Alchemist – Wir mixen uns einen Zaubertrank

Der ein oder andere kennt vielleicht das Brettspiel „Bazaar“ in dem es darum geht Edelsteine möglichst geschickt zu tauschen. Ein wenig erinnert das Spiel „Alchemist“ an dieses Spielprinzip. Auch wenn man hier Zaubertränke erstellen muss, ist es wichtig geschickt zu tauschen.

Zauberschule

Im Wettstreit der Alchemisten verkörpert jeder der zwei bis fünf Spieler eine Zauberschule und versucht durch geschicktes Brauen von Zaubertränken für seine Schule die meisten Ruhmespunkte zu ergattern. Ein weiteres Ziel ist es dafür zu sorgen, dass die Lieblingszutat seiner Schule am häufigsten verwendet wird.

Den Wettstreit vorbereiten!

Bevor es losgeht, zieht jeder Spieler erst einmal verdeckt eine Schulkarte. Diese legt er hinter seinem Sichtschirm ab, denn auf dieser Karte ist die Ingredienz abgebildet, die der Spieler versuchen muss an den Mann zu bringen.

Da es fünf Schulen gibt, sind auch fünf Zutaten im Spiel, die als Holzquader beiliegen. Je nachdem wie viele Alchemisten am Wettstreit teilnehmen, sind verschieden viele Zutatensteine im Spiel. Diese werden dann nach in der Anleitung genannten Mengen in einen Stoffbeutel gepackt, als offener Vorrat bereitgelegt und aus dem Spiel genommen. Grundsätzlich kann man hierbei sagen, dass je mehr Spieler mitmachen umso mehr Steine sind im Spiel.

Ist die Aufteilung erfolgt, zieht jeder Alchemist 12 Ingredienzien aus dem Stoffbeutel und legt diese hinter seinen Sichtschirm. Dies ist sein persönlicher Vorrat. Sobald jeder Spieler noch einen Punktmarker auf die Null des Punkteumlaufs des Spielplans gelegt hat kann das Spiel auch schon losgehen.

Selber mixen oder kopieren?

Wenn ein Spieler Reihe ist, hat dieser drei Möglichkeiten. Entweder er braut einen neuen Zaubertrank, er kopiert einen bereits erstellte Mixtur oder er passt.

Entscheidet der Spieler sich dazu einen neuen Trank zu erschaffen, sucht er sich einen der noch nicht benutzen Kessel auf dem Spielplan aus. Insgesamt gibt es zehn Kessel, was gleichbedeutend damit ist, das maximal zehn neue Tränke gebraut werden können. Im nächsten Schritt entscheidet er sich für die Zutaten. Neben jedem Kessel sind zwei Zutaten abgebildet. Diese dürfen nicht in dem dazugehörigen Kessel benutzt werden. Somit stehen dem Alchemisten noch drei Zutaten zur Verfügung die er einsetzen kann. Nun kann er zwischen einem und fünf Ingredienzien verwenden um seinen Trank zu mixen, wobei keine Zutat mehr als zweimal verwendet werden darf. Nun muss der Spieler noch einen Siegelstein in den Kessel legen um diesen Trank als sein Eigentum zu kennzeichnen. Im letzten Schritt wird noch ein Punktwert für diesen Trank ausgewählt. Dazu liegen neben dem Spielplan zehn Kärtchen mit dem Werten von eins bis zehn bereit.

Damit ist der Trank fertig gestellt und im Gegenzug erhält der Spieler einmal die beiden Zutaten die neben dem Kessel abgebildet sind und die ausgewählten Punkte.

Sollte man sich dazu entscheiden einen bestehenden Trank zu kopieren, gilt von vorneherein eine Einschränkung: eigene Tränke dürfen nicht kopiert werden. Um den Trank eines Mitspielers zu kopieren muss man die Zutaten die einem Trank zugeordnet sind aus seinem Vorrat beraffen. Diese Steine wandern bis auf einen aus dem Spiel. Der letzte Stein geht an den Schöpfer des Trankes, wobei der Spieler selbst entscheiden kann, welche Steine aus dem Spiel gehen und welcher Stein an den Mitspieler geht.

Als Belohung für die erfolgreiche Kopie erhält der Alchemist die dem Kessel zugehörigen Zutaten und die entsprechenden Punkte.

Sollte sich ein Spieler entscheiden zu passen, dass darf er entweder einen beliebigen Stein aus dem offenen Vorrat nehmen oder zwei Steine aus dem Beutel nehmen. Sollte der Beutel leer sein fällt diese Option weg und wenn eine bestimmte Farbe nicht vorrätig ist, muss der Spieler sich für eine Zutat entscheiden.

