Ochsen Soxen – Welche Kuh mit welchem Ochsen?

Die Nürnberger Spielkarten Verlag GmbH hat in diesem Jahr eine neue Spielereihe auf den Markt gebracht, die sogenannten Dosenspiele. Nach dem Titel „Sieben“ habe ich nun auch das Spiel „Ochsen Soxen“ auf Herz und Nieren getestet.

Fröhliches grasen

Ziel von „Ochsen Soxen“ ist es seine Kühe und Ochsen auf der ausliegenden Weide so zu verteilen, dass man mit diesen bei den im Spielverlauf erfolgenden Wertungen, möglichst Rinder mit hohen Werten erhält.

Ist ein Spieler am Zug legt er entweder eine seiner Rinderkarten auf ein freies Feld der Weide oder er spielt eine seiner Wertungskarten. Bei der zweiten Option muss er sich zwischen einer Kuh und einer Ochsenwertung entscheiden, wobei jeder Spieler die Möglichkeit hat jede der beiden Wertungen zweimal durchzuführen.

Um eine Wertung durchführen zu können, muss ein Spieler allerdings erstmal Rinderkarten ins Spiel gebracht haben. Spielt er dann eine Wertungskarte entscheidet sich der Spieler für eine Weidenspalte oder Weidenreihe, die er werten möchte. Hier wird dann geschaut, wessen Kühe oder wessen Ochsen in dieser Reihe den höchsten Wert haben. Derjenige Spieler enthält dann die Karten des jeweils anderen Geschlechtes.

Taktik ist gefragt

Auch wenn die Regeln zu „Ochsen Soxen“ recht einfach anmuten, ist das Spiel kein Titel für mal eben zwischendurch. Um so gewinnen ist Taktik gefragt, denn die eigenen Kühe und Ochsen wollen wohlüberlegt platziert werden um bei den Wertungen richtig abzuräumen und ohne dem Gegner die Möglichkeit zu geben einem die eigenen und ausliegenden Karten vor der Nase wegzuschnappen. Da heißt es darauf zu achten, wo man Gleichstände schaffen kann um Wertungen zu verhindern oder wo man die eigenen Karten anlegen kann um die Werte der Mitspieler zu überbieten.

Auch will der Zeitpunkt einer Wertung gut gewählt sein. Warte ich zulange schnappt ein Mitspieler einem die Punkte vielleicht vor der Nase weg. Ist man zu voreilig, verschenkt man eventuell wichtige Punkte. Und auch die Tatsache, dass man jede Wertung nur zweimal durchführen kann, sollte nicht außer acht gelassen werden. Hat ein Spieler keine Wertungskarten mehr, kann dieser auch keine weiteren Punkte sammeln.

Übungsrunde Pflicht

Um überhaupt hinter die taktischen Feinheiten von „Ochsen Soxen“ zu kommen, reicht eine Partie nicht aus. Wodurch das Spiel meiner Meinung nach auch für Gelegenheitsspieler nur bedingt geeignet ist. Hat man die Möglichkeiten allerdings durchschaut, hat man es bei „Ochsen Soxen“ mit einem interessanten taktischen Kartenspiel zu tun. Als problematisch sehe ich allerdings die Tatsache, dass Neueinsteiger gegen erfahrene Spieler kaum eine Chance haben werden und so in Spielgruppen mit Spielern unterschiedlicher „Ochsen Soxen“-Erfahrung schnell Frust aufkommen kann. Auch sollte man darauf achten, dass die Altersunterschiede zwischen den Spielern nicht zu groß sind. Ich kann mir nämlich kaum vorstellen, dass ein achtjähriger denselben taktischen Überblick wie ein Mittdreißiger hat, wodurch der ältere Spieler klar im Vorteil ist.

Lustige Karten

Bewegt man seinen Blick einmal von dem Spielverlauf weg, hin zum Spielmaterial, dann fällt auf, dass man sich mit der Gestaltung der Kuh- und Ochsenkarten wirklich Mühe gegeben hat. Analog zu den Werten der Karten sehen die Kühe und Ochsen nämlich attraktiver oder kräftiger aus. So bleibt es nicht aus, dass man beim ersten Blick auf die Kühe und Ochsen erfreut lachen muss.

Unter dem Strich ist „Ochsen Soxen“ somit ein solides taktisches Kartenspiel, das ruhig einen Blick wert ist. Wenn man sich mit dieser Art von Spiel anfreunden kann, wird man mit Sicherheit Freude an dem Titel haben.

Factsheet:

Name: Ochsen Soxen
Autor: Marco Teubner
Verlag: Nürnberger Spielkarten Verlag GmbH
Jahr: 2008
Genre: Kartenspiel
Spieler: 2 – 4 Spieler
Spieldauer: ca. 20 Minuten
Alter: ab 8 Jahren

Unsere Wertung:

Gnislew
kat
Durchschnitt:

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