Zoff am Herd – Zu viele Köche verderben den Brei

Zu viele Köche verderben den Brei! So heißt es zumindest in einem Sprichwort. In übertragendem Sinne gilt dies auch für das Kartenspiel „Zoff am Herd“, welches die Nürnberger Spielkarten Verlag GmbH in seiner Dosenspiel-Reihe veröffentlicht hat. Die Mitspieler kochen zwar keinen Brei, doch gilt hier trotzdem: je mehr Spieler mitmachen umso schwerer wird es für jeden einzelnen eine punktereiches Gericht zu kochen.

Schnell eine Suppe kochen

Ziel von „Zoff am Herd“ ist es, Suppen zu kochen und dadurch Punkte zu ergattern. Das ganze ist ein sehr schnelles Spiel, denn ein Spieler ist pro Runde der Chefkoch, der aufruft, welcher Koch einen Suppentopf füllen darf. Dabei gilt: je schneller der Chefkoch die Köche aufruft umso schneller ist das Spiel. Hierzu hat der Chefkoch einen Stapel Karten mit den entsprechenden Köchen auf der Hand. Wenn dieser aufgebraucht ist, endet eine Runde.

Wird ein Koch aufgerufen hat dieser drei Möglichkeiten. Er kann entweder ein Gemüse in einen Topf legen, er kann einen seiner drei Kochlöffel in einen Topf legen oder er kann seinen Deckel auf einen der Töpfe platzieren. In die Töpfe mit Deckel dürfen dann keine weiteren Gemüsekarten und Kochlöffel gelegt werden.

Wurde durch das aufrufen der letzten Kochkarte eine Runde beendet, kommt es zu einer Wertung. Dabei bekommt immer der Koch die Punkte einer Suppe gutgeschrieben, der zuletzt einen Kochlöffel in den jeweiligen Top platziert hat. Für das Gemüse, welches am häufigsten in einem Topf ist, gibt es je Karte einen Pluspunkt. Für das Gemüse, dass am zweitmeisten in der Suppe gelandet gibt es pro Karte einen Minuspunkt. Die Differenz sind die Punkte, die der Spieler gutgeschrieben bekommt. Gelingt es einem Spieler eine Suppe zu kochen, die aus mindestens drei Gemüsekarten einer Sorte besteht und alle Gemüsekarten in der Suppe nur von der einen Art sind, gibt es drei Bonuspunkte.

Dieses Prozedere wird nun über eine vorher vereinbarte Anzahl Runden exerziert. Wer danach die meisten Punkte hat, ist der Sieger.

Hektisches kochen

Wie man an Hand den Ausführungen zum Spielprinzip erkennen kann, ist „Zoff am Herd“ ein sehr hektisches Spiel. Nur wer immer voll aufmerksam ist hat eine Chance auf den Sieg, denn es geht nicht nur darum, schnell seine Karten abzulegen, man muss auch immer wissen, wo man welches Gemüse am besten platziert um für sich mehr Punkte zu ergattern oder um den Mitspielern die Suppe zu „versalze“. Auch will im richtigen Moment einer der Kochlöffel gelegt werden und eine gute Suppe mit dem eigenen Deckel abgedeckt werden.

Partymäßiges kochen

Nach einer Einführungsrunde ist „Zoff am Herd“ ein Hit auf jeder Party. Eine Runde dauert immer nur wenige Minuten und dadurch, dass jeder Chefkoch die Köche anders aufruft ist immer für Abwechslung gesorgt. Vor allem auch deshalb, da man als Spieler immer schnell reagieren muss. Jeder darf nämlich nur so lange eine Karte ablegen, bis der nächste Koch aufgerufen wird.

Der Chefkoch kann so natürlich auch den ein oder anderen Spieler benachteiligen, indem er nach den entsprechenden Karten den nächsten Koch sehr schnell aufruft und bevorzugten Spielern mehr Zeit lässt. Faire Spieler sollten also die Köche in einem gleichmäßigen Tempo aufrufen.

Dennoch, „Zoff am Herd“ macht gerade in spaßorientierten Gruppen mächtig Laune. Besonders wenn der Abend schon etwas fortgeschritten ist und dadurch auch die Fehlerquote bei den Mitspielern steigt, kann „Zoff am Herd“ für beste Unterhaltung sorgen. Zumal pünktlich zur SPIEL 08 eine Erweiterung des Spiels erschienen ist, die die maximale Spielerzahl von sechs Spielern auf sieben erhöht.

Das Auge isst mit

Optisch ist der Titel zwar kein Meilenstein der Spielgeschichte. Die Karten kann man als funktional schön bezeichnen, was bei einem schnellen Spiel wie „Zoff am Herd“ aus meiner Sicht aber auch wichtiger ist, als künstlerisch wertvolle Spielkarten. Was nützen bei einem schnellen Spiel wie diesem traumhaft schöne Karten, wenn man überlegen muss, welches Gemüse denn nun gezeigt wird. Da ist es wirklich besser diese einfachen, praktischen Karten zu haben.

Gutes essen

„Zoff am Herd“ erhält von mir in jedem Fall eine Kaufempfehlung. Vor allem Spieler, die auf schnelle Spiele wie zum Beispiel „Ligretto“ stehen, werden viel Spaß mit dem Spielprinzip von „Zoff am Herd“ haben. Das Thema kochen ist dabei auch noch sehr unverbraucht, wodurch der Titel ein wenig frischen Wind verbreitet. Aus meiner Sicht war Suppe kochen noch nie unterhaltsamer, wenn man auch die bei „Zoff am Herd“ zubereitete Suppe hinterher nicht essen kann.

Factsheet:

Name: Zoff am Herd
Autor: Robert Stoop & Thomas Camenzind
Verlag: Nürnberger Spielkarten Verlag GmbH
Jahr: 2008
Genre: Kartenspiel
Spieler: 3 – 6 (7) Spieler
Spieldauer: ca. 30 Minuten
Alter: ab 7 Jahren

Unsere Wertung:

Gnislew
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kat
Durchschnitt:

Leserwertung
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2 Antworten

  1. 11. November 2008

    […] auf hektische Spiele steht, sollte lieber zu einer alternative greifen. Mit “Zoff am Herd” gibt es hier eine verlagsinterne Möglichkeit, aber auch der Klassiker “Ligretto” […]

  2. 16. Juni 2013

    […] die Qualität dieser Spiele durchaus durchwachsen. Neben Highlights wie “Sieben” und “Zoff am Herd” gab es auch schlechte Dosenspiele wie “Klau Mau”. Nun habe ich mir […]

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