Die Sterne stehen richtig – Die Großen Alten brauchen Hilfe

Der Name „Die Sterne stehen richtig“ lässt nicht unbedingt auf ein faszinierendes Rätselspiel schließen. Spieleautor Klaus Westerhoff ist es mit seinem Debütspiel allerdings das Kunststück gelungen, genau so ein Spiel zu schaffen. Fasst ist man versucht zu sagen, dass „Die Sterne stehen richtig“ ein „instant classic“ ist, ein Spiel also, das aus dem Stand heraus ein Klassiker ist.

In „Die Sterne stehen richtig“ versuchen die zwei bis vier Spieler verschiedene Wesen mit Hilfe von Sternbildern zu beschwören und so die zum Sieg benötigte Punktzahl von 10 Siegpunkten zu erreichen. Die einzelnen Karten mit den Sternbildern liegen in einem Quadrat von fünf mal fünf Karten in der Mitte des Tisches und jeder Mitspieler erhält zu Beginn des Spiels fünf Karten. Diese zeigen zum einen die Wesen, die beschworen werden können samt Beschwörungskosten und zum anderen zeigen sie Aktionssymbole.

Reihum kommt nun jeder Spieler an die Reihe und dabei verschiedene Aktionen ausführen. Mit der Option Anrufung nutzt man die auf einer Handkarte abgebildeten Symbole um Sternbildern zu verändern. Hiermit werden Karten gedreht, verschoben oder vertauscht und ohne Anrufungen sind auch die zum Sieg nötigen Beschwörungen nicht möglich. Es sei denn man vertraut auf die Gunst der Großen Alten, die die Mitspieler dazu bewegen die benötigten Sternkonstellationen für einen zu legen.

Ebenfalls werden die Sternbildern durch die zweite mögliche Aktion, dem Nutzen von Diensten, verändert. Während Anrufungen durch Handkarten ausgeführt werden, geschieht das Nutzen von Diensten durch ausgelegte Wesen.

Die dritte Möglichkeit ist das Beschwören. Hat man es geschafft durch die Anrufungen und das geschickte nutzen von Diensten eine Sternenkonstellation zu bilden, die auf der Karte abgebildet ist, die man beschwören möchte, zeigt man den Mitspielern die Konstellation und die Karte und legt das beschworene Wesen anschließend offen vor sich ab.

Die letze darf Aktion ist das abwerfen einer Handkarte. Die kann in sofern eine gute Option sein, das vielleicht eine Sternenkonstellation derzeit kaum erreichbar ist und einen Nachteil hat man hierdurch auch nicht, da eine Aktion in jedem Zug durchgeführt werden muss. Das Nachziehen. Am Ende eines Zuges zieht der aktive Spieler so viele Handkarten nach, bis er wieder fünf Karten sein eigen nennt.

Wie man sich vielleicht denken erfordert „Die Sterne stehen richtig“ ein hohes Maß an logischem Denkvermögen und das Talent ein wenig vorauszuplanen, welche Anrufungen und Dienste man in seinem Zug am Besten durchführt. Klar, bringt es wenig bei vier Spielern schon zu planen, wenn noch drei Spieler vor einem dran sind, dennoch ist es erforderlich die Züge der anderen Spieler genau zu beobachten um die neuen Optionen und die verbauten Möglichkeit für den eigenen Zug erfassen zu können.

Dadurch, dass „Die Sterne stehen richtig“ diese ständige Konzentration erfordert, ist das Spiel natürlich kein Spiel um einen Spieleabend abzuschließen. „Die Sterne stehen richtig“ spielt man idealerweise zu Beginn des Abends und dann am Besten an einem Abend, an dem man sich eh Strategie- und Denkspielen zuwenden möchte. Ein Partyspiel ist „Die Sterne stehen richtig“ nämlich nicht.

Auch ist das Spiel ein Spiel, während dem relativ wenig miteinander gesprochen. Dies liegt auch wieder daran, dass wirklich alle Mitspieler damit beschäftigt sind sich auf die eigenen Spielzüge und die der Mitspieler zu konzentrieren. Für mich ist dies nicht weiter schlimm, aber ein Umstand dessen man sich bewusst sein muss, wenn man „Die Sterne stehen richtig“ auf den Spieltisch legt.

Meiner Meinung nach, ist „Die Sterne stehen richtig“ ein richtig gelungenes Spiel. In der unscheinbaren Verpackung versteckt sich nicht nur ein optisch ansprechendes Karten- und Denkspiel, sondern auch eines, das die Spieler fordert, dabei aber schnell zu lernen ist und vor allem Spaß macht. Jeder, der mit Spielen, die das Hirnschmalz in Schwung halten etwas anfangen kann, muss einfach einen Blick auf „Die Sterne stehen richtig“ werfen. Mir ist auf jeden Fall bisher noch kein Spiel unter gekommen, bei dem ich so gerne abstrakt nachgedacht habe, wie bei „Die Sterne stehen richtig“.

Fakten:

  • Titel: Die Sterne stehen richtig
  • Autor: Klaus Westerhoff
  • Grafik: François Launet
  • Verlag: Pegasus Spiele
  • Erscheinungsjahr: 2008
  • Kategorie: Kartenspiel, Strategiespiel
  • Spieler: 2 – 4 Spieler
  • Spieldauer: ca. 60 Minuten
  • empfohlenes Alter: ab 12 Jahren

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Gnislew
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1 Reaktion

  1. 1. Juli 2015

    […] „Munchkin Cthulu“ befasst sich auf humorvolle Weise mit Lovecrafts Cthulu-Mythos, in „Die Sterne stehen richtig“ sollen die großen Alten aus diesem Universum beschwören werden und auch kooperative Brettspiele […]

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