Cuba – Plantagen und Gesetze

Auf der „SPIEL 07“ in Essen war ein Spiel der Renner: „Cuba“. Der eher kleine Verlag eggertspiele hat das Spiel in den Handel gebracht. Die Autoren des Spiel, Michael Rieneck und Stefan Stadler wurden bei der Entwicklung offensichtlicht von einem der Topspiele inspiriert, die es auf dem Markt gibt: „Puerto Rico“.

Fünf Aufgaben sollst du haben

Ziel von „Cuba“ ist es am Ende des Spiels die meisten Siegpunkte zu haben. Nun gut, dieses Ziel hat man in verdammt vielen Spielen, aber wenn ein Spiel eine intelligente Spielmechanik hat, macht auch der Kampf um so ein triviales Spielziel Spaß. Doch vor dem Sieg muss das Spiel erstmal aufgebaut werden.

Der grafisch schön gestaltete Spielplan dient dabei als Grundgerüst. Hier werden nicht nur die Siegpunkte gezählt, sondern auch die Gesetze gemacht und Handel betrieben. Dazu erhält jeder der maximal fünf Spieler ein Plantagenfeld. Weiterhin erhält jeder Spieler eine Spielfigur in seiner Farbe, die seinen Arbeiter beziehungsweise Vorarbeiter repräsentiert und fünf Handkarten die fünf verschiedene Figuren zeigen. Jeder Spieler spielt nun reihum eine der Figuren aus und führt deren jeweilige Aktion aus.

Arbeiter, Händlerin, Architekt, Vorarbeiter, Bürgermeister

So ermöglicht es der Arbeiter seine Spielfigur auf seiner Plantage zu positionieren und dafür Roh- und Baustoffe zu erhalten. Mit der Händlerin ist es möglich Handel auf dem Markt zu betreiben, der Architekt erlaubt es ein Gebäude auf seiner Plantage zu errichten, der Vorarbeiter erlaubt es Gebäude zu aktivieren und zu benutzen und der Bürgermeister ermöglicht es Waren auf Schiffe zu verfrachten um Siegpunkte zu erhalten.

Ingesamt spielt jeder nach und nach vier seiner Karten aus. Die fünfte Karte ist danach ausschlaggebend, wie viele Basisstimmen man im Parlament hat. Dazu muss man wissen, dass die Karten eine aufsteigende Wertigkeit von eins bis fünf haben. Der Arbeiter ist dabei die Karte mit der niedrigsten Wertigkeit, der Bürgermeister der mit der höchsten. Wer nun die meisten Stimmen im Parlament hat, darf die Gesetze machen. Allerdings gibt es in „Cuba“ so etwas wie Korruption. Das heißt, nicht unbedingt der Spieler der den Bürgermeister als fünfte Karte noch auf der Hand hat bestimmt welche Gesetze gelten, denn jeder Spieler kann sein Geld, dass er auf die verschiedensten Weisen verdient hat Stimmen zu kaufen. Ein eingesetzter Peso entspricht dabei einer Stimme.

Gesetze = Siegpunkte

Und die Gesetze machen zu dürfen, ist in vielen Fällen eine sehr gute Sache. Direkt und indirekt bringen die Gesetze den Spielern nämlich Siegpunkte. Wenn man so gerade der einzige Spieler mit einem gut gefüllten Bankkonto ist und es gerade das Subventionsgesetz gibt, dass man pro drei eigener Pesos einen Siegpunkt bekommt, kann man schon einige Punkte gutmachen.

Strategie, Planung und Glück

Das wirklich schöne an „Cuba“ ist, dass das Spiel eine sehr gute Mischung aus Strategie, Planung und Glück bietet. Das Glück spielt dabei die kleinste Rolle, ist aber in sofern wichtig, da Mitspieler einem einen guten Plan zerstören können oder einfach die falschen Gesetze machen. Viel wichtiger ist es sich die richtige Strategie zurecht zu legen und schon einige Züge im Voraus zu planen. Das Spiel lässt einen nämlich extrem viele Möglichkeiten seinen Zug zu gestalten. Oft stellt sich die Frage ob es besser ist erst den Arbeiter und dann den Vorarbeiter zu spielen oder wann der richtige Zeitpunkt ist Waren zu verschiffen. Dann stellen sich auch so fragen ob ich bestimmte Roh- und Baustoffe zurückhalte um die Abgaben bezahlen zu können, die in der Gesetzesphase fällig werden. Vielleicht ist es auch sinnvoll Waren am Markt einzukaufen oder eigene Güter zu verkaufen um an Geld zu kommen.

Trotz der Komplexität leicht gelernt

Obwohl „Cuba“ von den Möglichkeiten recht komplex ist, ist das Spiel schnell erlernt. Gerade für Spieler, die schon Titel mit ähnlicher Spielmechanik kennen, werden sich bei „Cuba“ schnell zurecht finden, doch auch Neulinge auf diesem Gebiet werden das Spiel dank der gut geschriebenen Anleitung schnell verstehen. Doch obwohl „Cuba“ schnell zu verstehen ist, bedarf es einige Zeit bis man wirklich alle strategischen Möglichkeiten erfasst hat. Aber genau darin liegt auch ein gewisser Reiz des Spiels. Mit jeder Partie verbessert oder variiert man seine Strategie und lernt neue Facetten kennen. Nicht nur deswegen ist bei „Cuba“ wiederspielen garantiert!

Factsheet:

Name: Cuba
Autor: Michael Rieneck und Stefan Stadler
Verlag: eggertspiele
Jahr: 2007
Genre: Strategie
Spieler: 2 – 5 Spieler
Spieldauer: ca. 75 – 120 Minuten
Alter: ab 12 Jahren

Unsere Wertung:

Gnislew
Schnaetty
hwe
kat
Durchschnitt:

Leserwertung
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2 Antworten

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