„Handelsfürsten – Herren der Meere“ – Einfach, aber gut

Reiner Knizia ist ein Spieleautor, dem es immer wieder gelingt mir recht einfachen Spielprinzipen die Spieler zu begeistern. Das war bei „Einfach Genial“ so, aber auch bei „Lost Cities“ oder „Keltis“. Bei Pegasus ist ein weiterer Knizia erscheinen, der diesen Prinzipien treu bleibt, das Spiel „Handelsfürsten – Herren der Meere“.

Waren verladen

Die Spielidee hinter „Handelsfürsten – Herren der Meere“ ist super einfach. Ziel ist es auf seinen Schiffen Waren zu verladen und diese möglichst gewinnbringend zu verkaufen. Jedes Schiff kann dabei immer nur einen Warenstein laden, was den hochpreisigen Warenverkauf nicht immer einfach macht.

Simple Regeln

Zu Beginn des Spiels hat jeder Spieler zwei Schiffe vor sich liegen, die beladen werden können. Zu Beginn des Spiels werden die Schiffe Initial beladen, wobei sich jeder Spieler frei aussuche kann, welche Warensteine er in seine Schiffe legt.

Ist ein Spieler an der Reihe, besteht sein Zug aus zwei Phasen, in denen er jeweils eine Aktion durchführen kann. In der ersten Phase muss sich ein Spieler entscheiden ob er einen Warenstein einer seiner Schiffe gegen einen belieben anderen Warenstein aus dem Vorrat tauschen möchte, ob er eine Sonderkarte kaufen möchte oder ob er die erste Phase passen möchte.

In der zweiten Phase kann der Spieler entweder Warenkarten einer Sorte von seiner Hand ausspielen und damit eine Wertung auslösen oder zwei neue Warenkarten nachziehen

Handlungsgeschick

Wie man sieht, ist das Grundprinzip von „Handelsfürsten – Herren der Meere“ recht einfach, doch der Teufel liegt im Detail. Um zu gewinnen, muss man seine Handlungsmöglichkeiten geschickt einsetzen. Dies wird an dem Beispiel einer Wertung etwas deutlicher. In der Tischmitte liegen immer sechs Warenkarten, Will ein Spieler nun eine Wertung auslösen, legt er von seiner Hand eine beliebige Anzahl Warenkarten (maximal sechs) gleicher Sorte auf die bereits ausgelegten Karten. Anhand der nun ausliegenden Karten einer Sorte ergeben sich die Punkte, sprich Geldmünzen, die ein Spieler erhält. Spielt ein Spieler zum Beispiel Salzkarten und es liegen im Folgenden drei Salzkarten in der Mitte, bekommt der Spieler für jeden auf seinen Schiffen verladenden Salzstein drei Punkte. Aber Vorsicht, nicht nur der Spieler, der die Wertung auslöst bekommt die Punkte, auch alle anderen Spieler bekommen entsprechende Punkte beziehungsweise Münzen.

Dadurch, dass immer alle Spieler bei einer Wertung berücksichtig wurde, bekommt das Spiel eine gewisse taktische Tiefe. Es ist nämlich immer wichtig zu schauen, welche Wertung sich lohnt und ob und wie man seine Schiffe mit besseren Wertungssteinen versorgt um höhere Punkte als die Mitspieler zu erzielen.

Natürlich spielt dabei auch das Glück eine kleine Rolle, da man die Warenkarten zufällig vom Nachziehstapel erhält, es dominiert aber die taktische Finesse der einzelnen Spieler.

Abwechslung wird auch durch die Sonderkarten garantiert. Von diesen sind gibt es vier Sorten. Neue Schiffe und jeweils zwei Kontore, Handelsabkommen und Hafenarbeiter.

Die Sonderkarten können als eine Aktion der Phase eins käuflich erworben werden und bringen den Spielern verschiedene Vorteile. Mit einem weiteren Schiff kann man eine Ware mehr laden, der Kontor erlaubt es dem Spieler in Phase zwei immer eine neue Warenkarte zu ziehen, der Hafenarbeiter macht es möglich in Phase eins einen Warenstein zusätzlich zu tauschen und das Handelsabkommen beschert einem ein Zusatzeinkommen von zwei Goldstücken, wenn der Besitzer in einer Wertung Gold erhält.

Der Reichste gewinnt

Das schöne bei „Handelsfürsten – Herren der Meere“ ist die Tatsache, dass eine Partie sich über einen recht überschaubaren Zeitraum erstreckt. Sobald der Nachziehstapel mit den Warenkarten, von denen es insgesamt 60 Stück gibt, aufgebraucht ist, endet das Spiel. Gewonnen hat dann der Spieler, der das meiste Geld einheimsen konnte und sozusagen am geschicktesten gehandelt hat.

Idealer Einstieg in einen Spieleabend

Doch nicht nur der überschaubare Zeitrahmen machen „Handelsfürsten – Herren der Meere“ zu einem tollen Spiel. Durch die einfachen Regeln ist das Spiel schnell erklärt und bietet sich dadurch als ideales Einstiegsspiel in einen Spieleabend oder als kurzes Spiel für Zwischendurch an. Dadurch, dass die Packung schön klein gehalten ist, ist das Spiel auch ein tolles Spiel für die Reise.

Nach dem eher schlechten Eindruck von dem Spiel auf der „Spiel 07“, hat sich dieser nach den familiären Testrunden deutlich verbessert. „Handelsfürsten – Herren der Meere“ bietet für so ein einfaches Spiel erstaunlich viel Tiefgang und erfordert trotz der eigentlich wenigen Handlungsmöglichkeiten ein gutes strategisches Vorgehen von den Spielern. „Handelsfürsten – Herren der Meere“ wird mit Sicherheit noch so einige Male gespielt werden.

Factsheet:

Name: Handelsfürsten – Herren der Meere
Autor: Reiner Knizia
Verlag: Pegasus
Jahr: 2007
Genre: Kartenspiel
Spieler: 2 – 4 Spieler
Spieldauer: ca. 30 Minuten
Alter: ab 12 Jahren

Unsere Wertung:

Gnislew
Schnaetty
Durchschnitt:

Leserwertung
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