf einen Teil des Verlagsangebots von Pegasus Spiele geworfen. Nun ist es Zeit erneut die Spiele dieses Verlages etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Nachdem beim letzten Mal eher „große“ Spiele erwähnt wurden, möchte ich euch diesmal einige der „Dosenspiele“ von Pegasus Spiele vorstellen. Dabei handelt es sich um verschiedenen Kartenspiele, die statt der üblichen Pappschachtel eine roboste Metallschachtel spendiert bekommen haben und sich so optisch abheben.

Das erste Spiel, das ich hier vorstellen möchte ist zugleich mein persönliches Lieblingsspiel aus der Metalldose: „David & Goliath“. Eigentlich schon 1998 erschienen und damals auf der Auswahlliste zum Spiel des Jahres ist „David & Goliath“ ein gut durchdachtes Stichspiel für drei bis sechs Spieler. Autor Reinhard Staupe hat dabei ein Spiel erschaffen, dass zwar in der Mindesbesetzung von drei Spielern Spaß macht, mit der maximalen Spielerzahl aber erst sein volles Potenzial ausschöpft. Dann muss wirklich mitgedacht werden, welche Karten man spielt um als Sieger aus der Partie hervorzugehen. Einfache Regeln ermöglichen einen schnellen Einstieg in das Spiel und mit knapp 40 Minuten hat eine Runde „David & Goliath“ genau die richtige Spieldauer!

Zu den „alten“ Römern geht es im Spiel „Circus Maximus“. Drei bis fünf Spieler ab 10 Jahren versuchen hier ihr Glück als Schwarzmarkthändler und wollen unter anderem Tickets für den namensgebenden Circus Maximus verhökern. Doch vor dem Profit steht die Arbeit und so gilt es zunächste Cäsars Gunst zu ergattern und danach möglichst günstig Tickets einzukaufen. Erst dann kann in diesem taktisch geprägten Kartenspiel Reibach gemacht werden. Fällt der Einstieg hier etwas schwerer als bei „David & Goliath“ hat man nach der ersten Runde dann aber das Spielprinzip schnell verstanden. Und wer mit dem Szenario etwas anfangen kann, bekommt dann mit „Circus Maximus“ ein Spiel, das durchaus Spaß macht. Zudem hat man sooft ja auch noch nicht Chance im römischen Reich zu spielen!

Nächster Stop auf der Reise durch die Welt der Pegasus Spiele Metalldosenkartenspiel – das Mittelalter. Das hier angesiedelte Spiel heißt „Musketiere“ und wie schon bei „David & Goliath“ handelt es sich bei „Musketiere“ ebenfalls um eine Neuauflage. Erstmalig erschien das Spiel bereits schon vor gut 20 Jahren (1991) und ist in Würde gealtert. Besteht ja immer die Gefahr, dass etwas ältere Spielmechaniken heute keinen mehr hinter dem Ofen hervorlocken könnten, macht „Musketiere“ auch 2010 noch Spaß. Im Auftrag der Königin versuchen die Spieler Edelsteine zu sammeln und Dukaten als Lohn einzuheimsen. Doch die Garde des Kardinals stellt sich den Spielern in den Weg. Einfache Spielregeln und eine kurze Spieldauer machen das Spiel perfekt für den Einstieg in einen Spieleabend und ist dadurch zudem Gelegenheitsspieler tauglich.

Wer einmal eines der Metalldosenspiele von Pegasus Spiele in einer großen Gruppe spielen möchte, dem sei „Ochs & Esel“ ans Herz gelegt. Hier können nämlich bis zu 12 Spieler mitspielen. Und da man bei Pegasus Spiele gerne mal alte Klassiker neu auflegt, ist auch „Ochs & Esel“ eine neue Version eines alten Spielehits. Damals hieß „Ochs & Esel“ noch „Einer ist immer der Esel“, aber das Spielziel ist das gleiche geblieben. Möglichst wenige Minuspunkte sammeln, in dem man seine Minuspunkte von der Hand loswird. Wieder einmal besticht ein Spiel aus dem Hause Pegasus Spiele durch einfache Regeln und so ist „Ochs & Esel“ perfekt als Partyspiel geeignet.

Es ist faszinierend was alles so Platz in einer Metalldose hat. Sogar Wespen und Schwertfische. Nun gut, um ehrlich zu sein keine echten Wespen und keine echten Schwertfische, aber immerhin auf Spielkarten gedruckt findet man diese beiden Tiere im Spiel „Sticht oder nicht“. Hinter dem Titel verbirgt sich ein Stichspiel, indem Wespen Pluspunkte, Schwertfische aber Minuspunkte bringen. Da Stichspiele zu zweit eher selten funktionieren liegt die minmale Spielerzahl bei diesem Titel bei drei Spielern und maximal dürfen sechs Spieler auf die Jagd nach den meisten Stichen gehen. Bei „Sticht oder nicht“ sind Wespenstiche vielleicht zum ersten Mal etwas positives!

Für Krimifreunde ist das nächste vorgestelle Spiel vielleicht die richtige Wahl: „Tatort Themse“. Reiner Knizia hat in diesem Kartenspiel einfach mal die Kronjuwelen stehlen lassen und nun ist es die Aufgabe der zwei bis vier Spieler in circa 15 bis 20 Minuten den Verbrecher zu stellen. Wem dies gelingt, der darf sich nicht nur damit brüsten einen echten Schwervebrecher geschnappt zu haben, sondern ist normalerweise auch zugleich der Sieger des Spiels. Wieder einmal machen die leichten Regeln einen schnellen Einstieg ins Spiel möglich und dank der sehr überschaubaren Spieldauer, steht einer zweiten Runde „Tatort Themse“ auch nichts im Wege. Nur dann muss man sich fragen lassen, wieso es denn schon wieder jemanden gelungen ist die Kronjuwelen zu klauen! Passt da etwa jemand nicht richtig auf?

Von London geht auf der Reise durch die Welt der Metalldosenspiele nun ins Reich der Indianer. Hier finden wir dekorative Muschelketten, von den Indianern Wampum genannt. Und „Wampum“ ist auch der Name des Kartenspiels um das es hier geht. Der zweite Platz beim Hippodice Autorenwettbewerb 2009 spricht für die Qualität des Spiels, in dem die zwei bis fünf Spieler versuchen Waren gegen Wampum zu tauschen. Die unverbrauchte Thematik machen „Wampum“ zu einem Kartenspiel, das einen Blick wert ist und bei den günstigen Preisen der Metalldosenspiele kan man hier nicht viel verkehrt machen.

Zu guter letzt geht es mit Reiner Knizia in die Küche. Dort nämlich ist sein Spiel „Zu viele Köche“ angesiedelt. Blöd, wenn alle Köche (Mitspieler), dabei den selben Topf zum kochen benutzen, aber alle etwas anders kochen wollen. Und eine Gemüsesuppe mit Fisch schmeckt nun ja wohl nicht besonders gut. Wie so oft bei Spielen von Reiner Knizia ist „Zu viele Köche“ ein Spiel mit einfachen Regeln, es zu beherrschen fordert aber einiges von den Spielern ab. Wer Chaos in der Küche mag und dabei nicht seine eigene Küche verwüsten möchte, ist hier genau richtig.

Damit beende ich meinen Einblick auf die Metalldosenspiele von Pegasus Spiele. Vielleicht hat der ein oder andere Titel ja eurer Interesse geweckt und wird bei einer eurer nächsten Spielrunden gespielt.

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