Der beste Alchemist hat die meisten Punkte

So wird Runde für Runde gebraut und kopiert. Und immer werden eifrig Punkte und neue Zutaten gesammelt. Doch natürlich dauert so eine Runde „Alchemist“ nicht ewig. Sobald drei oder mehr Ingredienzien des offenen Vorrats aufgebraucht sind. Dann wird die aktuelle Runde noch abgeschlossen bevor es zur Schlusswertung kommt. Zusätzlich zu den bereits erzielten Punkten, kann man hier weitere Punkte erzielen und so auch von einem der hinteren Plätze noch einen Satz nach vorne.

Erst einmal bekommt in der Schlusswertung jeder Alchemist einen Punkt für jeweils zwei Ingredienzien. Hat ein Spieler also zum Beispiel noch sechst Steine hinter seinem Schirm liegen, bekommt er hierfür nun drei Punkte. Danach wird noch der Erfolg der Schulen überprüft. Wie erwähnt versucht jede Schule dafür zu sorgen, ihre Lieblingszutat möglichst oft zu verwenden. Um nun zu schauen, welche Zutat am beliebtesten war, werden alle noch bei den Spielern liegenden Zutaten zurück in den Vorrat gelegt. Nun wird einfach gezählt wie viele Steine von jeder Farbe noch da sind. Die Farbe von der die wenigsten Steine vorhanden sind ist dabei die beliebteste gewesen. Je nachdem wie viele Spieler mitspielen gibt es für die Platzierungen dann Bonuspunkte. Bei vier Spielern erhält der Spieler, dessen Zutat am beliebtesten war 12 Extra Punkte, der Zweitplatzierte acht und der Dritte vier Punkte. Der Vierte in der Runde geht leer aus.

Taktisches brauen

So verlockend es auch ist, es ist nicht immer die beste Idee selbst die hochwertigen Tränke zu brauen. Auf den ersten Blick mögen dies vielleicht zehn schnell erzielte Punkte sein, doch kann ich danach ja nie wieder zehn Punkte erzielen. Hier muss man gut abwägen ob man einen Trank selber braut oder kopiert. Dabei ist es oft auch von entscheidender Bedeutung welche Zutaten man im Vorrat hat. Das Tränke brauen ist nicht immer ganz billig und so kann es manchmal von Vorteil sein einen Trank zu brauen, der nur ein oder zwei Zutaten benötigt und wenige Punkte bringt, wenn ich dadurch Zutaten erhalte die ich nächsten Zug für einen Trank mit hohen Punktwert einsetzten. Des Öfteren ist man auch gezwungen zu passen um dadurch seinen Steinevorrat aufzubessern.

„Alchemist“ ist dadurch mehr als nur ein blindes Tränke brauen. Die Planung des eigenes Zuges und eine gute Übersicht über seine eigenen Möglichkeiten verpassen dem Spiel eine überschaubare taktische Komponente. Doch nicht nur der Blick auf die Zutaten ist wichtig. Man muss auch immer auf die Punkte schauen. Ist es klug fünf Zutaten für zehn Punkte auszugeben oder sollte ich lieber drei Zutaten für sechs Punkte bezahlen?

Auch muss man immer schauen wie man die Steine seiner Schule an den Mann bringt: Durch die Kreation von verlockenden Trankangeboten kann man zum Beispiel seine Steine gut aus dem Spiel nehmen um so in der Endabrechnung noch einmal groß zu punkten.

Leichter Einstieg, großer Spaß

Für mich ist „Alchemist“ ein wirklich gelungenes Spiel. Trotz der relativ einfachen Regeln und dem auf den ersten Blick monotonen Spielablauf bietet das Spiel auf dem zweiten Blick einiges an Tiefgang und die Möglichkeit mit den unterschiedlichsten Strategien zum Sieg zu kommen. Dem Autor Carlo A. Rossi ist hier ein Spiel gelungen, das schnell erklärt ist und immer wieder Spaß macht. Durch seinen recht flüssigen Spielablauf und die überschaubare Spielzeit, länger als 45 Minuten haben wir bisher an noch keiner Partie gespielt, eignet sich „Alchemist“ zudem als perfektes Einstiegsspiel in einen Spieleabend. Eins steht in jedem Fall fest, dieses Spiel wird bei uns in Zukunft noch öfters gespielt.

Factsheet:

Name: Alchemist
Autor: Carlo A. Rossi
Verlag: AMIGO
Jahr: 2007
Genre: Gesellschaftsspiel
Spieler: 2 – 5 Spieler
Spieldauer: ca. 50 Minuten
Alter: ab 10 Jahren

Unsere Wertung:

Gnislew
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kat
Durchschnitt:

Leserwertung
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1 Reaktion

  1. Jules sagt:

    Alchemist ist in unserer Runde auch gut angekommen. Zuerst hat man 0-Durchblick. Aber die Zusammenhänge der Tränke ist nett. Auch die Wahl der Siegpunkte ergibt ein interessantes Dilemma!

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