Die 3 Gebote – In der richtigen Gruppe der absolute Kracher

Frische Spielideen sind bei mir immer gerngesehen. So war ich auch froh mir das Spiel „Die 3 Gebote“ von BeWitched-Spiele näher ansehen zu dürfen. Und eines kann man direkt vorne weg sagen: „Die 3 Gebote“ ist kein Spiel für jede Spielgruppe.

In dem Spiel übernimmt jeder Mitspieler einmal die Rolle eines Hohepriesters und versucht seinen Novizen, dargestellt durch die anderen Mitspieler, Karma zukommen zu lassen. Um dieses Ziel zu erreichen, wählt der Hohepriester aus zwei Aktionskarten und zwei Artefaktkarten insgesamt zwei gute und eine schlechte Eigenschaft aus und platziert dieser Karte verdeckt vor sich. Nun bewegen die Novizen reihum die braunen und weißen Spielsteine im heiligen Kreis, dem Spielplan. Nach jeder Aktion schaut der Hohepriester nun ob mit der Aktion eine Bedingung der Karte erfüllt wurde und verteilt dann die auf der Karte angegebenen Karmapunkte an den Mitspieler. Dabei können auch mehrere Karten greifen!

Wichtig bei den Aktionen ist, dass nicht nur eine Bewegung der Spielsteine punkte gibt. Auch andere Aktionen werden belohnt. So kann es zum Beispiel sein, dass es gut es dem Hohepriester Tiernamen zu geben oder bei der Platzierung des Spielsteins aufzustehen.

Nicht zu viel Karma verteilen

Der Trick als Hohepriester ist es, insgesamt nicht zu viel Karma an die Novizen zu verteilen. Daher gilt es die Aktions- und Artefaktkarten gut auszuwählen, denn viel Karma für die Novizen bedeutet einen großen Vorsprung für die Mitspieler. Doch dürfen die Kartenziele auch nicht zu schwierig gewählt werden. Erzielen nämlich mehrere Novizen in Folge kein Karma, wird man als Hohepriester abgewählt und alle Spieler bekommen eine hohe Anzahl an Punkten gutgeschrieben. Passiert dies einem Hohepriester, kann das Spiel für durch ihn fast nicht mehr gewonnen werden.

Die richtige Gruppe ist wichtig

Bisher habe ich „Die 3 Gebote“ zweimal gespielt und beide Spielrunden boten ein völlig unterschiedliches Spielerlebnis. Während die Partie mit der ersten Gruppe eher langweilig verlief, war das Spiel mit der zweiten Gruppe ein echter Renner. Dies lag vor allem daran, dass bei der ersten Partie fast nur darauf geachtet wurde die Spielsteine zu setzen, während in der zweiten Runde allerlei verrückte Dinge ausprobiert wurden. Da wurde mit den Spielsteinen der Raum verlassen, der Spielstein von Spieler zu Spieler geworfen oder Spielsteine mit dem Mund gesetzt. Hier stand eindeutig das experimentieren im Vordergrund, während in der ersten Gruppe, das Spiel zu sehr als klassischen Strategiespiel gesehen wurde.

Genau diese Anhängigkeit der Spielgruppe führt allerdings auch dazu, dass „Die 3 Gebote“ Wertungsmäßig nur im Mittelfeld landet. Der Spielspaß wird hier nämlich nicht vom Spiel selbst und dessen Spielidee, sondern vom Spieltrieb der Gruppe bestimmt. So kann es nämlich gut passieren, dass „Die 3 Gebote“ selbst in der experimentierfreudigen Gruppe beim nächsten Mal weniger gut funktioniert, da ein Mitspieler einen schlechten Tag hat und einfach nur seine Steine setzt.

Wer öfters mit aufgeschlossenen Spielgruppen neue Titel ausprobiert und die ausgetretenen Pfade vieler Titel verlassen möchte, muss einfach einen Blick auf „Die 3 Gebote“ werfen. Das Autorentrio Friedemann Friese, Gordon Lamont und Fraser Lamont gehen mit dem Spiel einen mutigen Weg und zauberten eine interessante Spielidee aus dem Hut. „Die 3 Gebote“ ist ein Titel, der nicht alltäglich ist, aber in jedem Fall in jeder Spielgruppe eine Chance verdient!

Factsheet:

Name: Die 3 Gebote
Autor: Friedemann Friese, Gordon Lamont, Fraser Lamont
Verlag: BeWitched
Jahr: 2008
Genre: Gesellschaftsspiel
Spieler: 3 – 7 Spieler
Spieldauer: ca. 45 Minuten
Alter: ab 10 Jahren

Unsere Wertung:

Gnislew
Durchschnitt:

Leserwertung
[Total: 0]

Das könnte dich auch interessieren...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.